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Dieses Thema hat 85 Antworten
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 Der Einstieg zum Ausstieg!
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gug ( gelöscht )
Beiträge:

26.05.2013 17:18
#21 RE: Kommt man jemals wirklich los von der NAK Zitat · antworten

Ulrich Handte, das sind wundervolle Arbeiten!

Wär schön, wenn du wieder Muße finden könntest und dir für dich wieder schöne Sachen ausdenkst, die du gern tust!

Engelchen Offline




Beiträge: 6.332

26.05.2013 17:21
#22 RE: Kommt man jemals wirklich los von der NAK Zitat · antworten

Ich schließe mich Lorenz und gug an! Toll, was Du da gezaubert hast, Ulrich.

Mit Speckstein wird auch in Therapien erfolgreich gearbeitet.

-------------------------------------------------
Bin BVB-Fan und das ist gut so!

Vezelay Offline



Beiträge: 456

26.05.2013 18:26
#23 RE: Kommt man jemals wirklich los von der NAK Zitat · antworten

Zitat von lorenzolo im Beitrag #17

Holzmaden + Schieferklopfen ist auch nicht "abendfüllend".


...ok, ist nicht für jeden Abend. Aber ich war mehrmals mit meinem Vater in einem Steinbruch in Holzmaden, der einmal im Jahr für eine Stuttgarter Mineraliengesellschaft geöffnet wurde - und da konnte man an erwachsenen Menschen sehen, wie die sich begeistern konnten - aber hallo! Überall im Bruch klopfte und hämmerte es und wir haben zu viert ganze Schieferplatten aufgestellt und gespalten. Ein Stuttgarter Sammler peitschte uns an, er wolle uns die Belemnitenschicht zeigen - während sich seine Stimme überschlug. Also das war Begeisterung pur.....

Vezelay Offline



Beiträge: 456

26.05.2013 18:40
#24 RE: Kommt man jemals wirklich los von der NAK Zitat · antworten

Zitat von Ulrich Handte im Beitrag #18

...nicht erklären, warum mir die Überlegungen zu einer Neu-Ausrichtung so schwer fallen. Ja die, Entscheidungen zu treffen, für Hobby's, oder einfach zu Tätigkeiten die mir auch noch im Alter nach dem Arbeitsleben als Sinnvoll erscheinen. Was Ich von mir sagen kann ist, das was Ich gemacht habe, meist Herzblut mit eingeflossen ist.


Hallo Ulrich,
ein Versuch, es vielleicht zu erklären: in meiner letzten Beziehung fehlte mir der intellektuelle Austausch meine Themen betreffend. Mit der Zeit "tickte" ich so, dass ich mir wöchentlich mehrere Bücher kaufte - bereits mit der Gewissheit, diese zeitlich gar nicht lesen zu können. Dennoch war dies wohl für mich eine Möglichkeit, mich mit neuen Themen zu befassen. Nachdem die Beziehung (leider) beendet war, ging auch die Anzahl der bestellten Bücher zurück. Ich sehe den Buchkauf heute als Ausgleich für ein nicht ausgefülltes Thema in mir...

Vielleicht war es bei Dir mit den Steinen ähnlich - ob nun als Fossiliensammler, das Interesse an Speckstein oder Tonen. Aber es hat dir gut getan - die Beschäftigung mit den Materialien füllte in dir etwas aus - ob man das nun als "Beschäftigungstherapie" oder Ausgleich oder wie auch immer sehen mag oder kann, kann ich nicht beurteilen.

Auf jeden Fall sind Deine künstlerischen Arbeiten sehr kreativ und gelungen - allein schon auf die Ideen (Pfahl im Fleisch) zu kommen, zeigt doch, dass Du dafür ein Faible hast. Warum also nicht weiter ausbauen - ohne Stress, nur für Dich...oder denkst Du, dass die "Zeit der Specksteine" für Dich abgeschlossen ist?

Asterix Offline



Beiträge: 5

26.05.2013 22:42
#25 RE: Kommt man jemals wirklich los von der NAK Zitat · antworten

@vezelay

Zitat:Warum also sitze ich an einem Sonntag Vormittag vor dem PC, um hier zu schreiben?

Vielleicht auch darum, damit ich heute Abend Ihren Beitrag/Beiträge lesen konnte. Es ist erstaunlich, wie weit meine Erfahrungen, Gedanken und Gefühle mit Ihren übereinstimmen.
Darum - Danke für Ihre Beiträge - mir hat es wieder einmal geholfen. Ich merke, meine Familie und ich, wir sind nicht allein.

Eines, so habe ich in diesem Zusammenhang gerade heute Abend noch mit meiner Frau ausgetauscht, bleibt als "Damokles-Schwert" über uns hängen.
Da wir noch einen Teil unserer Familie in der NAK haben, werden irgendwann Trauerfeiern anstehen (zwei Verwandte sind Mitte 90 !). Mit all den NAK-spezifischen Facetten, mit viel Scheinheiligkeit und versteckten Rückkehr-Apellen etc. Davor haben meine frau und ich, ganz ehrlich , nicht nur einfach Sorgen. Nein, da ist eine gewisse Angst da.

Ist man allein, kann man austreten und über die Patientenverfügung festlegen, wer und wie man beerdigt wird. Es besteht zumindest die Chance, für immer "loszukommen".
Hat man aktive NAK-Verwandtschaft, und auch noch enge (Eltern, Geschwister) ist das fast ausgeschlossen. Es bricht immer wieder was auf. Nicht nur auf Familienfeiern, wo sich einem oft der Magen umdreht, sondern leider auch beim letzten Geleit.

In diesem Sinne - herzliche Grüße aus dem Norden Deutschlands...

ruthie Offline




Beiträge: 176

27.05.2013 00:28
#26 RE: Kommt man jemals wirklich los von der NAK Zitat · antworten

ulrich, du bist echt ein kuenstler und deine arbeiten sind wunderschoen. ich wuensche dir, dass deine liebe zu diesem hobby neue fluegel bekommt und du dich wieder dran machst.


Zitat von Asterix im Beitrag #25

Da wir noch einen Teil unserer Familie in der NAK haben, werden irgendwann Trauerfeiern anstehen (zwei Verwandte sind Mitte 90 !). Mit all den NAK-spezifischen Facetten, mit viel Scheinheiligkeit und versteckten Rückkehr-Apellen etc. Davor haben meine frau und ich, ganz ehrlich , nicht nur einfach Sorgen. Nein, da ist eine gewisse Angst da.



hallo asterix,

sehr gut kann ich nachfuehlen, was du/ihr dabei empfindet. die angst hat sich bei mir, nach so vielen jahren abstand zu der nak, in luft ausgeloest und ich kann ehrlich sagen 'ich stehe da drueber'. solange ich damit probleme hatte, versuchte ich, meine ohren auf durchzug zu stellen, meine emotionen (nak) abzuschalten. immer gelingt das nicht, aber immer oefter. also nicht verzagen, asterix. mit der zeit wird alles einfacher.

Zitat von Asterix im Beitrag #25


Ist man allein, kann man austreten und über die Patientenverfügung festlegen, wer und wie man beerdigt wird. Es besteht zumindest die Chance, für immer "loszukommen".
Hat man aktive NAK-Verwandtschaft, und auch noch enge (Eltern, Geschwister) ist das fast ausgeschlossen. Es bricht immer wieder was auf. Nicht nur auf Familienfeiern, wo sich einem oft der Magen umdreht, sondern leider auch beim letzten Geleit.



diese chance hat man auch, wenn verwandtschaft noch mitten in der nak drin steckt. es ist moeglich, von diesem verein loszukommen. es bricht immer mal wieder auf, das stimmt. und das ist auch gut so! die nak ist und bleibt ein teil unseres lebens. man lernt aber, damit umzugehen.
austreten war fuer mich persoenlich ganz wichtig, ich wollte nicht mehr bei der nak im kirchenbuch stehen. ich empfand das als eine luege. es war sehr befreiend, der austritt...
ihr duerft auch festlegen, wie ihr mal beerdigt werden wollt, es ist eure beerdigung. ob ueber patientenverfuegung oder testament, oder auch nur den kindern sagen/aufschreiben, was der letzte wille ist - es ist eure entscheidung. wir haben das geregelt, das duerft ihr auch. die familie (also eltern/geschwister) hat da nichts zu sagen dazu.

ein gesunder egoismus ist angesagt, denkt an euch zuerst. was die anderen denken - ist zweitrangig. es ist euer leben - eure entscheidung - und genau das muss respektiert werden, auch und grade von der familie. wir respektieren ja ihre entscheidung (nak)auch.

herzliche gruesse nach norddeutschland (mein mann kommt von da oben :-) )

--------------------------------------------------

„Und es kam der Tag, da das Risiko, in der Knospe zu verharren, schmerzlicher wurde als das Risiko, zu blühen.“

Anaïs Nin

Lily Offline




Beiträge: 1.387

27.05.2013 08:14
#27 RE: Kommt man jemals wirklich los von der NAK Zitat · antworten

Zitat
...
Was mich aber wirklich interessiert ist:
Schafft man es tatsächlich so ganz von der NAK loszukommen
...
Ich frage mich, warum interessiert es uns so stark, auch jene die schon lange raus sind, was die NAK heute macht.

Eigentlich müsste man doch alle Brücken hinter sich abbrechen können und dem Thema NAK keine Aufmerksamkeit mehr schenken.
...


Dann versuche ich auch mal meine Gedanken dazu aufzuschreiben.

Mein erster Gedanke war, meine Familie ist doch zum Teil noch drin! Wie könnte ich da komplettt von der NAK loskommen? Mein Mann geht noch (fast) regelmäßig, meine Tochter mit ihrem Mann und unseren Enkeln.. Solange sie alle sich darin noch engagieren und ihr Leben mehr oder weniger nach der NAK ausrichten, solange werde ich nicht von der NAK loskommen und weiter beobachten.

Doch ich muss wohl vor mir selber zugeben, dass ich wahrscheinlich trotzdem weiter an ihr "kleben" würde, auch wenn ein Teil meiner Familie da nicht mehr hinrennen würde. Diese Kirche war eben einfach den größten Teil meines Lebens da, hat mich beeinflusst, hat mir einen Teil meiner Selbstständigkeit genommen usw. Hat die ganze Lebensführung beeinflusst. Hat Zeit geraubt. Hat Einsamkeit verbreitet. Hat Selbstzweifel und Selbstanklage bewirkt. Diese Liste könnte ich weiterführen, brauche ich aber nicht, ihr werdet selber wissen, was alles noch.

Wenn ich sehe, wie die NAK weiter macht, immer weiter macht, sich dreht und wendet, wie die ganze NAK ein "schwankendes Rohr" geworden ist, ach was, sie war es schon immer, ich habe es nur erst sehr spät gemerkt, nun diese komplette Gefühlspackung die sich bei mir auftut, wenn ich all das sehe und beaobachte, muss ja auch irgendwie verarbeitet werden. Das kann ich nicht einfach beiseite schieben, ins Ablagefach NAK und Klappe zu. Noch nagt es und bohrt und fordert Aufmerksamkeit. Ob es je aufhört, das kann ich nicht beantworten.

Aber muss es denn aufhören? Es darf weniger werden, das ja. Es sollte nicht mehr so präsent sein das Gefühl, der Wunsch, dass die NAK von der Bildfläche verschwindet.

Ihr habt es sicher auch schon mehrfach gehört von NAKlern, diese Frage, wenn du doch raus bist, warum beschäftigst du dich noch damit? Häufig mit einem gehässigen Unterton versetzt. Mir gibt so eine Anspielung immer einen Stich, vor allem wenn ich da grad nicht drauf vorbereitet war, weil ich erstmal nicht zu antworten weiß und befürchte, der Fragesteller könnte Recht haben. Dabei ist es doch sicher auch nur eine Frage des Unverstandes der Aktiven. Natürlich ist es völlig normal, sich mit etwas, was ein Leben so stark beeinflusst hat auseinanderzusetzen! Diese Frage/Feststellung der NAKler ist doch auch nur so eine Spitze, die treffen soll.. Ich erlebe es bei meinem Mann ja auch. Leider. Wir erleben nach manchen Höhen und Tiefen der letzten Jahre mittlerweile eine "gute" Zeit miteinander. Wir verstehen uns gut, kommen gut miteinander aus ( meistens ) und ergleichen mehr. Doch wenn ich auch nur irgendwie negativ das Thema NAK berühre, kommen sie, diese Spitzen, diese Redewendungen.. vielleicht können sie nicht anders? Dann stehe ich oft da und denke nur, hä? Was ist denn nun? Sind wir erbitterte Feinde? Aber das ist vielleicht ein anderes Thema.

"Kommt man jemals wirklich los von der NAK?" Ich glaube nein, das kommen wir wohl nie so ganz.

Wobei es da auch auf die Intensität ankommt, mit der wir uns, ich mich mit dem Thema auseinander setzen. Und da vermute ich mal, dass wir "Foris" eh ganz spezielle Leute sind. Wo sind sie denn die tausende anderen Aussteiger? EIgentlich müsste dieses Forum ja nur so platzen! Aber nein, neben unzähligen stillen Mitlesern tummeln sich hier oft nur ein paar Hände voll, einige sogar in mehreren Foren, andere nur hier oder dort.. aber die Massen sind es nicht. Also muss es doch genug Aussteiger geben, die sich anders mit dem Thema auseinander setzen. In meiner Verwandtschaft gibt es einige, die sind auch schon seit Jahren, Jahrzehnten raus. Mit denen habe ich so gut wie noch nie darüber gesprochen. Ich weiß es einfach nicht, wie sehr sie dieses Thema noch beschäftigt. Schade eigentlich.

Wir, die wir uns in Foren aufhalten, haben unsere eigene Art zu verarbeiten, oder? Die meisten von uns lesen sehr viel, wir sind neugierig, holen uns Lektüren zu jedem neuen "Fall" usw. Das machen ganz viele Ehemalige gar nicht. Ich weiß nicht warum. Das bezieht sich natürlich nicht nur auf Aussteiger. Das findet sich in alles Bereichen wieder. Selbst bei der HSF im nw sind es immer diesselben die schreiben.

Hier wurde in den vorangegangenen Beiträgen mehrfach gepostet, dass die Aussteiger die fröhlicheren Menschen sind, bzw. dass man nach dem Ausstieg erst "besser drauf" sein konnte. Meiner Meinung nach kann man aber auch das nicht pauschalisieren, denn es kommt sicher auf den Einzelnen an. Wenn ich nicht gelernt habe mein Leben zu genießen, weil ich es nicht durfte, dazu noch die Angst in einen gelegt wurde vor "der bösen Welt", dazu die Erziehung nicht nur in der Kirche sondern auch ganz speziell in der Familie darauf gelegt wurde, dass man anders ist.. das man eine gewisse Angst vor anderen Menschen hat, und dergleichen ähnliches mehr, kann auch nach dem Ausstieg vieles schwer bleiben. Ich erlebe das oft so. Natürlich gibt es jetzt ganz viel, was einfacher ist, wo ich denke, mannomann, hast du es dir damals schwer gemacht (machen müssen)! Es gibt so viele Situationen, wo ich glücklich bin, dass es heute so ist, wie es ist. Und doch, da ist noch so viel in mir und um mich, das belastet. Dann wünsche ich mir so sehr, doch NIEMALS in meinem Leben Kontakt mit dieser Kirche/Sekte gehabt zu haben. Aber leider..

Ich stelle auch fest, dass NAK und NAK zweierlei ist. Da ist zum einen die Institution NAK. Das worüber wir hier schreiben, Themen um die KL, den Katechismus, die Geschichte der NAK bis heute, die Vorfälle, die Ungeheuerlichkeiten. Und da ist dann die ehemalige Gemeinde, die Menschen, die ich kenne aus der NAK, oder die Verwandten, die noch drin sind. Das sind ganz ordentlich 2 Paar Schuhe geworden für mich. Durchaus mit Parallelen und Berührungspunkten, klar, liegt in der Natur der Sache. Das ganze ist manchmal ein Phänomen, ich schaue die Leute an und denke, Hallo? Merkt ihr es nicht? Und dann denke ich auch oft, wenn die wüssten, was ich hier manchmal schreibe, sie würden mich vielleicht nicht mehr mit dem A.... angucken? Aber vielleicht auch nicht, vielleicht wissen sie ja bereits darum? Schon eigenartig.

Ich bin neugierig. Ich will wissen, wie es mit dieser NAK weiter geht in den nächsten Jahren. Ich will wissen, ob meiner Familie auch irgendwann die Augen aufgehen. Wie alles wird. Nein, ich denke nicht, dass ich jemals wirklich loskommen werde von der NAK.

Aber das ist doch auch gut so. Wenn alle vergessen könnten und verdrängen würden und niemand mehr darüber spricht, würde wieder eine neue gefährliche Grundlage für neue gefährliche Manipulationen gelegt.

gug ( gelöscht )
Beiträge:

27.05.2013 09:16
#28 RE: Kommt man jemals wirklich los von der NAK Zitat · antworten

Zitat
Aber das ist doch auch gut so. Wenn alle vergessen könnten und verdrängen würden und niemand mehr darüber spricht, würde wieder eine neue gefährliche Grundlage für neue gefährliche Manipulationen gelegt.



Das unterschreibe ich auch!

Vezelay Offline



Beiträge: 456

27.05.2013 23:50
#29 RE: Kommt man jemals wirklich los von der NAK Zitat · antworten

Zitat von Asterix im Beitrag #25

Vielleicht auch darum, damit ich heute Abend Ihren Beitrag/Beiträge lesen konnte. Es ist erstaunlich, wie weit meine Erfahrungen, Gedanken und Gefühle mit Ihren übereinstimmen.
Darum - Danke für Ihre Beiträge - mir hat es wieder einmal geholfen. Ich merke, meine Familie und ich, wir sind nicht allein.


Dankeschön, das freut mich sehr - das Kompliment gebe ich an alle hier in der Runde weiter, denn dieses Forum lebt von den Beiträgen vieler. Der Gedanke hinkt zwar - aber während wir früher in der Weinbergsarbeit das letzte Schaf um Mitternacht suchten, die letzte Seele - so ist es eben heute, dass man mit den Beiträgen hier im Forum, den einen oder die andere vielleicht dazu anregen kann, über die NAK nachzudenken und dem tiefeigensten Denken und der ureigenen Gefühlswelt hinsichtlich des Glaubens, der Lehre und dem NAK-Alltag nachzuspüren (...wobei der Vergleich mit dem letzten Schaf hier bitte aussen vor bleibt...)

Ich erinnere mich an meine Zeit in der NAK, als ich zwar bereits im Amt war, aber doch mehr als Mitläufer, seinen "Glaubenswagen" auf die Schienen gesetzt, einer unter vielen, die auf vorgegebener Spur ihre Lebensbahn zogen - glaubenstechnisch nicht mehr denkend, da war nichts pulsierendes, frisches, begeisterndes. Angefangen hat es mit nächtlichen Unterhaltungen vor der Kirchentüre mit Gleichaltrigen, die ebenfalls aufgebrochen waren und eine Türe in mir öffneten, die mich mit Fragen und Gedanken konfrontierten, die ich nicht beantworten konnte - ich aber den Anspruch an mich hatte, diese beantworten zu müssen, für mich. Und so wachte ich auf...auch wenn ich mich danach mit Büchern evangelischer Theologen befasste, die mir ihren Glauben vorstellten, der weitaus unkomplizierter und "blumiger", dennoch wahrhaftiger war, so waren es doch immer die Impulse von aussen, die neue Gedanken und Überzeugungen in mir wachsen liessen, die mir echte Solidarität zeigten, die mich unverkrampft und offen, als Persönlichkeit aufnahmen, vorbehaltlos akzeptierten und ein Stück meines Weges begleiteten. Diesen Menschen begegnet zu sein, dafür bin ich sehr dankbar...

Es ist mir ein Anliegen, von dem "zu Zeugen", was ich in den Jahren meines Ausstiegs an positivem erlebt habe und dass es viel mehr Gewinn bringt, seiner Wege zu gehen als einer vorgelegten Spur ein Leben lang zu folgen, ohne diesen Weg wirklich bewusst gegangen zu sein und gelebt zu haben - und an der Ankunft und am Ziel schlichtweg zu zweifeln. Ich bin mittlerweile der felsenfesten Überzeugung, dass die NAK sich mehr und mehr von ihrer eigentlichen Vorgabe entfernt - da helfen auch keine Feiern und die Rückbesinnung auf "150 Jahre NAK"....und wer an der NAK zweifelt, wer gravierende Divergenzen zwischen seinem tiefinnerstem Denken und dem doch so als "lebenswert" verkauftes Dogma der NAK an sich entdeckt, dem wünsche ich nach einer Phase der inneren Überlegung den gereiften Entschluss, die NAK mit ihren Täuschungen und Unwahrheiten verlassen zu können. Es geht dabei in diesem Forum nicht darum, zum Ausstieg aufzufordern, zu überreden, auch nicht zu überzeugen - wer das macht, der frage sich bitte um seine Verantwortung gegenüber anderen. Wenn aber der selbst erarbeitete und gewollte Entschluss des Ausstiegs durch die Beiträge hier unterstützt wurde, dann ist das ein großer Erfolg, den man in aller Bescheidenheit und Achtung als "Glücksbaustein" vermerken darf.

Eisblume Offline




Beiträge: 3.396

28.05.2013 06:53
#30 RE: Kommt man jemals wirklich los von der NAK Zitat · antworten

Danke Vezelay,

es ist mir bewusst, dass sich inzwischen aufmerksam gewordene Mitglieder der NAK 'gezwungen' fühlen könnten oder sich vielleicht von so viel geballter Kritik genötigt sehen (wollen), an ihrem so geliebten Glauben an die NAK, manchmal sogar an ihrem NAK-Gott zu zweifeln.
Dass sie den Menschen auch böse deswegen sein wollen, weil sie diese 'plötzlich' auftretenden und dann auf einmal mächtigen Zweifel in ihnen säen.

Der Satz ist auf viel anwendbar: "Wenn viele etwas anzweifeln, muss doch was dran sein, oder?" Ja, kann es, muss aber nicht und für jeden gibt es eine eigene Wahrheit, die aber noch nicht einmal jeder für sich erfahren will, auch das muss akzeptiert werden.

Es liegt in jedem selbst, ob er brav der NAK-Doktrin folgt "Gift probiert man nicht!" und sich tunlichst von jeglicher Kritik an der NAK fernhält, oder doch einmal in sich fühlt, ob die Seele sich mit und in der NAK überhaupt gut oder nicht doch oft schwer wie ein Stein anfühlt.

Wenn ich z.B. sage, die NAK in sich ist verlogen, so ist das meine Überzeugung, erlangt durch ungezählte entsprechende persönliche Erfahrungen mit ihr. Meine Seele ist sehr viele und wichtige Jahre auf falsches geprägt worden. Ich bin nicht nur menschlich enttäuscht worden. Wenn es doch "nur" das zwischenmenschliche Geplänkel gewesen wäre, was mich regelrecht weglaufen liess... nein, es ist der systematische seelische Zerstörungswille im Namen der neuapostolischen Kirche gewesen, den ich gefühlt und erlebt habe.

Ich klage das System NAK an, in dem sich viele Menschen bewegen, die ganz lieb und nett sein mögen, jedoch durch ihr Verhalten das System stützen und halten... und ernähren, also ist kein Opferer 'unschuldig', sondern Förderer dieses Systems, dem ich auch einmal angehörte.
Aber sicher ist das ein Vorwurf, den die neuapostolischen Mitglieder sich sehr wohl gefallen lassen müssen.

Keine Ahnung, ob ich einmal eine völlige Souverenität in mir gewinnen kann, zu sagen, schön, dass Du oder Du neuapostolisch bist und das gern bleiben willst, ohne den Kopf darüber zu schütteln und zu denken, Mitleid deswegen empfinden zu müssen. Noch fällt mir der Gedanke daran recht schwer, die Gleichgültigkeit hat mich noch nicht gefunden. Es ist gar nicht so einfach, zu akzeptieren, wie verschieden Menschen denken und handeln und dass gar nicht viele oder gar alle dieselben Gedanken und Empfindungen im gleichen Punkt haben, wie hier... am 'Beispiel' ... NAK.

Ich könnte es ja mit einer Liederzeile eines NAK-Liedes bewenden lassen:
"Zu lernen bleibt noch unser'n Seelen viel..." und das stimmt sogar!

Aber vergessen? Nein.


Eisblume.

__________________________________________________
Jeder Tag ist ein kleines Leben,
jedes Erwachen eine kleine Geburt,
jeder frische Morgen eine kleine Jugend,
und jedes zu Bett gehen und Einschlafen ein kleiner Tod.
~ Arthur Schoppenhauer

Der Gärtner Offline




Beiträge: 2.969

28.05.2013 07:20
#31 RE: Kommt man jemals wirklich los von der NAK Zitat · antworten
Zitat von Eisblume im Beitrag #30
Aber vergessen? Nein.
Eisblume.


Und erst recht nicht vergeben denen die mich zu dem gemacht haben was ich jetzt bin.Denn zu einer positive Entwicklung haben sie nicht beigetragen.Im Gegenteil.Man wurde immer behandelt wie Karl Ar$$$ Schütze im letzten Glied.

___________________________
"Ist es nicht sonderbar, daß die Menschen so gerne für die Religion fechten und so ungerne nach ihren Vorschriften leben?"

Georg Christoph Lichtenberg (1742-99), dt. Aphoristiker u. Physiker

lorenzolo Offline




Beiträge: 4.183

28.05.2013 12:51
#32 RE: Kommt man jemals wirklich los von der NAK Zitat · antworten
Vergessen wäre das letzte; Erfahrungen sind ein Reichtum, auch schlechte. Wenn sie einen nicht kaputtmachen...

Das mit dem Vergeben ist so eine Sache. Im ganzen Christentum ist mir ein bisschen zu viel von Vergebung die Rede, und die scheint mir oft dazu zu dienen, dass Übeltäter sich rein waschen und leichten Herzens zur nächsten Übeltat schreiten können. Die Vergeberei stabilisiert dann das System.
(Wenn so ein Lügenprediger seine Lügen aufrecht bereuen und Abstand davon würde würde, könnte man ihm evtl. ein bisschen verzeihen.)

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"Wer Dich dazu bringen kann, Absurditäten zu glauben, kann Dich auch dazu bringen, Gräueltaten zu begehen." (Voltaire)

Vezelay Offline



Beiträge: 456

28.05.2013 23:14
#33 RE: Kommt man jemals wirklich los von der NAK Zitat · antworten

Zitat von Lily im Beitrag #27

Hier wurde in den vorangegangenen Beiträgen mehrfach gepostet, dass die Aussteiger die fröhlicheren Menschen sind, bzw. dass man nach dem Ausstieg erst "besser drauf" sein konnte. Meiner Meinung nach kann man aber auch das nicht pauschalisieren, denn es kommt sicher auf den Einzelnen an. .....Dann wünsche ich mir so sehr, doch NIEMALS in meinem Leben Kontakt mit dieser Kirche/Sekte gehabt zu haben.



Nachdem ich gestern abend hier eine längere Antwort geschrieben habe und diese durch meine Schusseligkeit im Nirvana landete, jetzt nochmal erneut etwas kürzer:
Ich bin überzeugt, dass der aus der NAK Ausgestiegene ein fröhlicherer Mensch ist - und da halte ich mich mal an die Gauß'sche Normalverteilungskurve, denn Extreme nach links oder rechts wird es immer geben, ob nun bei den Aussteigern oder den NAK-Gläubigen.

Meine Überzeugung basiert auf der Vorstellung und dem eigenen Erleben, dass eine Entfaltung des Individuums, meiner persönlichen Gedankenwelt, meinen eigensten Wünschen und Vorstellungen, meinen Visionen und Träumen meiner Lebensgestaltung weder von der NAK gewünscht, noch gefordert oder gefördert wird - sondern eher nicht gewollt ist. Die ganze NAK-Dogmatik richtet sich doch danach aus, seinen eigenen Willen, seine Vorstellungen, seine Träume abzugeben - und sie zu ersetzen in das Korsett, seinen Willen unter den Gottes zu stellen, seine Vorstellungen zu beerdigen und sich einzureihen in die Schar der Gotteskinder, die den Traum der "Erstlinge und Überwinder" träumen und die in der "Masse der Gotteskinder" aufgehen.
Das bekannte Bild des guten Hirten und seinen Schafen, des neuen Zugführers mit seinem Ziel - alles Bilder die zeigen, dass der Einzelne nicht gewollt ist, sondern sich einzureihen hat - und dort sicher auch eine Art Begeisterung erleben kann. (Siehe Jugendtage auf dem Stuttgarter Killesberg mit 6000 Jugendlichen und die Stuttgarter Zeitung schrieb: "...ein geballtes Gemeinschaftserleben..." - alle schwarz weiss uniformiert gekleidet, wenn der Chor aus 5500 Sängern vom Dirigenten aufgefordert wird und 5500 Stiefel und Schuhe mit Schwung auf den Boden und die Tribüne knallen und dieser Klang Assoziationen an das Aufmarschieren früherer "volksbegeisternder Massenaufmärsche" an Reichsparteitagen weckt, ein gepeitschtes Amen aus 6000 Kehlen - sorry, da fröstelt mich. wer das nicht glaubt, möchte bitte einmal feinfühlig das Vater Unser gebetet in der NAK mit dem Vater Unser gebetet in einer ev. Gemeinde vergleichen. Aber ich schweife ab....) Der einzelne kann und ist aufgefordert, sich in der NAK nicht zu entfalten, er hat sich unterzuordnen.

Und jetzt der Aussteiger: Er hat mit dem Ausstieg eine Türe aufgestoßen - und steht meist erstmal vor dem Nichts, dem leeren Raum - den es nun zu füllen gilt. Das geht nicht von heute auf morgen, das kann Monate, tlw. auch Jahre dauern. Nach den Phasen der Unsicherheit, der Trauer und Wut wird er aber mit der Wirklichkeit, dem Realen konfrontiert werden - ähnlich der Trauerarbeit bei dem Verlust eines geliebten Menschen, geht der Blick von Tag zu Tag weiter nach vorne, bis der Menschn wieder aufgerichtet ist. Der Aussteiger wird mit Neuem konfrontiert werden - mit Ideen, mit Vorstellungen - und ich glaube nicht, dass ein Aussteiger in seiner "Opferrolle" verharren wird, sondern da er sich selbst aus der "unverschuldeten Unmündigkeit" befreit hat, wird er auch den Mut und peu-a-peu die Selbstsicherheit gewinnen und haben, sein Leben neu auszurichten. Und genau hier sind wir an dem Punkt angelangt, wo eine Entfaltung der eigenen Wünsche, der Vorstellungen, Träume und Visionen dann vielleicht nur noch durch die Angst vor der eigenen Courage behindert wird, nicht mehr aber durch den Einfluss der NAK.



Zitat von Lily im Beitrag #27

Ich stelle auch fest, dass NAK und NAK zweierlei ist. Da ist zum einen die Institution NAK. Das worüber wir hier schreiben, Themen um die KL, den Katechismus, die Geschichte der NAK bis heute, die Vorfälle, die Ungeheuerlichkeiten. Und da ist dann die ehemalige Gemeinde, die Menschen, die ich kenne aus der NAK, oder die Verwandten, die noch drin sind.


Für mich ist die NAK dreierlei. Zum ersten, es gibt die "ganz normalen Mitglieder", die ihren Glauben leben wollen, ihn als christlichen Glauben in der Nachfolge Jesu sehen und die keinem Menschen etwas Böses wollen, sondern aufrichtig, ehrlich und rechtschaffen durch's Leben gehen. Der eine oder andere wird auch hier zum Schauen kommen und die NAK verlassen.

Zum zweiten gibt es die untere AT-Riege, vom UDi bis Priester/Hirte - das ist die Masse der AT. Diese AT und ihre Familien haben es schwer, wenn sie an der NAK zweifeln - denn der AT ist gleichzeitig als "Zeichen" gesetzt, soll ein Vorbild sein - und nun tut er sich mit der NAK, seinem Amt schwer. Wie geht man innerhalb der familie damit um, mit wem beredet man diese Frage und diesen "Herzenskummer" ausserhalb der Familie? Inwieweit kann man sich vielleicht gegenüber einem anderen AT outen?? Was wären die Konsequenzen eines Verharrens in der NAK, was die Konsequenzen des Ausstiegs??? Welche Fragen tun sich bei einem Vorsteher in dieser Lage auf, der gerne in seiner Gemeinde tätig ist, nur in der falschen Kirche??? Also, da möchte ich nicht urteilen und auch nicht den Finger in die Wunde legen, aber ich kann hier nur meine Ansicht wiedergeben.
Ich war selbst 12 Jahre lang AT - und der Zeitpunkt kam, an dem ich im schwarzen Anzug vor dem Spiegel stehend in meine Seele blickte - und wusste, dass es wichtiger ist, sich reinen Herzens selbst in die eigenen Augen schauen zu können. Ich hatte mich nicht für dieses Amt beworben, das hat keiner (?) - aber mir wurde immer klarer, dass ich mit dem Tragen meiner Uniform, dem schwarzen Anzug, die NAK mit nach aussen vertrete und zeige, dass ich nach aussen hinter dieser Kirche, ihrer Lehre, ihren Vorgaben, ihrem Dogma und auch hinter der Kirchenleitung stehe - denn ich war in gewisser Weise von ihr beauftragt.
Da ich aber mit Fehr und seiner Definition der Kritik, den verkappten Visionen und den Wahnvorstellungen der Apostelschar, den überhaupt nicht theologischen Auslegungen der göttlichen Klarheit, der Arroganz der NAK gegenüber anderen Kirchen und anderen, ihrem Glauben bis in den Tod verbundenen Menschen (Bonhoeffer) ein ernstes Problem hatte, war mir klar, dass ich diese Kirche, ihre Leitung und ihre Dogmen mit dem Tragen der "Uniform" nicht weiter nach aussen verkörpern konnte und wollte. Eine schmerz- und emotionslose Entbindung vom Amt war daher die folgerichtige Konsequenz - und im weiteren auch der Ausstieg.

Meine Meinung ist, dass sich ein AT, der mit denselben Problemen kämpfte wie ich, sich einer Richtung klarwerden muss. Wer sich dagegen sträubt, landet früher oder später vor dem "Spiegel der eigenen Seele" oder er wird taub und stumpf. Wie auch immer, er muss sich auch fragen, ob er sich, seine Familie, den Höchsten (sofern er an ihn noch glauben kann), aber auch seine Anvertrauten, die Gemeinde schlichtweg belügt. Und er sollte sich auch fragen, inwieweit er das System NAK, die bewusste Täuschung der Mitglieder, das theologisch nicht fundierte Dogmna, an das er selbst vielleicht nicht glauben kann und will, weiterhin allein durch Tragen der Uniform im Amtskörper vertreten möchte und mit trägt. ..der Ehrlichkeit halber wäre die Konsequenz die Rückgabe des Amtes.

Zum Dritten haben wir dann noch die Bischöfe und Apostel - hier braucht man gar nicht viel erwähnen, aber sie wissen um ihre theologische Unvollkommenheit und allein die Überzeugung, den Heiligen Geist zu haben und er durch einen wirkt, macht noch keine gehaltvollen und göttliche Klarheit schaffenden Predigten. Mir fällt hierzu immer Matthias Claudius ein, "An meinen Sohn Johannes":

"Lerne gerne von andern, und wo von Weisheit, Menschenglück, Licht, Freiheit, Tugend, etc. geredet wird, da höre fleissig zu. Doch traue nicht flugs und allerdings, denn die Wolken haben nicht alle Wasser, und es gibt mancherlei Weise. Sie meinen auch, dass sie die Sache hätten, wenn sie davon reden können und davon reden. Das ist aber nicht, Sohn. Man hat darum die Sache nicht, dass man davon reden kann und davon redet. Worte sind nur Worte, und wo sie so gar leicht und behende dahinfahren, da sie auf Deiner Hut, denn die Pferde, die den Wagen mit Gütern hinter sich haben, gehen langsameren Schrittes.
...
Nicht die frömmelnden, aber die frommen Menschen achte, und gehe ihne nach. Ein Mensch, der wahre Gottesfurcht im Herzen hat, ist wie die Sonne, die da scheint und wärmet, wenn sie auch nicht redet"

Egal, wie man nun zum christlichen Glauben steht - aber das habe ich bei den Herrn AP vermisst.

weitweg Offline




Beiträge: 1.176

29.05.2013 11:59
#34 RE: Kommt man jemals wirklich los von der NAK Zitat · antworten

Zitat von Dani im Beitrag #1
Den Einstieg zum Ausstieg habe ich schon hinter mir.

Was mich aber wirklich interessiert ist:
Schafft man es tatsächlich so ganz von der NAK loszukommen

Ja, man schafft es. Aber nur mit einer guten Portion Sturheit gegen sich selber und einer mindestens so großen Portion Gleichgültigkeit gegenüber evtl. vorhandenen NAK-Familienmitgliedern. Und nicht zu vergessen, Immunität gegen möglicherweise auftauchende Rückmissionierungsversuche und wenn es denn sein muß der erforderlichen Brutalität gegenüber solchen Versuchen.
Ja, ich weiß schon, dass das bei Weitem nicht für alle Aussteiger gilt, es ist nur meine persönliche Erfahrung, die mich zu diesen Worten veranlaßt.
Dabei hilft natürlich ganz immens der eigene Sturkopf, der es nicht zuläßt, dass man eine einmal getroffene Entscheidung revidiert, weil das vielleiht bequemer sein könnte - nein, Augen zu und durch.

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To the NSA:
Please do not make the effort to save this posting.
It is absolutely harmless

lorenzolo Offline




Beiträge: 4.183

29.05.2013 14:45
#35 RE: Kommt man jemals wirklich los von der NAK Zitat · antworten

Zitat von Vezelay, M. Claudius
Ein Mensch, der wahre Gottesfurcht im Herzen hat, ist wie die Sonne, die da scheint und wärmet, wenn sie auch nicht redet


Oder auch nicht.
Eben kam was im Radio über den Islamisten, der einen engl. Soldaten niedergestochen hat. Offenbar gibt es jetzt Bilder, die ihn zeigen, wie er 10 Min. vorher gebetet hat. (Die Engländer übertreiben es etwas mit der Videoüberwachung.) Der hatte möglicherweise "wahre Gottesfurcht im Herzen", wer weiß? Das Problem ist: Sein Gott hat ihm einen ziemlich miesen Befehl gegeben. Sinngemäß kann das jedem gottesgläubigen und gottesfürchtigen Menschen passieren. Es ist schwer vorhersehbar, was einem der "imaginäre Freund" einflüstern wird. Es muss ja nicht immer Mord sein, es gibt ähnliches auch in kleinerer Münze.

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"Wer Dich dazu bringen kann, Absurditäten zu glauben, kann Dich auch dazu bringen, Gräueltaten zu begehen." (Voltaire)

Vezelay Offline



Beiträge: 456

29.05.2013 16:40
#36 RE: Kommt man jemals wirklich los von der NAK Zitat · antworten
...widersprechen kann ich dir da wenig, allerdings denke ich, muss man das im Kontext sehen.
gug ( gelöscht )
Beiträge:

29.05.2013 16:50
#37 RE: Kommt man jemals wirklich los von der NAK Zitat · antworten
OT @ Vezelay

manchmal findet man den Text mit Vorwärts/ Rückwärtstasten wieder

ging mir früher auch oft so
gug ( gelöscht )
Beiträge:

29.05.2013 16:52
#38 RE: Kommt man jemals wirklich los von der NAK Zitat · antworten

Zitat
muss man das im Kontext sehen.



...dass Gottesfurcht zu Bösem anstiftet? Vezelay, in welchem Kontext?

Vezelay Offline



Beiträge: 456

29.05.2013 21:23
#39 RE: Kommt man jemals wirklich los von der NAK Zitat · antworten

...ok, ich hätte heute nachmittag doch nicht gleich vorschnell antworten sollen.....

Mit Kontext meine ich "im Zusammenhang", mit meinem Text...und ich meinte ganz sicher nicht, dass Gottesfurcht zu Bösem anstiften soll. Mir ist klar, dass einige mir hier Beispiele nennen können - siehe oben, Kreuzzüge, Dschihad, 11. September WTC, etc.... - aber dann könnte ich genauso antworten und gegenfragen: "...was ist böse?"....in den Augen derjenigen, die aus Gottesfurcht töten, ist es sicher kein Übel. Auch die Kreuzzüge waren in den Augen derjenigen, die dazu angestiftet haben, nichts Verwerfliches, sondern sie dachten, im Namen Gottes zu handeln...wie manche Attentäter auch.

Es ist in den Augen der HEUTIGEN westlichen Welt, der gemäßigten islamischen Welt und vielen anderen Kulturen etwas Böses, aus Gottesfurcht zu töten...ich frage, was war vor 200 Jahren böse? Was empfand die Gesellschaft vor 70 Jahren in Deutschland als "böse", als die jüdische Bevölkerung aus ihren Häusern gejagt wurde oder Goebbels zur Ostfrontoffensive in die Mikrofone schrie: "...und sie werden in den Kampf hineingehen wie in einen Gottesdienst!!!"?? "Was wird in 200 Jahren als "Böse" definiert werden??? Und aus wessen Sicht ist was böse??

Betrachtet man die Gauß'sche Normalverteilungskurve, dann gibt es auf beiden Seiten der Kurve die Extremen - die einen schiessen über das Ziel hinaus, die anderen kommen nicht in die "Puschen"...ich denke, die Frage ist beantwortet, wenn wir uns auf den mittleren Teil der Kurve, auf die häufigste Verteilung der Streuung einigen können.

gug ( gelöscht )
Beiträge:

30.05.2013 01:45
#40 RE: Kommt man jemals wirklich los von der NAK Zitat · antworten
ich weiß, dass du nicht meintest, das Gottesfurcht zu Bösem anstiften soll.

Fakt ist doch aber, dass all die vielen religionsbegründeten schlimmen Taten (nicht nur Morde, sondern auch das Brechen von Persönlichkeiten, Gehirnwäsche, strenge Erziehung und Züchtigung von Kindern, sexualfeindliche Erziehung, Herabwürdigung von völlig normalen Vorgängen, wie Homosexualität, Stellung der Frauen in der Kirche, Ausgrenzung von Andersdenkenden, willkürliche Bestimmung, wann Leben beginnt und Bestrafung von Schwangerschaftsabbrüchen u.s.w) in der gesamten Menschheitsgeschichte immer daher kamen, dass die Religiösen meinten, etwas Gutes zu tun.

Für mich ist Religion ein Mittel, um gute Menschen Böses tun zu lassen.
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