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Dieses Thema hat 85 Antworten
und wurde 4.269 mal aufgerufen
 Der Einstieg zum Ausstieg!
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Dani Offline



Beiträge: 37

25.05.2013 18:08
Kommt man jemals wirklich los von der NAK Zitat · antworten

Den Einstieg zum Ausstieg habe ich schon hinter mir.

Was mich aber wirklich interessiert ist:
Schafft man es tatsächlich so ganz von der NAK loszukommen
Damit meine ich nicht, einen Wiedereinstieg oder, daß man vielleicht eines Tages bereut ausgetreten zu sein.
Ich frage mich, warum interessiert es uns so stark, auch jene die schon lange raus sind, was die NAK heute macht.

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Engelchen Offline




Beiträge: 6.332

25.05.2013 18:25
#2 RE: Kommt man jemals wirklich los von der NAK Zitat · antworten

Hallo Dani,

ich bin jetzt gut 4 Jahre raus (noch nicht offiziell ausgetreten!). Vermutlich wird mich das Thema NAK bis ans
Ende meines Lebens interessieren.
Einmal "muss" ich immer sehen, was da so los ist, von was ich mich befreit habe.
Außerdem gehört ein Teil meiner Familie noch zur NAK und das wird auch so bleiben.
Ich finde es gut, wenn die mir nichts erzählen können, z. B. "alles ist anders, so schön........."
So habe ich immer eine Antwort, weil ich informiert bin.

Zusätzlich: Wir haben einen ziemlichen Teil unserer Vergangenheit dort verbracht, das können wir nicht abstreifen.
Da lässt sich kein Schalter umlegen.

LG Engelchen

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Bin BVB-Fan und das ist gut so!

Vezelay Offline



Beiträge: 456

25.05.2013 19:08
#3 RE: Kommt man jemals wirklich los von der NAK Zitat · antworten

Ich glaube nicht, dass man "ganz" von der NAK wegkommt - aber muss man sich schon wieder selbst unter Druck setzen, "ganz" von der NAK wegkommen zu müssen??

Vor 10 Jahren bin ich ausgestiegen, vor 6 oder 7 Jahren offiziell ausgetreten. Die NAK war von Seele, Geist und Körper her ein ausfüllendes Thema bis in meine junge Erwachsenenzeit. Wenn man die Phase der Wut und Fragen - vielleicht warum man "in die NAK hineingeboren" werden musste oder nicht schon viel früher seinem Inneren gefolgt ist - hinter sich gelassen hat und es akzeptiert, dass es diese NAK-Zeit gegeben hat, sich mit anderen Menschen umgibt, neuen Hobbies und INteressen nachgeht, dann kann die NAK an Interesse verlieren. Mit Akzeptanz meine ich, dass die NAK-Zeit anzunehmen ist als etwas, das man nicht mehr ändern kann, aber nun abgeschlossen ist - vielleicht ähnlich einer Krankheit, bei deren Diagnose Wut und Fragen auftreten, mit der man sich aber dann "aarangiert" und trotzdem nach vorne blickt...

Ich für meinen Teil habe immer wieder Phasen, in denen ich mich hier im Forum mehr oder weniger enagiert tummle - weil es auch Zeiten geben muss, wo wir die NAK mal NAK sein lassen - und nach uns schauen. Es ist meiner Ansicht nach nicht förderlich, sich ständig im Forum zu bewegen - weil man dann von der NAK vielleicht nicht die Distanz bekommt. Wenn ich aber hin und wieder diese Phasen des Engagements habe, merke ich auch, dass die Distanz zur NAK sich mehr und mehr vergrößert - und die "Anziehungskraft" der NAK mehr und mehr schwindet - ähnlich einem Planeten mit seinen Satellitenmonden.

ich stelle mir auch vor, dass unser Hirn eine begrenzte Fassungskapazität hat - beim einen "geht mehr rein, beim anderen weniger"......und da frage ich mich, mit was man sich beschäftigt. In der NAK hiess es, man soll anderen Geistern keinen Raum in seiner Seele lassen. Sagen wir doch für uns, wir lassen der NAK keinen Raum in unserem Hirn, vielleicht auch in unserer Seele - wenn ich mich aber ständig mit der NAK und ihrem Treiben befasse, dann nimmt diese auch Raum in unserem Hirn ein.

Für meinen Teil kann ich sagen, dass ich die NAK emotional hinter mich gelassen habe - und ich bin mir klar um ihr sündiges und einer Kirche unwürdiges Treiben. Mir ist wichtig, mich nicht immer nur mit der NAk und den Fragen "Wieso, weshalb, warum" herumschlagen. Viel bedeutsamer und gewinnbringender ist, den Ausstieg als Chance zu sehen, sich zu fragen, mit was beschäftige ich mich nun, was interessiert mich - und hier muss und kann ich aus eigener Erfahrung sagen, dass man vor die Frage gestellt wird: wer bin ICH eigentlich?? In der NAK, ihrem Geist und Wortverkündigung kam diese Frage in einem selbst nie auf - weil man nicht als Individuum galt, sondern wenn singular als Seele gesehne wurde, viel öfters aber als Teil der Braut des Herrn und des Volkes Gottes. Das Individuum ging in der Masse auf - und ganz ehrlich: emotional verbinde ich die Jugendtage mittlerweile mit Massenveranstaltungen wie früheren Reichsparteitagen.

Aber zurück zum Thema: die Frage stellt sich nicht, ob man "ganz" von der NAK wegkommen muss oder nicht. Ein Engagement hier im Forum ist gut, um immer wieder die Bestätigung für sich zu erhalten, mit dem Ausstieg korrekt gehandelt zu haben und auch in Diskussionen mit NAK -Offiziellen informiert zu sein und eine erschlagende Antwort geben zu können. Wichtig ist, emotional den Abstand immer mehr zu vergrößern, aber völlig ausblenden wird man es nicht können - jedoch akzeptieren lernen und dann annehmen können, dass es nun eben mal so war. Am wichtigsten ist, sich selbst bewusst zu machen, dass der Ausstieg keine Sackgasse ist und man in einen Sumpf fällt - sondern vielmehr DIE Chance bietet, sein Leben "neu aufzusetzen", selbst zu gestalten und sich dabei selbst viel besser kennenzulernen, sich selbst zu erfahren und sich selbst anzunehmen. Nur, das sollte man sich immer wieder bewusst machen - dann dringt das auch in unser Bewusstsein ein. Und vor der Frage "Wer bin ICH??" braucht man keine Angst zu haben - auch wenn man anfangs vielleicht kaum eine Antwort hat, sind die kommenden Zeiten interessant, weil sie diese Frage beantworten.

Eisblume Offline




Beiträge: 3.396

26.05.2013 07:32
#4 RE: Kommt man jemals wirklich los von der NAK Zitat · antworten

So oft schon vernommen, gehört und gelesen von den 'Getreuen' und auch Kritikern der NAK:

Diese ewige Meckerei.. müssen das aber Dauer unzufriedene und mürrische Menschen sein, die... Aussteiger!

Da denke und das sehe ich anders, auch wenn ich nicht ausschliesse, dass es Dinge und Vorfälle gibt, die langfristig bis lebenslang Menschen verbittern lassen können. Gerade bei dem, was die Prägung auf das angeht, was die NAK ihre "höchsten Werte" nennt. Und dadurch beim Verlassen der NAK das 'Ich' nicht finden können.

Hier ist ein Ort, eine Stelle, an dem viele Erfahrenswerte getroffener, enttäuschter, verletzter und nie gehabtes Suchende
und darüber auch wütend sein dürfender Menschen aufeinandertreffen. Es tut gut, das Herz auch davon erleichtern zu können, wenn der angestaute, als persönlich empfundener NAK-Mist es nicht schon geschafft hat, den einen und anderen krank zu machen.

Aussteiger sind nicht immer und auch nicht ausschliesslich
humorlos, mürrisch, nur negativ, langweilig, auf Leiden spezialisiert und festgelegt, hasserfüllt,
unfähig, zu lieben und zu leben, nicht 'nein' sagen Könner, unentschlossen und unselbstständig.... und und und.
Wobei es richtig ist und zugegeben werden kann, dass einiges davon sogar auch erst fürs echte Leben geübt oder sogar erlernt werden muss(te), diese gewiss auch teilweise oder alle vorhanden gewesenen Eigenschaften abzulegen.

Ich muss gar nicht der Welt und auch mir nicht beweisen, dass ich ehrlich und von Herzen, also nicht aufgesetzt
viel und gern lache, oft fröhlich bin, weil ich es auch sein will und inzwischen auch kann.
Alles im Leben hat seine Zeit.

Das Gefühl war in mir, das einmal deutlich zu sagen.
Niemand muss lachen und denken, es wird hier erwartet, Witze und 'Laune' machen zu ... müssen.
Aus manchmal kurzen und/oder wenigen Sätzen.. Worten ist niemals das 'Gesamtpaket' des schreibenden Menschen herauszulesen, immer sind es kleine Momentaufnahmen, die bei genauem Hinsehen einiges 'verraten' können.

Das schreibe ich nun allgemein und unabhängig von Beiträgen einzelner User.

Die NAK hat einen wichtigen und teilweise auch sehr langen Teil unseres LEBENS beeinflussen können, egal, wie freiwillig das war oder nicht.
Mit einer ehrlichen und damit guten Aufarbeitung kann es gelingen, mit den Erinnerungen so zu leben, dass diese nicht mehr niederdrücken können. Alles im Leben liebens- und lebenswerte ist so weitaus geniessbarer und ... ja, auch schöner. Ganz weg sein im und vom Leben... wird sie nach meinem persönlichem Empfinden jedoch.. nicht.

Eisblume.

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Jeder Tag ist ein kleines Leben,
jedes Erwachen eine kleine Geburt,
jeder frische Morgen eine kleine Jugend,
und jedes zu Bett gehen und Einschlafen ein kleiner Tod.
~ Arthur Schoppenhauer

jürgen Offline



Beiträge: 1.140

26.05.2013 08:40
#5 RE: Kommt man jemals wirklich los von der NAK Zitat · antworten

Hallo zusammen,

kommt man jemals wirklich los von der NAK?

Ich weiss nicht. Immerhin hat man zum Teil viele Jahre und Jahrzehnte im System NAK gelebt, hat man sich teilweise oft und oft trotz bitterer Enttäuschungen wieder dafür entschieden zu bleiben, hat man sich teilweise selbst als "Prediger und Seelsorger" in den Dienst der NAK gestellt, hat in der "Weinbergsarbeit" oder beim "Predigen" festgestellt, dass man zu "Stehgreifpredigten" fähig ist.
Das alles lässt man in der Regel nicht einfach so hinter sich nachdem die Enttäuschung durch das System NAK gross genug war um es letztlich doch zu verlassen.
Auch wenn man dann die Entscheidung getroffen hat zu gehen, will man den Abstand zum System NAK weiterhin vergrössern indem man die teilweise idealisierte NAK bis ins Kleinste entwertet, bleibt der Kampf sich auch innerlich von dem zu lösen, was man in der NAK an Einstellungen, Werten, Ansichten, Denkweisen und Verhaltensweisen angenommen hat, bleibt die Frage, warum man so lange dort geblieben ist, warum man aktiv mitgemacht hat. Es ist eine Art der völligen Loslösung und Reinigung der dann stattfindet.
Der Ton den man dann manchmal in Aussteigerforen "hört" ist Ausdruck der tiefen Enttäuschung über das System NAK, die ja nach dem Ausstieg noch weiter fortschreitet, wenn man entdecken muss, welches Luftschloss die NAK im eigenen Leben war, doch immerhin versuchen manche dieser Enttäuschung mit Humor beizukommen.
Ich fürchte es braucht fast ebenso lange von der NAK loszukommen, wie man in ihr Mitglied war ...

Jürgen

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Mit der Bibel lässt sich alles beweisen,
auch das Gegenteil. (Albert Einstein)

Vezelay Offline



Beiträge: 456

26.05.2013 09:34
#6 RE: Kommt man jemals wirklich los von der NAK Zitat · antworten

Ich behaupte, dass Aussteiger im Vergleich zu der Mehrheit der NAK-Gläubigen bei weitem heiterer, ausgeglichener, zufriedener und optimistischer sind - und das lässt sich ganz einfach erklären.

Den NAK-Gläubigen werden in den Gottesdiensten und auch anderen Kontakten (Singstunde, Hausbesuch,...) Gedanken vermittelt, die "nach unten ziehen" müssen. Was erfährt der Mensch denn in der NAK:

# ständig die Schlechtigkeit der Welt vor Augen gestellt zu bekommen incl. der angegebenen "Endzeitstimmung Laodizäas - und doch das Leben mit all seinen positiven Herausforderungen, Freuden und Zuversichten noch vor sich zu haben
# der Mensch und vor allem man selbst als Sünder;
# Phrasen und Aufforderungen in der Predigt wie "Wir wollen doch treu bleiben...", "Wir müssen den Herrn lieben....", "Wir haben den eigenen Willen dem des Herrn unterzuordnen", die etwas suggerieren, was der Mensch an sich mit seinem "freien Willen" nicht so sehen;
# die zu hohen Ansprüche, dem hehren Ziel "Gotteskind" gerecht zu werden
# das ständig über einem hängende "Damoklesschwert" der Angst und manchmal auch der Drohung und des psychischen Stresses, am Tag des Herrn nicht angenommen zu werden,
# das vorgegebene Ideal, täglich im Werk des Herrn "gerne" engagiert sein zu wollen und sich dabei doch im Hamsterrad zu fühlen
# das Ideal, "gerne" im Hause sein zu wollen, dabei aber ganz anderst zu fühlen und "zu träumen" - ganz abgesehen von den sauertöpfischen Mienen, die einen sonntag vormittags umgeben, weil
# die Predigt, welche Gottes Wort verkündigen sollte, mal wieder nur leere Phrasen und Worthülsen hervorbrachte...
# sich ständig in das "Zwangsjacken-Dogma der Apostellehre" zwängen zu müssen, weil nur über diese Heil angeboten wird.
# die Erfahrungen über Jahre oder Jahrzehnte, dass die "Gebötchen und Verbötchen" als Schlussfolgerung der "göttlichen Wahr- und Klarheiten durch Apostelmund" genauso wandelbar sind wie die jeweils aktuelle Situation des Umgangs interner und externer Kritiken es erforderlich macht.

Wer aus diesem System aussteigt und sich nach einer erforderlichen und auch notwendigen, mehr oder weniger lange dauernden Phase des Schmerzes und der Trauer der in der NAK verloren gegangenen Lebenszeit aufmacht, sich und "seine tiefinnerste Glaubens- und Gedankenwelt" für sich zu entdecken - ohne Druck, ohne Zielvorgaben - sondern frei, unverstellt und niemanden Rechenschaft ablegen zu müssen, der gewinnt viel mehr. Wer sich öffnen kann für die "bedauernswerten Mit- und Nebenmenschen, die ohne Apostelwort ihre Lebensbahnen ziehen", der kann gerade durch diese erfahren, dass das Leben auch ohne Glauben einen Sinn haben kann, Freude bietet und dass das Leben auch selbst gut gestaltet werden kann. Was kann und darf erfahren werden:

# in der Begegnung mit Menschen als Mensch angenommen und akzeptiert, auch geschätzt und geliebt zu werden, wie man ist - ohne Vorbehalte, bedingsungslos
# durch die "Arbeit an sich selbst", durch die Frage "Wer bin ICH", durch Selbstreflexion seine Schwächen und Stärken, Vorlieben und Abneigungen kennenlernen zu können, die dann aber so stehen bleiben und nur für einen selbst Anspruch zur Änderung sind, sofern man dafür bereit ist.
# sich frei zu fühlen von Dogmen, Drohungen und nicht gerecht werdender Ansprüche einer Institution
# durch die Umsetzung der Frage "Was wollte ich schon immer einmal machen" Interessen und Hobbies aufbauen und durch diese Lebensqualität und -freude zu erfahren. Sein Leben aktiv gestalten zu können - da zählt auch mal Muße dazu - ohne auf die scheinbaren "Auswirkungen in der Ewigkeit" Rücksicht nehmen zu müssen.
# sich vielleicht auch einmal, sofern man das noch möchte, sich mit anderen Religionen, Philosophien, Ansichten und Erfahrungen beschäftigen und das, welches man für sich nicht annehmen kann, einfach stehen zu lassen - sich die "Freiheit des Denkens herausnehmen"...
# die positiven und negativen Erfahrungen im Leben sind nicht das Ergebnis meiner eigenen Handlungsweise, die von GOTT belohnt oder bestarft werden. Sich frei machen zu können von den "Glaubensberichten" anderer, die einem diese Belohung und Bestrafung suggerierten.
# die NAK als eine Institution zu sehen, aber ganz sicher nicht als das "Werk Gottes"...
# durch die Beschäftigung mit anderen Theologen zu erfahren, dass es ein ganz anderes, viel einfacheres, unkomplizierteres und erstrebenswerteres Gottesbild geben kann als man es je in der NAK erfahren hat. (Ok, einmal habe ich das erfahren, als ein Unterdiakon am Altar den einen Satz sagte: "Gott liebt Dich, so wie Du bist" - und durch die Gemeinde eine gefühlte Erleichterung ging...)
# Freude an Dingen zu erfahren, die in der NAK verpönt oder "als Gotteskindern nicht würdig" verkauft wurden, vielleicht sonntägliche Frühwanderungen durch die Natur, einen Tanzkurs belegen und dem Rhythmus der Musik folgen (war für mich eine ganz neue Erfahrung), Ausflüge und Reisen, die Welt entdecken....
# und immer wieder erfahren, dass der Schritt des Ausstiegs einem eine neue Welt und eine Erweiterung des eigenen Lebens- und Glaubenshorizontes bot und bietet, die man in der NAK mit ihrer "Scheuklappen- und Nachfolgeregeln" nie erlebt hätte, und der immer wieder als Chance gesehen werden muss, sein Leben nach dem auszurichten, was für einen stimmig ist.

Die Beschäftigung mit Dingen ausserhalb der NAK und anderen strengen Religionsgemeinschaften muss zwangsläufig zu einem anderen, neueren, optimistischeren und freudigeren Lebensgefühl führen. Das geht nicht von heute auf morgen - aber es ist die "Politik der kleinen Schritte, die man gehen kann" - und dabei erfährt man eine Sicherheit und ein Vertrauen zu sich selbst, die einem die Stabilität geben, sein Leben neu zu gestalten - das eine bwirkt das andere.

Die Frage ist berechtigt, warum man sich weiterhin mit der NAK beschäftigt - ich kann sie nicht wirklich beantworten. Warum also sitze ich an einem sonntag vormittag vor dem PC, um hier zu schreiben?? Um mich hier auszutauschen, mit Gleichgesinnten? Um hier in diesem Forum mich äussern zu können, über meine Gefühlswelt - wie und was empfinde ich bei den der NAK zugehöigen Begriffe? Ich tausche mich hier im Forum aus, um anderen zu zeigen, dass ein Ausstieg aus der NAK, die Gewinnung eines emotionalen Abstandes zur NAK gelingen kann, dass es ein gutes, freudiges, zufriendes und optimistischeres Leben nach der NAK geben kann - als "Mutmacher" für manch andere, die diesen Schritt auf sich zukommen sehen. Es ist natürlich auch eine Neugierde da, wenn ich von priesterlichen Ämtern angerufen werde, die sich mir anvertrauen ihr "Problem "mit der NAK betreffend" und ich mich frage: was geht da ab??

Die NAK wird immer Teil meines Lebens bleiben - die Frage ist nur, wie gravierend wird mich dieser Teil beschäftigen. Während dieser früher Lebensmittelpunkt sein sollte, ist er heute ein mehr oder weniger akzeptierter und angenommer Teil am äussersten Rande meines emotionalen lebensmittelpunktes.

Eisblume Offline




Beiträge: 3.396

26.05.2013 10:50
#7 RE: Kommt man jemals wirklich los von der NAK Zitat · antworten

So ist es, die NAK rückt vom einst engen Mittelpunkt zum äussersten Fühlpunkt, langsam aber stetig in die richtige Richtung Gleichgültigkeit. Da ist sie gut aufgehoben. Nur der Weg dahin ist so individuell und oft gravierend verschieden, dass es sogar Menschen gibt, die zwar ein gleiches Ziel haben, sich aber über die Optionen, wie denn da hinzukommen sei, noch streiten mögen.
Nur auf gleicher Augenhöhe akzeptiere ich 'sowas'. Von oben nach unten.. nie wieder!!

Ich bemerke auch, wenn ich mich in diesem Forum austausche
oder mit Menschen aus meinem Umfeld im Gespräch über 'Gott und die Welt' zwischendurch immer wieder einmal auf die 'Überbleibsel' von NAK-Doktrin komme, ja fast schon stolpere; oft genug taucht dabei die Frage auf, ja was suchst und machst denn 'da' (Forum) so lange, ist doch dann kein Wunder, wenn Du nicht von der NAK loskommst.

Und ich möchte bestätigen, dass gerade die Beschäftigung mit dem, was war und warum es war und der Austausch mit Menschen, die ähnliches erlebten und durchmachten es mir ermöglich(t)en, mich von ihr zwar langsam, aber stetig zu lösen.
Ich weiss wohl auch ohne diese Hilfen, die NAK ist kein 'Werk des Herrn'.
Gibt auch Menschen, denen diese Erkenntnis allein genügt, um alles mit sich alleine auszumachen und damit gut zurechtkommen und leben.
Und es wird auch die geben, die sich umdrehen... und zumindest nach aussen nie wieder ein Wort zur NAK fallen lassen.

Ob sie dann auch wirklich so 'fertig mit ihr' sind?
Wenn ja... gut.

Ich frag mich, wie das bei stärkster Indoktrin möglich sein und funktionieren kann, mir persönlich ist es nicht möglich gewesen.
Aus den Augen aus dem Sinn klappte nicht.
Irgendwie hätt ich mir das schon gewünscht, doch es hat mich nach fast 19 Jahren nicht mehr 'Hingehens', des Verdrängens, Wegschiebens und der "gefühlten", jedoch absolut nicht vorhandenen Gleichgültigkeit mächtig erwischt und ich gehe es seitdem an - und das seit jetzt 4 1/2 Jahren mal mehr, mal weniger intensiv...
Mir geht es dabei wesentlich besser als in den Jahren, in denen ich einfach lebte, jedoch immer im letzten Winkel des Herzens etwas mir ganz wichtiges vermisste und Ballast mit mir herumschleppte, der mich mal hier und mal da arg drückte.
Voll bewusst ist mir das erst heute, denn mit der 'Aufarbeitung NAK' wird und bleibt alles ja sowas von... kristallklar.
Und ich liebe diese (persönliche) Klarheit.

Eisblume.

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~ Arthur Schoppenhauer

Engelchen Offline




Beiträge: 6.332

26.05.2013 11:05
#8 RE: Kommt man jemals wirklich los von der NAK Zitat · antworten

Zitat
Ich behaupte, dass Aussteiger im Vergleich zu der Mehrheit der NAK-Gläubigen bei weitem heiterer, ausgeglichener, zufriedener und optimistischer sind - und das lässt sich ganz einfach erklären.



Ich habe nicht all die langen Beiträge gelesen, doch DAS KANN ICH NUR DICK UND FETT UNTERSTREICHEN!!!

Heiter, ausgeglichen, zufrieden, OPTIMISTISCH !!! JAAAAA, aber 100 PRO !!!

Vermutlich lag das alles schon immer in meinen Genen.
In der NAK wurde ich stets "kleingehalten", nur ja nicht freuen, dann kriegst'e eins übergebraten!
"Gläubig" war (und ist) man eher mit gesenktem Kopf.

"Was ist doch die Welt ach so arm und so leer, doch ich bin so glücklich, mir fehlet nichts mehr..............." *sing*

Das Leben hier auf der Erde ist nur die Schule für die ewige Herrlichkeit.
Wenn's dir hier gut ergeht, solltest du dir dringend Gedanken machen, dann stimmt was nicht!!

"Nie, nie, nie, nie, nie mehr zurück!" In dieses verdammt enge Korsett, das keinen Raum für LEBENSFREUDE und OPTIMISMUS ließ.

Niemals mehr einen Samstagabend die Laune "runterfahren", weil sich auf den GD vorbereitet werden musste!
Niemals mehr am Sonntag pünktlich aufstehen, um dort hinzurennen, wo ich (eigentlich) gar nicht sein wollte!
Niemals mehr eine Feier am Samstag absagen oder zumindest frühzeitig verlassen, das Aufstehen am Sonntag fiel eh schwer genug!

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Bin BVB-Fan und das ist gut so!

Weltmensch Offline



Beiträge: 1.563

26.05.2013 11:15
#9 RE: Kommt man jemals wirklich los von der NAK Zitat · antworten

Hey Freunde ... echt geile Beiträge!

Nun die Frage lautet: "Kommt man jemals wirklich los von der NAK" möchte Ich mit einem NEIN (Muß übrigens auch nicht) Beantworten und zwar mit zwei Begründungen:

1. Die Nak hat zu meinem Leben gehört wie sehr viel andere Dinge auch, verbunden mit Freud und Leid, es ist ein Teil meiner Persönlichkeit.
2. Ich möchte die vielen Menschen die Ich schon zu meiner NAK Zeit geliebt habe nur deshalb nicht missen nur weil ICH, aus der NAK ausgestiegen bin.

Was mir persönlich schwer fällt ist, mich mit NEUEN Aufgaben und Hobbys zu beschäftigen. Leider ging mir bei meinem Ausstieg, neben meinem Glaubensleben ( das ist mittlerweilen das kleinste Problem ) auch meine Vision, mit meinem Hobby das mich im Geschäftlichen, aber auch in meiner Freizeit beschäftigte, abhanden. Ich war der "Glückspilz" der Geschäft und Hobby verbinden konnte. Meine Tätigkeit Bestand im Planen-, Gestalten-, Sammeln und Verkaufen von NATURSTEINEN. Hierzu konnte Ich, neben "reichlich Geld", auch viele Erdgeschichtliche Informationen durch Reisen-, Vorträge und Fachinformationen erlangen.

Bisher allerdings habe Ich meinen "Optimismus" dadurch nicht verloren und denke, Aufklärung hier in diesem Forum ist derzeit, mal mehr mal weniger eine Sinnvolle Beschäftigung für mich. Wobei Ich mir aber auch einige Gedanken mache was ein erfüllter "Lebensabend" für mich darüber hinaus, sonst noch an Bedeutung haben könnte.

Eisblume Offline




Beiträge: 3.396

26.05.2013 11:31
#10 RE: Kommt man jemals wirklich los von der NAK Zitat · antworten

Diese Leichtigkeit, diese Heiterkeit.... der Optimismus...
Das alles ist und kommt nicht einfach und automatisch sofort nach dem Ausstieg in jedem Menschen gleichermassen.
Das bekommt man denke ich auch noch nicht mal in die Wiege gelegt.
Es kann und muss auch nicht 'viel' von alldem manchmal sogar mühsam erworben und angeeignet werden, das ergibt sich sehr oft so, wie man auf das Leben zugeht fast von alleine.

Einem glücklichen Menschen sieht man sein Glück an. Oft schon von weitem. Er brauch nicht mal drüber zu sprechen.
Im Netz ist das anders. Hier werden überwiegend ernste und oder recht traurige Erlebnisse und Tatbestände beschrieben.
Ich möchte auch nicht, dass ein falscher Eindruck entsteht. Denn nicht nur ich neige zu den ernsten Themen... ich lese sie oft hier.
Das verinnerlicht mir aber nicht, dass, wenn ich diesen Menschen auf der Strasse begegnen würde, ich ihnen ihr heutiges Glück nicht auch und bereits von weitem schon ansehen könnte.

Wir in einem Café sitzen und uns vor lachen biegen.... und uns des Lebens erfreuen, ganz ohne auch nur einen einzigen 'traurigen' Gedanken an vergangene Zeiten...

Eisblume.

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~ Arthur Schoppenhauer

jürgen Offline



Beiträge: 1.140

26.05.2013 11:45
#11 RE: Kommt man jemals wirklich los von der NAK Zitat · antworten

"Wenn wir uns von ihm ahabwenden, wird es duhunkel um uns her, unser Gang ist nicht meher sicher und das Herz von Freuden leer..." träller.

Ich kann auch nur von mir sagen, dass ich selbst in den Phasen in denen mir die alte NAK mein neues Leben schwer gemacht hat, erheblich fröhlicher und optimistischer war, als damals in ihr. Daran ändert auch manche bittere und böse Bemerkung nichts, die ich über die NAK früher und heute ablasse.
Dieses Gemeckere bedeutet doch nichts anderes, als zu sehen, so war die NAK damals und so ist sie heute noch immer. Schon klar, dass man das als treuer NAKi nicht gerne hören mag, man mags ja schliesslich auch nicht sehen und guckt weg. Man mag ja auch nicht sehen, dass es den Aussteigern besser geht, als einem selbst darum sieht man vor allem die Kritik an der NAK, die von dort kommt und schreibt den Aussteigern zu missmutig und schlecht gelaunt zu sein.

Wer kann sich noch daran erinnern, wenn man nach der unendlichen "Predigt" des "Dienstleiters" von einem der "Co-Prediger" zu hören bekam: "Sind wir nicht wieder alle unter dem Dienen des ... selig geworden? ..."
Wenn's denn wahr gewesen wäre, hätte es keiner Erwähnung, keiner Frage bedurft, weils aber erwähnt wurde, war das die Aufforderung "Freuet euch in dem Herrn aller Wege. Und abermals sage ich euch, freuet euch."

Es mag ja sein, dass der eine oder andere NAKi ein fröhlicher Mensch war, doch durch den massiven Druck in der NAK wurde diese echte, natürliche Fröhlichkeit pervertiert zu einem maskenhaften, aufgesetzten Dauergrinsen, dem jede innere Fröhlichkeit abhanden gekommen ist.

Ich muss mir heute weder einreden, noch einreden lassen, dass es mir jetzt besser geht als jemals in meinem Leben.

Und noch ein etwas ungestaltetes NAK-Lied, das ja schon Engelchen erwähnt hat ...

"Ewige Freiheit, wie klingts so süss. Ewige Freiheit, ein Paradies. Ewig befreit zu sein, von dieser Höllenpein. Darum nie mehr zurück! Nie mehr zurück!"

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Mit der Bibel lässt sich alles beweisen,
auch das Gegenteil. (Albert Einstein)

Engelchen Offline




Beiträge: 6.332

26.05.2013 12:25
#12 RE: Kommt man jemals wirklich los von der NAK Zitat · antworten

Zitat
Wer kann sich noch daran erinnern, wenn man nach der unendlichen "Predigt" des "Dienstleiters" von einem der "Co-Prediger" zu hören bekam: "Sind wir nicht wieder alle unter dem Dienen des ... selig geworden? ..."



Au ja, Jürgen!
Und jedes Mal habe ich gedacht: "Mist, schon wieder nicht richtig aufgepasst! Aber nächstes Mal werde ich mich bestimmt nicht ablenken lassen!"

Gelang mir NIE. Wer konzentriert sich schon auf die ewig gestrige Leier?

Ich komme aus einem "Haufen Pessimisten", was mich schon immer fürchterlich genervt hat. Das färbt, glaube ich, ab.

An dem Tag, als mir klar wurde: Es ist allein DEINE ENTSCHEIDUNG, wie du an eine Sache herangehst, habe ich mich
entschlossen, positiv zu denken. Entsprechend reagiere ich inzwischen auf "Geschichten", die mir immer mit klagender Stimme
erzählt werden.
Ein Beispiel: JEDER Tod ist schmerzhaft, keine Frage. Für mich ist's trotzdem ein Unterschied, ob ein 90-jähriger Mensch stirbt oder
einer in der Blüte seines Lebens oder gar ein Kind. Hiergeblieben ist noch niemand (kein "alter" Mensch).

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Bin BVB-Fan und das ist gut so!

gug ( gelöscht )
Beiträge:

26.05.2013 13:15
#13 RE: Kommt man jemals wirklich los von der NAK Zitat · antworten

Ich hatte Depressionen, die nach Austritt aus der NAk und grundsätzlicher Lebensänderung komplett beseitigt sind.

Heute weiß ich, dass ich nicht im Geringsten zu Depressionen neige. Was haben die gemacht, dass ich trotzdem welche hatte!

Das ist die Erklärung, dass

- ich grundsätzlich meine, glücklicher, zufriedener und sinnvoller zu leben als zu Mitgliedszeiten NAK.
- ich gleichzeitig nicht loskomme, weil meine halbe Familie noch dabei ist, denen wird immer noch ein X für ein U vorgemacht. Sie fühlen sich aber wohl einigermaßen oder sogar sehr ok damit, sagen sie (wie ich früher es auch gesagt habe).

Die frühe Prägung ist in die Persönlichkeit eingewachsen, das bekommt man nicht "weg", man kann es aber annehmen, bearbeiten und nutzen.

lorenzolo Offline




Beiträge: 4.183

26.05.2013 13:18
#14 RE: Kommt man jemals wirklich los von der NAK Zitat · antworten

Ob man von seiner religiösen Prägung (jetzt egal ob NAK oder Adventisten oder...) jemals ganz "loskommt", hängt wohl davon ab (a) wie lange man dem ausgesetzt war und (b) wie intensiv. Ich war ca. 13 Jahre als Kind und Jugendlicher ausgesprochen intensiv ausgesetzt. Und jetzt, nach über 40 Jahren, bin ich zwar ganz weit weg von dem Verein (und von jeder Götterglauberei). Aber seelisch bin ich nicht ganz "losgekommen". Wenn ich meine NAK-Verwandtschaft sehe, schäumt das alles neu in mir hoch, und ich könnte stundenlang Schei... schreien. Ist doch auch klar. Ich bin ein mitfühlender Mensch, und kann/muss psychisch nachvollziehen, in welcher elenden Seelenmühle gläubige NAK-ler stecken.

Ich denke, für viele ist es ein Teil des Lebens, das man nicht mal "loswerden" soll, sondern mit dem man leben lernen soll. Also integrieren statt verdrängen! (Manchmal leichter gesagt als getan...)

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"Wer Dich dazu bringen kann, Absurditäten zu glauben, kann Dich auch dazu bringen, Gräueltaten zu begehen." (Voltaire)

Vezelay Offline



Beiträge: 456

26.05.2013 13:21
#15 RE: Kommt man jemals wirklich los von der NAK Zitat · antworten

Zitat von Eisblume im Beitrag #10

Wir in einem Café sitzen und uns vor lachen biegen.... und uns des Lebens erfreuen, ganz ohne auch nur einen einzigen 'traurigen' Gedanken an vergangene Zeiten...



...ich glaube, wenn sich Aussteiger treffen, dann wird nach 5min das Thema NAK abgehandelt sein und man wird sich über Hobbies, Urlaubsgebiete, Job, etc. unterhalten - und zwar völlig normal, mit viel Lachen, mit Optimismus, mit Zuversicht und Heiterkeit....und doch mit einer Vertrauheit, da man um die gemeinsame Vergangenheit weiss.

"Ja, sind wir nicht alle wieder selig geworden unter dem Dienen und gehen wieder gestärkt unserer Wege."....das kenne ich auch: leere Phrasen, Worthülsen und viel Gerede um das Wort des Herrn: das Wort hören, es bewahren und danach tun, es im Herzen bewegen - und die Geister von unten nicht in unsere Seele einlassen, etc...nur, die wahre und benötigte Seelenspeise gab's so gut wie nie - und wenn dann STAP-Übertragung war und man sich nach dem Dienen von Fehr und anderer "Segensträger" fragte, was "das nun wieder war", da kam dann unser "saurtöpfischer" BezAP (..schönes Wortspiel, gefällt mir..) aus dem Süden und hat nicht aufgehört, dem "lieben STAP zu danken für diesen wunderbaren und gehaltvollen Gottesdienst, wo wir an Deiner Hand wieder so wunderbar am Altar des Herrn lagern durften und von einer göttlichen Klarheit in die andere geführt wurden, denn Du bist uns Fels und Stärkungsbrunnen und wir danken Dir wie einst Hiob gedankt hat nach dem Durchleiden seiner Qual und rufen zusammen aus - gell, ihr lieben Geschwister, die ihr hier und über Satellit angeschlossen seid - : lieber Stammapostel, wir wollen an Deiner Hand bleiben und bal dem Ziele zugehen!"

- und selbst saß man da, mit unbewegtem Gesicht, einem leeren Herzen, einer dürstenden Seele, einem sich umdrehendem Magen und einem Blick auf die Uhr....

Vezelay Offline



Beiträge: 456

26.05.2013 13:36
#16 RE: Kommt man jemals wirklich los von der NAK Zitat · antworten

Zitat von Ulrich Handte im Beitrag #9

Was mir persönlich schwer fällt ist, mich mit NEUEN Aufgaben und Hobbys zu beschäftigen. Leider ging mir bei meinem Ausstieg, neben meinem Glaubensleben ( das ist mittlerweilen das kleinste Problem ) auch meine Vision, mit meinem Hobby das mich im Geschäftlichen, aber auch in meiner Freizeit beschäftigte, abhanden.


Hallo Ulrich,
ja, das kann ich auch bestätigen - es ist ein Unterschied zwischen der Frage "Was wollte ich schon immer einmal machen" und dem tatsächlichen Umsetzen. Ich habe mir damals unmittelbar nach dem Ausstieg eine Phase der Muße gegönnt, in der ich mir weder Ziele noch sonstige Anforderungen gestezt habe - sondern erstmal in den Sonntag hinein gelebt. Das war irgendwann nicht mehr befriedigend, ich musst was tun. Also habe ich meine Freizeit in die Kategorien und Ziele
1. Sportliche Aktivitäten = Rennrad, das juckte schon immer, wenn ich sonntag vormittags zum GD fuhr und dabei die Radgruppen sah.
2. Kreativität = was möchte ich im kreativen Sinn machen (Malen, Basteln, etc.)
3. Aufbau neuer sozialer Kontakte - vielleicht Ehrenamt, Anschluss an Wandergruppe, Tanzkurse, etc.. Mit der Rennradgruppe und dem Tanzkurs war das tlw. erfüllt, aber das hängt auch von der Persönlichkeit ab. Ich habe gemerkt, dass ich keinen riesigen Freundeskreis um mich brauche...
4. Kulturelle Aktivitäten = Literatur, Musik, Geschichte,...

Ich hatte auch beruflich eine Krise, da ich mich fragte, ob mit dem Wegfall der Glaubenswelt, das ja seither ein Stück scheinbare Sicherheit im Lebensrhythmus gegeben hat, auch der berufliche Ansatz weggebrochen ist.

Darf ich aber fragen, warum Deine Vision und Dein Hobby mit dem Ausstieg weggefallen ist?? Gerade jetzt hättest Du doch an den Wochenenden Zeit, z.B. in einem Steinbruch nach Fossilien zu schauen....?

lorenzolo Offline




Beiträge: 4.183

26.05.2013 14:38
#17 RE: Kommt man jemals wirklich los von der NAK Zitat · antworten

Zitat
ja, das kann ich auch bestätigen - es ist ein Unterschied zwischen der Frage "Was wollte ich schon immer einmal machen" und dem tatsächlichen Umsetzen.

Das ist doch das ganz normale Rentnerproblem. Man hat es sich so und so vorgestellt (aus welcher Naivität auch immer), aber die Realität ist nochmal anders.
Holzmaden + Schieferklopfen ist auch nicht "abendfüllend".

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"Wer Dich dazu bringen kann, Absurditäten zu glauben, kann Dich auch dazu bringen, Gräueltaten zu begehen." (Voltaire)

Weltmensch Offline



Beiträge: 1.563

26.05.2013 15:33
#18 RE: Kommt man jemals wirklich los von der NAK Zitat · antworten

Zitat von Vezelay
Darf ich aber fragen, warum Deine Vision und Dein Hobby mit dem Ausstieg weggefallen ist?? Gerade jetzt hättest Du doch an den Wochenenden Zeit, z.B. in einem Steinbruch nach Fossilien zu schauen....?



Lieber Vezalay, ... Ja, Ich kann es mir ( und somit auch Dir ) nicht erklären, warum mir die Überlegungen zu einer Neu-Ausrichtung so schwer fallen. Ja die, Entscheidungen zu treffen, für Hobby's, oder einfach zu Tätigkeiten die mir auch noch im Alter nach dem Arbeitsleben als Sinnvoll erscheinen. Was Ich von mir sagen kann ist, das was Ich gemacht habe, meist Herzblut mit eingeflossen ist.

So zB. stammt dieser wunderschöne Amonit aus vielen, vielen Steinbruch besuchen, den Ich übrigens selbst unter den Trümmern gefunden habe.



Dieses Bild stammt aus meiner akuten Ausstiegszeit, wo Ich nächtelang kleine Mosaiksteine bearbeitete.

Die Kirche hängt schief !


Eine zeitlang versucht Ich dann bei der Bearbeitung von Speckstein und Tonen meine Entäuschung zu verarbeiten.
Hier ein paar Projekte von mir

Der Pfahl im Fleisch ...


Das Trauma Karusell ...


Der gezogene Zahn ...


Eine starke Hand ...


Die Zweisamkeit ...

Weltmensch Offline



Beiträge: 1.563

26.05.2013 15:52
#19 RE: Kommt man jemals wirklich los von der NAK Zitat · antworten

Zitat von lorenzolo
Das ist doch das ganz normale Rentnerproblem. Man hat es sich so und so vorgestellt (aus welcher Naivität auch immer), aber die Realität ist nochmal anders.


Nö lorenzolo, das ist es ja gerade nicht, den diese Kraft der Vorstellung ist mir mehr oder weniger abhanden gekommen. Möglicherweise hängt das auch damit zusammen, wenn jemanden sich seine "Luftschlösser", oder "Himmelreiche" etc. ausmalen kann, hat auch mehr oder weniger die Kraft, seine Vorstellungen konkret und in reales Handeln umzusetzen. ... Diesen "Eck-Zahn" dieser Religions-Glaubens-Himmelreich-Märchen hat man mir gezogen und diese entstandene "Zahn-Lücke" versuche Ich derzeit, wieder für mich zu füllen.

lorenzolo Offline




Beiträge: 4.183

26.05.2013 17:16
#20 RE: Kommt man jemals wirklich los von der NAK Zitat · antworten

Hoi, du bist ein Künstler!

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"Wer Dich dazu bringen kann, Absurditäten zu glauben, kann Dich auch dazu bringen, Gräueltaten zu begehen." (Voltaire)

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