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Dieses Thema hat 158 Antworten
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 Lieber nie geboren, als neuapostolisch und abgefallen
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Admin Offline




Beiträge: 4.735

02.04.2007 20:30
Die bösen Wünsche der Neuapostolischen Kirche! Zitat · antworten



Erfahrungsbericht einer Betroffenen

Als Kind neuapostolischer Eltern wurde ich in die Neuapostolische Kirche (NAK) hineingeboren. In dieser angeblichen "Kirche" war ich dann neunzehn Jahre intensiv und unter Zwang eingebunden. Danach begann die langsame Abnabelung aus dieser "Familie der Gotteskinder".
Solange ich zurückdenken kann, bestimmte diese Glaubensgemeinschaft mein Leben. Das sah so aus: Sonntags vor- und nachmittags sowie Mittwochabends mussten. die Gottesdienste besucht werden. Wurde einmal ein Gottesdienst versäumt, war beim nächsten Mal Rechenschaft darüber abzulegen, warum. Denn jede nicht schuldlos (z. B. durch Krankheit) versäumte "Segensstunde" sei in dem "Buch des Lebens" verzeichnet, so wurde uns immer wieder vermittelt.

Für Kinder fanden die Kindergottesdienste, sowie einmal pro Woche nachmittags ein Religionsunterricht statt. Mit zwölf Jahren schloss sich dann der Konfirmandenunterricht an, der über zwei Jahre ging.

Nach der Konfirmation gehörte man zum Kreis der Jugend. Auch für diese war bestens Vorsorge getroffen. Jugendstunde, der Jugendgottesdienst und die Jugendgesangstunde mussten besucht werden. Dazu kam dann noch die Gemeindegesangstunde, so dass die ganze Freizeit in der NAK-Gemeinschaft verbracht wurde.

Ein "normales" Leben ist in dieser Sekte nicht möglich, da einem jedes "weltliche Vergnügen" verboten wurde (Disco, Kino, Fasching u.s.w.). Ein direktes Verbot wurde dabei nie ausgesprochen. Aber in den Gottesdiensten wurde immer wieder betont: "Wenn Jesus kommt, um die Seinen heimzuholen, so sucht er sie nicht an diesen weltlichen Orten". Man würde also zurückbleiben, wenn man dann am falschen Ort wäre. Diese Aussage erzeugte Angst, so dass man nicht den Mut hatte, Veranstaltungen "weltlicher" Art zu besuchen.

Ein Austritt aus der NAK ist gilt als Todsünde. So hörte ich im Laufe meiner Zugehörigkeit immer wieder den Satz "Lieber nie geboren, als neuapostolisch und abgefallen". Im täglichen Gebet sollte Gott immer wieder dafür gedankt werden dass man ein "Gotteskind" sein darf. Alle wichtigen Entscheidungen im Leben wurden vorher mit den Amtsbrüdern besprochen, damit diese im Gebet an einen dachten. Trafen dann die Ereignisse nicht so ein, wie man persönlich gewünscht und gehofft hatte, so teilten einem die Amtsbrüder mit: "Dieses ist Gottes Wille und eine Prüfung von Gott, ob du fest im Glauben stehst".

Zu meiner Zeit wurden neue Mitglieder durch die sogenannte "Weinbergsarbeit" geworben, dies ist gleichzusetzen mit der Hausierermethode. Gotteskinder sollen außerdem immer und überall "Zeugnis" ihres Glaubens ablegen.

Selbstverständlich musste man auch im Urlaub die Gottesdienste besuchen. Von der Heimatgemeinde wurde ein Ausweis für die Urlaubsgemeinde ausgestellt, dieser wurde dann dort abgegeben. Damit hatten die "Würdenträger" eine Kontrolle, ob man auch wirklich die Gottesdienste besucht hatte.

Als besonder schlimm empfand und empfinde ich auch heute noch die Trauerfeierlichkeiten beim Tod eines nahen Verwandten. In diesen Gottesdiensten wird ausschließlich darüber gepredigt "dass die Lebensuhr des Verstorbenen abgelaufen sei, dass der Herr ihn nun heimgeholt hat, dass er nun das schauen darf, was er auf Erden geglaubt hat, dass wir glücklich sein sollen, weil der Verstorbene endlich an der Seite des Herrn sitzen dürfe". Prägend war auch der Satz "Gotteskinder sehen sich nicht zum letzten Mal", der sich wie ein roter Faden durch den Trauergottesdienst zog. Trost wurde einem hierbei nicht vermittelt.

Die NAK finanziert sich durch das Opfer ihrer Mitglieder, dies beträgt 10% des Bruttoeinkommens.

Heute gehöre ich zum Glück nicht mehr dieser Sekte an. Trotzdem ist von Seiten der Verwandten immer noch ein Druck vorhanden. Diese Aufzeichung beinhaltet nur einen kleinen Teil der doch recht komplexen Arbeit dieser Sekte, die mit Angst- und Drohbotschaften ihre Mitglieder für ihre Ziele gefügig macht.

Sieglinde Wiegand-Dechert, Obbornhofen

http://www.kirchturmblick.de/ktb704.html

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Zur freundlichen Erinnerung an die eigene Jugendzeit:
http://www.youtube.com/watch?v=woYM-UOR5w0
http://www.youtube.com/watch?v=fm72UzfrT...08414579957FC05
Zwischen diesen beiden Videos kann ich keine Brücke schlagen.
Und nun das: => http://schlabatti.bplaced.net/Erntedank2012-Schneider.mp3
Fazit: Man hat mich total verarscht.

Isa Offline




Beiträge: 5.158

20.10.2010 11:34
#2 RE: Die bösen Wünsche der Neiapostolischen Kirch! Zitat · antworten

Admin

Teuflische Wünsche!

>>Eine Mutter sieht sich in größter Seelennot, denn ihr Sohn hat ihr gesagt: >Die Konfirmation wird mein letzter Gottesdienstbesuch sein.< Mit Weinen und Beten bringt die Mutter die Sorge um ihr Kind vor Gott.

Kurz vor der Konfirmation geht der Junge ins Schwimmbad, springt vom Sprungbrett, bricht sich das Genick und stirbt. Die Mutter dankt Gott für seine Liebe, dass er ihr Kind zu sich nahm, bevor es ihm untreu werden konnte.

Eine hanebüchene Geschichte erzählt von einem Priester der Neuapostolischen Kirche (NAK) bei einem Konfirmationsgottesdienst. Die Moral wirkt grotesk. Was ist das für ein Gott:

ein fanatischer Kleingeist, dem der Gottesdienst mehr wert ist als das Leben eines Kindes? Ein Wahnsinniger, der Mord für Liebe hält? Ein Zyniker, dem keine Mutter dieser Welt dankbar sein könnte?<<(191.4)

Am 28.05.2000 lese ich im Internet eine Gästebuchmitteilung vom 27.04.2000 zu dem Bericht eines Aussteigers, der diese Feststellung nachhaltig bekräftigt:

>>.....ich bin vor 20 Jahren ausgestiegen. Der Großteil meiner Verwandtschaft ist noch dabei. Als vor etwa 7 Jahren auch mein jüngster Bruder – damals Unterdiakon – ausstieg, ließ sich meine Mutter zu dem Ausspruch hinreißen:

>.....lieber wäre mir gewesen, Du wärst richtig gestorben....<.

Mein Bruder leidet noch heute unter diesem Ausspruch.....Wirklich eine bedauernswerte Gemeinschaft, diese NAK. Wie sehr hat sie Menschen verstümmelt, dass sie sich so äußern müssen......Kirche und vermeindlich ewiges Leben über die eigenen Kinder gestellt: einfach nur grausam.<<(192)

Ein Aussteiger berichtet und bei den Worten erstarre ich, denn sie galten damals auch für mich:

>>Mein Vater, ein biederer, aber verführter Mann, sagte mir als Kind mal: >Ich habe für Dich gebetet, Du sollst eher sterben, als den Glauben an die Apostellehre (Neuapostolische Kirche) verlieren.< Dies entspricht dem Ausspruch eines >Apostels<: Lieber sterben als in der Welt verderben.<<(192.1)

QUELLENNACHWEIS:

(191.4) Evangelische Wochenzeitung für Bayern-Region Mittelfranken-Ausgabe A
Nr. 30, vom 29.07.2001, S. 4, Sonntagsblatt – Thema der Woche
Klaus Leder
„Das Ende ist nah – seid gehorsam!“
(192) Link nicht mehr aktiv! ‚http://guestbook.yoobay.net/guestbook.ph...=8607&offset=10
yoobay.Net Gästebuch zum Bericht eines Aussteigers:
Manfreds Erinnerungen an seine Kindheit in der NAK
Am Donnerstag, den 27 April 2000 schrieb Peter: .....
(192.1) Link nicht mehr aktiv! ‚http://www.pinselpark.de/religion/sekten/festigheil.html
Religionsknoten, 7.3 Innere Verhärtung und „Treue“
S. 2

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Isa Offline




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20.10.2010 11:35
#3 RE: Die bösen Wünsche der Neiapostolischen Kirch! Zitat · antworten

Otto

Mein lieber Admin,
ich weiß nicht, was die Geschichten hier sollen? Das ist reine Stimmmungsmache gegen die Neuapostolischen Kirche und erinnert mich an die

Bildzeitung!

Erst mal schreiben, später werden wir sehen!

Wie steht es mit dem Wahrheitsgehalt dieser so genannten "Erlebnisberichte"?

Ob das alles wohl so stimmt?

Gruß Otto

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Isa Offline




Beiträge: 5.158

20.10.2010 11:37
#4 RE: Die bösen Wünsche der Neiapostolischen Kirch! Zitat · antworten

Admin

Ja mein lieber Otto,

das sind Geschichten, die das Leben schreibt, höchst makabere, wie ich finde und wie ich es auch selbst erlebt habe!

Das ist

das andere, unschöne Gesicht der NAK

und es passt wohl nicht so recht zu Deinem goldgerahmten Bild, welches Du Dir von der NAK gemalt hast und das über Deinem Sofa neben dem Bild vom Stammapostel hängt!

Träum weiter Otto!!

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Isa Offline




Beiträge: 5.158

20.10.2010 11:37
#5 RE: Die bösen Wünsche der Neiapostolischen Kirch! Zitat · antworten

Solange

Diese Geschichte von der Mutter habe ich auch selbst im gottesdienst gehört, Otto!
Und ich habe sie nie vergessen - komisch, was?

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Isa Offline




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20.10.2010 11:38
#6 RE: Die bösen Wünsche der Neiapostolischen Kirch! Zitat · antworten

Maria

Mein lieber Otto,
eigentlich dachte ich, daß ich an diese Geschichte nie mehr denken muß, oder sie aus dem hintersten Zipfel meines Hirns herausholen muß, aber bei diesem Thema kommt sie einfach wieder zum Vorschein. Meine Mutter erzählte mir mal, als mein Vater und sein Bruder im Krieg war (Frankreich), ist mein Onkel schwer verletzt worden und dabei auch in Gefangenschaft gekommen. Er war nie so gläubig wie mein Vater und lies sich auch nicht dazu bewegen wieder mit in die Kirche zu gehen, denn kurz vor dem Krieg hatte er sie verlassen auf nimmer Wiedersehen. Natürlich waren meine Großeltern sehr erschüttert und auch erbost darüber. Als sie nun die Nachricht von der schweren Verletzung und der Gefangenschaft meines Onkels bekamen, war meine Oma nicht etwa beunruhigt, oder gar traurig, nein sie sagte nur kalt, daß er sich dies selbst zuzuschreiben habe. Er hätte Gott verraten und nun ist das die Quittung dafür, aber eigentlich wäre es besser, wenn er gar nicht wieder käme, dann könne sie vielleicht doch noch auf die Gnade Gottes hoffen, denn er ist ja noch nicht ausgetreten aus der NAK. Er tat ihr diesen Gefallen nicht und kam wieder. Sie hat es ihm nie verziehen und wollte ihn auch nie mehr sehen.
Sie ist gestorben, ohne ihren Jungen je noch mal gesehen zu haben.
Nun frage ich als Mutter, wer handelt so und welche normale Mutter tut sich und ihrem Kind so etwas an? Das ist doch krank und unnormal.
Ich wünsche doch mein Kind nicht lieber auf den Friedhof, nur weil es nicht mehr zur Kirche gehen will.
Das war damals, aber glaube mir Otto, heute ist es noch genauso. Es hat sich wie so oft nichts geändert.

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Isa Offline




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20.10.2010 11:39
#7 RE: Die bösen Wünsche der Neiapostolischen Kirch! Zitat · antworten

Winni Lange

Guten Abend! Zum Thema lieber tot, als neuapostolisch und abgefallen habe ich Dr. Leber, als er noch Bezirksapostel auch von Mecklenburg war, - aufgefordert, diese Aussage meinen Eltern gegenüber zu revidieren. Ich fand es unsagbar grausam, dass eine Kirche dafür sorgt, das Menschen trauern und weinen, weil erwachsene Kinder nicht mehr den vermeintlich einzig seligmachenden Weg gehen. Das will ich nicht und das ist das einzige, was mir im Zusammenhang mit meinem Ausstieg immer noch sehr weh tut.

Er hat ihnen tatsächlich geschrieben und sich eindeutig davon distanziert, wobei er im nächsten Satz sagt, dass das nicht heißen soll, die Lehre hätte sich geändert. Der Brief an sie ist sehr liebevoll und hat meine Eltern offensichtlich beruhigt und ihnen gut getan. Das war mein Hauptanliegen, dass er mich anschließend nicht mal mehr eines Grußes würdigte, damit kann ich leben, zumal ich diese Ignoranz seit Jahren kenne.

Aber wichtig war mir, dass meinen Eltern die lange gesäte, somit berechtigte Angst genommen wurde, ich ihr Kind sei für immer auf unwiederbringliche Weise verloren.

Liebe Fories, manchen von euch wird das interessieren, zumal Dr. Leber kurz darauf Stammapostel wurde. Ich stelle das Schreiben auf Wunsch gerne zur Verfügung, in manche Familien kann und wird diese konkrete Aussage bestimmt etwas Frieden bringen, abgesehen davon, dass er einiges im Interwiev mit Idea dann sehr >verschwommen< formuliert.
Das Schicksal von uns Menschen der Souverränität Gottes anheim zu stellen, ist eine weise, eine gute Entscheidung und ich danke Dr. Leber für diese Aussage. Es bringt meinen Eltern gelegentlich ein Lächeln ins Gesicht und sicher ins Herz. Das ist gut, denn ich liebe sie. Manchem von euch wird es mit den Eltern, oder wem auch immer ähnlich gehen.
Herzlichen Gruß- Winni Lange

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Isa Offline




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20.10.2010 11:40
#8 RE: Die bösen Wünsche der Neiapostolischen Kirch! Zitat · antworten

Winni Lange

Hmmm! Auch ich habe die Geschichte von der Mutter im Gottesdienst gehört und gerade beim Lesen ging sie mir wieder in aller Deutlichkeit (mit Gänsehaut!) durch den Kopf. Lieben Gruß Euch allen- Winni Lange

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Isa Offline




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20.10.2010 11:41
#9 RE: Die bösen Wünsche der Neiapostolischen Kirch! Zitat · antworten

DerHarry

Hallo,

auch ich habe dieses Schauermärchen in einem GD gehört, jetzt stelle man sich vor was solche Aussagen einem Kind antun!!!

Auch bekomme ich von meiner Sippschaft Sprüche in diese Richtung zu hören, so wurde die schwere Krankheit und Behinderung meines Sohnes zum Anlass genommen dies als direkte Konsequenz meines "Abfalls vom Glauben" zu werten- Diese Aussage hätte mich beinahe dazu gebracht den Kontakt restlos abzubrechen

Grüße Harry

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Isa Offline




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20.10.2010 11:42
#10 RE: Die bösen Wünsche der Neiapostolischen Kirch! Zitat · antworten

Citticatt

Tut mir echt leid Harry das Deine Familie so ist :( aber 90% der NAK´ler werden so sein und wenn wir ehrlich sind können wir es ihnen nicht böse nehmen oder? Sie kennen es ja nicht anderst.

Kopf hoch :) und da ich mit behinderten arbeite denke ich das Du weisst was für ein Segen solche Kinder sein können auch wenn viel arbeit und Leid daran hängt.


P.S. Der liebe Gott straft nicht das weisst Du selbst :)

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Isa Offline




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20.10.2010 11:43
#11 RE: Die bösen Wünsche der Neiapostolischen Kirch! Zitat · antworten

DerHarry

Hallo,

Zitat
Tut mir echt leid Harry das Deine Familie so ist :( aber 90% der NAK´ler werden so sein und wenn wir ehrlich sind können wir es ihnen nicht böse nehmen oder? Sie kennen es ja nicht anderst.



nunja, also die Familie liebt ihn natürlich über alles um das mal richtigzustellen, böse werde ich grundsätzlich nur wenn Aussagen gemacht werden die der "gesunde Menschenverstand" von vorneherein als erniedrigend und beleidigend erkennen sollte...

Zitat
Kopf hoch :) und da ich mit behinderten arbeite denke ich das Du weisst was für ein Segen solche Kinder sein können auch wenn viel arbeit und Leid daran hängt.



Das stimmt, ich könnte mir gar nicht vorstellen wie es "normal" wäre, ich muss auch dazu sagen, dass er durch seine Behinderung zwar in akuter Lebensgefahr war und sein Leben lang damit zu tun haben wird, es aber im Alltag so ist, dass es niemanden selbst uns als Eltern praktisch nicht auffällt.

Besonders pikant, einige Zeit vor der Geburt kam überraschend ein AT der NAK bei den Großeltern zu Besuch und versprühte seinen "vorgeburtlichen Segen" - Daumen Hoch, reife Leistung...

Zitat
P.S. Der liebe Gott straft nicht das weisst Du selbst :)



Nein, wieso auch das Kind ist schuldlos (glaube definitiv an keine obskure Erbsünde) - Seit diesem Tag gibt es für mich nur 3 Möglichkeiten:

a.) Es gibt keinen Gott - ok aber wie das Gegenteil nicht falsifizierbar
b.) Es gibt einen Gott, der aber machtlos ist - wow so sinvoll wie Fußpilz
c.) Standard-Gott (allmächtigt usw.) - Dann ist ER von sehr zweifelhaftem Charakter und ich will sicher nichts mit ihm zu tun haben

....

Gruß Harry

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Isa Offline




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20.10.2010 11:43
#12 RE: Die bösen Wünsche der Neiapostolischen Kirch! Zitat · antworten

Lona

Hallo Ihr,

auch ich habe diese Geschichte von der Mutter und ihrem Sohn im GD gehört und ich bin erst 25 Jahre alt. Es ist also durchaus nicht so, dass so etwas nur "früher", also vor ewigen Zeiten erzählt wurde.

Viele Grüße

Lona

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Isa Offline




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20.10.2010 11:44
#13 RE: Die bösen Wünsche der Neiapostolischen Kirch! Zitat · antworten

mogli

sowas schlimmes hab ich selbst nie in der nak gehört, hier aber schon gelesen.
ich meine, dass menschen manchmal merkwürdigkeiten entwickeln in trauersituationen,....gut, aber lieber das kind tod als nicht mehr in der nak???
ob sich sowas eine mutter ausdenken kann???? ich weiß es nicht.
schrecklich, einfach nur schrecklich.

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20.10.2010 11:45
#14 RE: Die bösen Wünsche der Neiapostolischen Kirch! Zitat · antworten

KlausTheodor

Als mein Bruder damals starb (er war 4, ich 6 Jahre alt) trösteten sich die Erwachsenen in meinem Beisein mit den Worten: "Er war halt zu gut für diese Welt."

Also war für mich klar, daß ich schlecht bin - denn sonst wäre ich ja wohl auch gestorben... . Fragen konnte ich niemand, schließlich war allen ja so etwas Schlimmes zugestoßen, da durfte ich mit meinen Kleinigkeiten nicht kommen.

Und ja, ich kann mir vorstellen, daß man auf solche Ideen und Gedanken kommt - Tod als Errettung - und darin (so unglaublich das auch klingt) tatsächlich Trost findet.

Herzliche Grüße aus Absurdistan

KlausTheodor

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Isa Offline




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20.10.2010 11:45
#15 RE: Die bösen Wünsche der Neiapostolischen Kirch! Zitat · antworten

Jula

Beim Konfirmationsgottesdienst meines Bruders (er war 15 ich 17) hörte ich diese unglaubliche "Geschichte". Damals war ich ein wenig schockiert....heute noch mehr. Ich habe diese Geschichte verdrängt und jetzt kommt mir in den Sinn, dass meine Eltern auch so sind!

Mein Mann und ich mussten vor zwei Jahren einen schweren Schicksalsschlag erleiden. Wir waren sehr bedrückt und jeder aus der Familie meines Mann(katholisch) und der Familienseite meiner Mutter(katholisch) versuchten uns in Gesprächen Mut zu machen und zu helfen.
Was fällt aber meinen Eltern ein, als sie vom Schicksalsschlag hören?: "Eigentlich ist das ganz klar, dass das passiert ist, schließlich bist du seit längerem nicht mehr regelmäßig in die Kirche gegangen."

Als ich das hörte, wäre ich ihnen am liebsten an die Gurgel gesprungen.
Erst als andere Verwandte zu diesem Drama Stellung nahmen, dachten meine Eltern etwas nach und ihnen wurde dann erst bewusst was passiert war.

Ich verstehe sowas nicht, wie kann ein GD wichtiger sein, als die Sorgen und Probleme der Kinder!!!!?????

Naja,....so wars bei mir..
Lg Jula

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Isa Offline




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20.10.2010 11:46
#16 RE: Die bösen Wünsche der Neiapostolischen Kirch! Zitat · antworten

mogli

das ist wirklich grausam.
meine mutter hat sich mal was erlaubt.....wir hatten beschlossen samstags zu heiraten, weil dann alle frei haben und ich abends ja noch zur schule ging ( abi nachholen ). ja meiner mutter passte das gar nicht in den kram weil: sonntags gd.
das gespräch fand im auto statt und ich schaute nur noch gerade aus mit tränen in den augen.
zu hause hab ich so geheult und alles......da rief dann meine mutter an um sich bei mir zu entschuldigen. ich weinte dann noch mehr und sie entschuldigt sich noch heute dafür.
da war sowas wie ein alter mechanismus in ihr drin: samstags abends lange aufbleiben und sowas??? geht nicht. also knopf geht runter: das könnt ihr nicht machen. gut, dass sie sich in den letzten jahren echt geändert hat was solche aktionen betrifft.

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Isa Offline




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20.10.2010 11:48
#17 RE: Die bösen Wünsche der Neiapostolischen Kirch! Zitat · antworten

Zitat
......Claudia war 24 Jahre alt, als sie die neuapostolische Kirche verließ und mit ihren Eltern brach. Die hätten es lieber gesehen, ihre Tochter wäre am Tag, bevor sie ihren Glauben verlor, überfahren-und somit gerettet-worden. Und sie warten bis heute noch darauf, dass ihrer Tochter ein Unheil zustösst, als ein göttlicher Beweis, dass Jesus die bestraft, die die Gebote nicht halten. Sie warten seit 20 Jahren und verzeihen der Tochter kein Stück. Und Claudia hat erst jetzt, 2 Jahrzehnte nach dem Ausstieg, das Gefühl, dass die krankmachende religiöse Erziehung die Macht über sie verloren hat."Ich könnte heulen vor Glück, dass ich langsam über dem Berg bin." Aber sie weint nicht und zuckt nicht einmal mit den Mundwinkeln. Sie sagt diesen Satz, als ob sie von einer anderen Person spräche. Und den nächsten auch:" Ich habe in meinem Leben noch keinen einzigen glücklichen Tag erlebt."......


Quelle!

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20.10.2010 11:49
#18 RE: Die bösen Wünsche der Neiapostolischen Kirch! Zitat · antworten

Uncle_Zic

Kann die Quelle nicht öffnen und nicht 'runterladen, Horst. Woran könnte es liegen? Lässt sich Abhilfe schaffen?

Gruß
Uncle Zic

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Isa Offline




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20.10.2010 11:50
#19 RE: Die bösen Wünsche der Neiapostolischen Kirch! Zitat · antworten

Frankfurter Rundschau Magazin vom 25.Nov 00

Die Droge Gott

Glauben kann süchtig machen. Der Entzug ist schmerzhaft und dauert Jahrzehnte.Wer sich von Fundamentalisten wie der Neuapostolischen Kirche lossagt, lebt in ständiger Angst vor der Strafe. Drei Aussteiger erzählen.

Gott ist tot. Seit 4 Jahren. So lange ist es her, dass Olaf Stoffel seiner Gemeinde den Rücken kehrte, mit der neuapostolischen Kirche brach und sich nichts so sehr wünschte als an Gott, den er so lange zu lieben versucht hatte, Rache zu nehmen. An einem Gott, der immer von Liebe sprach, seine Liebe aber an Bedingungen knüpfte. Du sollst nicht tanzen. Du sollst nicht lachen. Du sollst nicht feiern. Ein Gott der das Heil versprach, aber nur für sehr wenige, nur für die, die gehorsam waren, keine Fragen stellten und niemals zweifelten. Für die, die kindlich im Geiste waren. Irgendwann wollte Olaf Stoffel aber kein Kind Gottes mehr sein. Da hatte er dem kleinlichen Gott neun Jahre als Priester gedient. Neun Jahre hatte er die Botschaft verkündigt und von den Gläubigen den gleichen Gottesgehorsam gefordert, den er sich selbst auferlegt hatte. Dann war es genug. Er sagte sich los von der neuapostolischen Kirche und von ihrem Gott, und mit dem Glauben an den grausamen Weltenrichter verlor er die Fähigkeit zu glauben überhaupt."Für mich liegt der Lebenssinn nur noch im Kontakt zu Menschen" sagt er heute. Und darin, anderen zu helfen, aus Sekten auszusteigen.

Darum hat Olaf Stoffel nach seinem Ausstieg in Heidelberg eine Selbsthilfegruppe gegründet:" Wenn Glaube krank macht" Und er hat ein Buch über die Strukturen der Neuapostolischen Kirche geschrieben und gezeigt, dass die fundamentalistische Kirche keineswegs harmlos ist. Seitdem gehören anonyme Drohungen zu seinem Alltag. Aber seitdem rufen ihn eben auch jährlich hunderte von Menschen an, die in der NAK geschädigt wurden. So sehr geschädigt, sagt Stoffel, dass ihr Alltag manchmal noch Jahrzehnte nach dem Ausstieg von der Angst bestimmt ist, Gott werde sie für ihre Untreue strafen. Irgendwann. Spätestens am jüngsten Tag. Um Mitglied einer Schafherde zu sein, muss man vor allem eines sein, ein Schaf, hat Albert Einstein gesagt. Doch von innen sieht so eine Herde ganz anders aus. Da ist das Beten, ist das Befolgen der Gebote, ist die Arbeit in der Gemeinde eine Lust. Was wohl könnte erfüllender sein, als Gottes Willen zu tun und zu einer Elite zu gehören? Bis hin zum Größenwahn: Schon als Kind zu wissen, ich werde errettet, wenn die Welt untergeht -und meine Spielkameraden werden sterben."Man denkt wirklich, man ist was Besseres," sagt Claudia, die vor 20 Jahren aus der NAK ausstieg." Und das ist als Kind wirklich die einzige Möglichkeit, mit der Ausgrenzung zu leben." Eingeweiht sein in Gottes Pläne, sein Komplize sein bei ihrer Verwirklichung, mal ganz abgesehen von der Wirkung ständig wiederholter Glaubensformeln: In einer solchen Sekte entsteht Abhängigkeit, wird Religion zur Sucht. Und der Ausstieg bedeutet auch Entzug.

Im Unterschied zu neureligiösen Gruppen, zu denen suchende und enttäuschte Menschen erst im Erwachsenenalter stossen, sind die Mitglieder der NAK zumeist in diese Kirche hineingeboren. Als Kind indoktriniert, können sie sich nur schwer von dem einmal Geglaubten trennen. Das macht die NAK gefährlich. Erwachsene, die in die Fänge einer Sekte geraten, verlassen die Gruppe zu 80% nach 3 bis 5 Jahren. Wer als Kind in die NAK gerät, hat jahrzehntelang am ererbten Gottesbild zu leiden.

Claudia war 24 Jahre alt, als sie die neuapostolische Kirche verließ und mit ihren Eltern brach. Die hätten es lieber gesehen, ihre Tochter wäre am Tag, bevor sie ihren Glauben verlor, überfahren-und somit gerettet-worden. Und sie warten bis heute noch darauf, dass ihrer Tochter ein Unheil zustösst, als ein göttlicher Beweis, dass Jesus die bestraft, die die Gebote nicht halten. Sie warten seit 20 Jahren und verzeihen der Tochter kein Stück. Und Claudia hat erst jetzt, 2 Jahrzehnte nach dem Ausstieg, das Gefühl, dass die krankmachende religiöse Erziehung die Macht über sie verloren hat."Ich könnte heulen vor Glück, dass ich langsam über dem Berg bin." Aber sie weint nicht und zuckt nicht einmal mit den Mundwinkeln. Sie sagt diesen Satz, als ob sie von einer anderen Person spräche. Und den nächsten auch:" Ich habe in meinem Leben noch keinen einzigen glücklichen Tag erlebt."

Ein glücklicher Tag, das wäre einer ohne Angst. Ohne Angst, dass der Tag des Herrn da ist, dass Jesus kommt und alle gläubigen Menschen mitnimmt in sein Reich. Und sie bleibt allein zurück. So wie es ihr die neuapostolischen Eltern permanent angedroht hatten:"Wenn du nicht artig bist, wird Jesus dich nicht mitnehmen, wenn er kommt." Das war die Grundmelodie in Claudias Kindheit. Wenn die Eltern einmal später als angekündigt nach Hause kamen, hatte das Mädchen panische Angst, Jesus sei gekommen und hätte die Eltern zu sich in den Himmel mitgenommen. Nur sie, die böse Tochter hätte er zurückgelassen.

Ein Gotteskind zu sein, darauf kam alles an in ihrer Kindheit. Denn daran hing viel. Und darum erzählt man in der Vorsonntagsschule der NAK den Kindern Geschichten wie diese:"Martin war kein Gotteskind. Er ist nie in die Kirche. Stellt euch vor, er hat auch nie gebetet! An einem schönen Sommertag hat er mit seinen Freunden draußen Fußball gespielt. Plötzlich ist der Ball auf die Straße gerollt(...)Ein Auto hat nicht mehr bremsen können und hat ihn überfahren. Martin war tot. Seine Seele-das Innere- ist an einen ganz dunklen Ort gekommen. Da war es nicht schön. Martin hat dort nie heraus können," Eine seltsame Verquickung von Drohbotschaft und Frohbotschaft. Du wirst gerettet, wenn Gott dich liebt. Aber er liebt dich nur, wenn Du brav bist. Claudia bringt die Gefühlswelt ihrer Kindheit auf eine ernüchternde Formel:" Es wurde immer von Liebe geredet, und ich habe immer nur Angst gehabt."

Der Glaube ist tot, und das Gebet hilft nicht mehr. Auch wenn sich Claudia bei paradoxen Stoßgebeten ertappt: Gott, lass mich doch von Dir loskommen! Was bleibt, ist nur noch das Gespräch mit anderen Menschen, die Ähnliches erlebt haben. Mit der Frage, ob sie noch glauben können, gehen die Mitglieder der Selbsthilfegruppe behutsam um. " Ob ich noch glaube, nein, da ist nichts mehr", sagt Eva. Nicht gerade froh über die Erkenntnis. Und Annemarie gerät beinahe ins Stottern:"Wie? Ohne Gott?? Nein, nein, das wäre ja schrecklich!"

Außerhalb der Gruppe versteht ohnehin kaum einer, was für ein Verlust das ist, ohne Gott weiterleben zu müssen. Und ihn doch nicht ganz loszuwerden, seine Verbote, seine Lockungen. Wie erklären, dass man froh ist, Gott los zu sein und sich doch über sein Verschwinden nicht freuen kann. An einer Frage zu verzweifeln, die sonst doch noch kaum einen interessiert. Gott?

Nur noch das halbe Leben vor sich zu haben und ein ganzes nachholen zu müssen: Mit 44 Jahren hat Olaf Stoffel seinen ersten Tanzkurs begonnen."Was andere in der Pubertät erleben, das erlebe ich jetzt," sagt er. Und der Zorn steigt in ihm hoch über all die verschenkten Jahre, die ihm keiner mehr zurückgeben kann."Dieses schreckliche Gefühl, das Leben verplembert zu haben,"für eine menschenverachtende Lehre.Das Gefühl, dass es sich jetzt gar nicht mehr lohnt, jetzt noch mit dem Leben anzufangen. Mit einem neuen Leben. Doch dazu muss erst das alte abgeschüttelt werden. Irgendwann muss es doch einmal aufhören.

Doch es hört nicht auf. Wolfgang war 43 Jahre in der NAK und ist seit 5 Jahren draußen. Ein souveräner Mann, mit fester Stimme und klarem Blick. Einer, der von seiner Religion überzeugt war bis ins winzigste Detail. Der seinen Kindern verbot, sich zu Karneval zu schminken, weil Jesus sie sonst nicht erkennen könne, wenn er kommt."Das habe ich meinen Kindern gesagt und dafür schäme ich mich heute noch. Aber ich habe geglaubt, dass das Sünde ist. Für mich war das der 100% der richtige Glaube." Jahrelang hat er die Treffen der Gruppe besucht, hat an sich gearbeitet und lange keine Angstattacken mehr gehabt. Fünf Jahre auf Entzug von der Droge Gott."Ich dachte, ich bin clean." Doch vor ein paar Tagen, erzählt er, hatte er wieder starke Ängste."Ich werde es nicht los.

Die Trennung von der Sekte ist auch ein Abschied von einem sicheren Weltbild. Wer soll künftig die Stelle Gottes und seiner Stellvertreter einnehmen, sagen, was richtig und falsch ist, was gut und böse? "Ein Mann mit einer Uhr weiß immer, wie spät es ist. Einer mit 2 Uhren ist sich nie sicher." Sagt der Psychologe Werner Gross, der sich seit Jahren mit religiösen Sondergruppen und Psychokulten beschäftigt. Er beschreibt Religiosität etwa dann als pathologisch, wenn das drohende Unheil weit mehr Raum einnimmt als das verheissene Heil, wenn die Gruppe sich nach außen abschottet und in Schwarz-Weiß-Mustern denkt.

Ob jemand an Gott krank wird, hängt jedoch stark von seiner Lebensgeschichte und seiner augenblicklichen Situation ab. Glauben kann auch in der katholischen und lutherischen Kirche krank machen. Allerdings sind dort die religiöse Botschaft und die Strukturen weniger darauf ausgerichtet, Menschen in totale Abhängigkeit zu bringen. Aber auch die Verführungskünste extremer Sekten sollte man nicht überschätzen, meint Gross. " Nicht jede Sekte kann jeden beliebigen Menschen in íhre Fänge bringen." Aber in bestimmten Menschen lösen die Versprechungen einer bestimmten Gruppe ein starkes Echo aus. Und wenn solch ein Mensch in der religiösen Lehre nicht mehr ein Bild für die Welt sieht, sondern die Welt selbst, dann verliert der Glaube die heilende Kraft, die er eigentlich hat.

Die Zeugen Jehovas sind es, die Ingrids Welt durcheinander brachten. Bis vor einem Jahr hätte Ingrid nicht gedacht, dass sie das einmal betreffen würde. Gott-gleich welcher Auffassung-spielte in ihrem Leben bisher nur eine Nebenrolle, und über die Zeugen Jehovas hat sie nicht einmal gelacht. Das war alles so ausserhalb ihrer Welt, in der es leidlich vernünftig zugeht, wo sich alles dreht um Beruf, Freunde und Familie. Mit 2 Kindern, 6 und 10 Jahre alt,hat sie andere Sorgen als den jüngsten Tag und die Ewigkeit. Und nun sitzt sie da, in der Heidelberger Selbsthilfegruppe, und muss berichten, dass ihr Mann bei den Zeugen Jehovas einen neuen Lebenssinn entdeckt hat. Dass für ihn nichts anderes mehr zählt. Total fromm, von null auf hunderfünfzig in nicht einmal 10 Monaten.

19 Jahre war sie mit dem Mann verheiratet, und nun hat sie einen völlig Fremden in ihrem Haus. Einer, der den Wachturm liest und dem Bibelstunden und Seelenheil wichtiger sind als die eigenen Kinder. Erst hielt sie das alles für harmlos, für eine vorübergehende religiöse Umnachtung gewissermassen, ließ ihn gewähren und akzeptierte, dass er nichts darüber erzählen wollte."Und dann lag plötzlich der Wachturm in der Küche", sagt sie, wie jemand, der einen schlechten Traum erzählt, einen, der einfach nicht wahr sein kann.

Doch wie überzeugt man einen Süchtigen, dass er gerade dabei ist, sich selbst zu schaden? In dieser Phase überhaupt nicht, meint der Aussteiger Olaf Stoffel:"Die Zeugen Jehovas sind jetzt seine Brüder. Die verstehen ihn. Und zu Hause versteht man ihn nicht mehr." Bei Argumenten wird sich der neue Zeuge Jehovas verschliessen. Je mehr Argumente auf ihn einstürmen, desto mehr verweigert er sich.

"Ich kann das alles nicht begreifen"sagt Ingrid über die Wandlung ihres Ehemannes. Wenn man als Kind da hineingerate, nun gut. Aber als erwachsener Mann?"Mir könnte das nicht passieren, dass ich eines Tages mit dem Wachturm in der Hand in der Fussgängerzone stehe."D och irgendetwas muss ihrenMann, diesem erwachsenen Menschen , Mitte vierzig, heineingezogen haben in die Sekte." Er ist sehr religiös erzogen worden, vielleicht hat ihm da etwas gefehlt in unserer Ehe," sagt Ingrid.
Der Sekten - Gott ist nicht tot, er ist zu neuem Leben erwacht. Der Gott der NAK hat schon einen Nachfolger, ähnlich klein und klein machend. Wieder einer, der nur ein paar Getreuen rettet und die restliche Menschheit in die Kelter schickt, wo sie dann zerquetscht werden. Ein Gott, der wieder nur eine Fratze ist. Ein Zerrbild des Christlichen. Ein Dämon -Von außen betrachtet.
(Markus Brauck)

Supermarkt der Sekten

Vielleicht gibt es in Deutschland bald einen eigenen Religionsunterricht für die Zeugen Jehovas an staatlichen Schulen, und womöglich sitzen Vertreter der Sekte bald in den Rundfunkräten: Noch vor Weihnachten wird das Bundesverfassungsgericht entscheiden, ob die Zeugen Jehovas den Status der Körperschaft des öffentlichen Rechts einfordern können, Das Urteil hat dann weitreichende Bedeutung. Siegt die Sekte vor Gericht, stehen am nächsten Tag vermutlich Scientology, das Universelle Leben, die Transzendentale Meditation und Vertreter anderer Kulte auf der Matte, um die gleichen Privilegien einzufordern.

Der Markt der Sekten, Psychokulte und Sondergemeinschaften ist schier unübersehbar und außerordentlich wechselhaft, sagt Lutz Lemhöfer, Weltanschauungsbeauftragter des Bistums Limburg. Rund 300 solcher Gruppen sind in Deutschland aktiv. Nach Schätzungen von Experten sind 1,2 bis 1,5 Millionen Deutsche Anhänger einer Sekte oder eines Psychokults.
Der Sektenbegriff hat sich dabei in den vergangenen Jahren stark gewandelt. Wer heute über die Gefahren von Sekten spricht, meint in der Regel eine Gruppe mit einer autoritären Binnenstruktur, einer scharfen Abgrenzung nach außen und einem weit bis ins Private reichenden Zugriff auf die Mitglieder. Lemhöfer spricht daher von einem ethischen Sektenbegriff:"Die öffentliche Angst vor Sekten ist die Sorge vor Ausbeutung, Abhängigkeit und totalitärer Kontrolle."
Die meisten Mitglieder haben immer noch die Sekten mit christlich-fundamentalistischer Lehre und eigener Offenbarung, die gegen Ende des 19.Jh. entstanden sind. Am bekanntesten sind die Zeugen Jehovas (in Deutschland 168000 Mitglieder), die sich als das wahre Volk Gottes sehen und glauben, als einzige die apokalyptische Endschlacht(Harmagedon) zu überleben. Die größte Gruppierung ist die Neuapostolische Kirche, die bereits als Körperschaft des öffentlichen Rechts anerkannt ist. Sie tritt nach außen als harmlose Freikirche auf. Aussteiger klagen jedoch über außerordentliche autoritäre, krank machende Strukturen. Weiter gehören zu diesem Spektrum die Mormonen (39000 Mitglieder) und einige-keineswegs alle- Pfingstler.
Neugründungen dieses Typs gibt es auch heute: Die Vereinigungskirche des Koreaners Sun Myung Moon(2000 Mitglieder) und die Sekte Universelles Leben (40000 Anhänger) entstanden in den 70-er Jahren.

Eine 2. Gruppe bilden Guru Sekten, die sich aus hinduistischen und buddhistischen Strömungen speisen. Am bekanntesten ist immer noch die Internationale Gesellschaft für Krishna Bewusstsein(2000 Anhänger) Viele solcher Bewegungen wie die Transzendentale Meditation ™ des Maharishi Manesh Yogi treten heute nicht mehr als geschlossene Sekte in Erscheinung, sondern eher mit Seminarangeboten auf dem Psychomarkt. Der Verbreitung der TM-Lehre dient auch die Naturgesetz-Partei. Eine säkularisierte Spielart der Erlösung bieten Psychokulte an, die versprechen das Mängelexemplar Mensch zu einem vollkommenen Wesen zu entwickeln. Der aggressivste Anbieter: Scientologiy. Weiter gehört zu dieser Palette im religiösen Supermarkt Landmark Education, die den Durchbruch zu einem neuen Menschen offeriert; das Avatar Training, das grenzenloses Bewusstsein hervorbringen soll. Und das Zentrum für experimentelle Gesellschaftsgestaltung verspricht befreites Menschsein durch befreite Sexualität.
Zur Zeit nehmen auf dem Psychomarkt Einflüsse aus dem Spiritismus zu. UFO-Gruppen bieten Kontakte zu Außerirdischen an; neuheidnische Gruppen wollen die germanische Naturreligion wiederbeleben-Hexentreffen und Runenkunde inklusive.
(mab)

Ich hoffe, so geht es nun zicco!

LG Isa

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„Omnia vincit amor, et nos cedamus amori.“ - Vergil

Isa Offline




Beiträge: 5.158

20.10.2010 11:52
#20 RE: Die bösen Wünsche der Neiapostolischen Kirch! Zitat · antworten

Uncle_Zic

Merci, isa!

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