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Dieses Thema hat 34 Antworten
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 In der Neuapostolischen Kirche ist alles möglich, auch das Gegenteil!
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Weltmensch Offline



Beiträge: 1.563

13.01.2016 11:35
Um eines nur jammert's mich ... Zitat · antworten
lorenzolo Offline




Beiträge: 4.183

13.01.2016 13:04
#2 RE: Um eines nur jammert's mich ... Zitat · antworten

Du sollst doch keine kommentarlosen Links einstellen.
Sonst weiß keiner, worum es dir in diesem Zusammenhang geht!
Die erzählen sich da in dem anderen Forum dies und das, aber was daran interessiert dich jetzt??

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Weltmensch Offline



Beiträge: 1.563

13.01.2016 15:51
#3 RE: Um eines nur jammert's mich ... Zitat · antworten

Zitat von lorenzolo im Beitrag #2
Du sollst doch keine kommentarlosen Links einstellen.
Sonst weiß keiner, worum es dir in diesem Zusammenhang geht!
Die erzählen sich da in dem anderen Forum dies und das, aber was daran interessiert dich jetzt??


Der "gepflegte NAK-Leser" erkennt denn Zusammenhang schon an der Überschrift - "sing" Neunundneunzig Schafe lagen schon .... um eines nur jammert's mich

Und weitere Info hier:
Die Hure Babylon!
http://web62.confixx2.nak.org/java5/inde...=1226&Itemid=44

Weltmensch Offline



Beiträge: 1.563

13.01.2016 16:03
#4 RE: Um eines nur jammert's mich ... Zitat · antworten

Ehrich & Schneider Beten wohl zu wenig.

weitweg Offline




Beiträge: 1.176

13.01.2016 16:16
#5 RE: Um eines nur jammert's mich ... Zitat · antworten

... dann lass die 99 Schafe doch liegen, die meisten werden es sich in Jahrzehnten NAK-Abhängigkeit verdient haben

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lorenzolo Offline




Beiträge: 4.183

13.01.2016 17:07
#6 RE: Um eines nur jammert's mich ... Zitat · antworten

Ja, Lammkeule könnte ich auch mal wieder machen...

Das schön kitschige Lied im Englischen, das gibt es ja unabhängig von der Apostelei:


The Ninety and Nine
1.
There were ninety and nine that safely lay In the shelter of the fold.
But one was out on the hills away, Far off from the gates of gold.
Away on the mountains wild and bare.
Away from the tender Shepherd's care.
Away from the tender Shepherd's care.
2.
"Lord, Thou hast here Thy ninety and nine; Are they not enough for Thee?"
But the Shepherd made answer: "This of Mine Has wandered away from Me;
And although the road be rough and steep,
I go to the desert to find My sheep,
I go to the desert to find My sheep."
3.
But none of the ransomed ever knew How deep were the waters crossed;
Nor how dark was the night the Lord passed through Ere He found His sheep that was lost.
Out in the desert He heard its cry,
Sick and helpless and ready to die;
Sick and helpless and ready to die.
4.
"Lord, whence are those blood drops all the way That mark out the mountain's track?"
"They were shed for one who had gone astray Ere the Shepherd could bring him back."
"Lord, whence are Thy hands so rent and torn?"
"They are pierced tonight by many a thorn;
They are pierced tonight by many a thorn."
5.
And all through the mountains, thunder riven And up from the rocky steep,
There arose a glad cry to the gate of Heaven, "Rejoice! I have found My sheep!"
And the angels echoed around the throne,
"Rejoice, for the Lord brings back His own!
Rejoice, for the Lord brings back His own!"


Weniger rührselige Variante von 3 Adventistenmädchen gesungen:

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jürgen Offline



Beiträge: 1.140

13.01.2016 17:53
#7 RE: Um eines nur jammert's mich ... Zitat · antworten

Was war man in den Kreisen der NAK einmal stolz darauf, dass der einfache Hilfsarbeiter Kraft Heiligen Geistes - oder war es doch der Weingeist - das Wort Gottes verkünden konnte, was spottete und schimpfte man über die Studierten Pfaffen anderer Kirchen: "Wir müssen nicht auf eine weltliche Hochschule gehen, wir gehen auf die Hochschule Gottes, wo wir zu Priestern und Königen erzogen werden, die einmal im tausendjährigen Friedensreich mit Jesus regieren werden." Und dann, eh du dich versiehst, tauchen da Theologen in der NAK auf dürfen den Posten des Heiligen Geistes übernehmen und Apostel Jesu in theologischen Fragen beraten.
Jetzt geht einer von ihnen ... ist vielleicht nicht schnell genug aufgestiegen in der Hierarchie ... als Bischof oder Apostel verdient man halt besser ...

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Uncle Zic Offline




Beiträge: 584

13.01.2016 18:50
#8 RE: Um eines nur jammert's mich ... Zitat · antworten

Zitat von jürgen im Beitrag #7
Was war man in den Kreisen der NAK einmal stolz darauf, dass der einfache Hilfsarbeiter Kraft Heiligen Geistes - oder war es doch der Weingeist - das Wort Gottes verkünden konnte, was spottete und schimpfte man über die Studierten Pfaffen anderer Kirchen: ...

Ja, schade, dass man früher nicht einmal auf die Idee gekommen ist, die damals hochgehaltenen Lehren vorsichtig auf ihre Ewigkeitsgültigkeit hin zu hinterfragen:
"Sagen Sie, lieber Apostel, könnte es nicht sein, dass sich das alles einmal ändert in der NAK? Die zwei Gottesdienste am Sonntag? Kino, Fernsehen, Theater, Karneval, etc. dargestellt als Stätten bzw. Instrumentarien der Weltlust? Die kritische Herangehensweise an die Bibel als Zweifel, vom Verführer eingeflüstert? Die studierten Predigten der anderen Kirchen als Menschen-, nicht Gotteswort? Barttragen, längere Haare, Alltagstracht im Chor oder Gottesdienst als unerwünschte Erscheinungsweisen eines Gotteskindes? Das Deuten bestimmter Predigtteile als erkennbarer Ausfluss der persönlichen Ansichten des Dienenden und nicht vom Heiligen Geist inspiriert als Wirken des Geistes von Unten? Der Wunsch der Jugend, sich auch im Kirchengebäude durch Spaß und Spiel zu amüsieren und nicht die Jugendstunde als 3. GD zu gestalten als unangebrachte Verhaltensweisen im Hause Gottes?" u.s.w. u.s.f.

Ich denke, die Antwort des Apostels, egal welches, wäre recht eindeutig ausgefallen.
An solchen Gedankenspielereien kann man gut sehen, als wie revolutionär oder aufsässig solche Fragen damals empfunden worden wären. Man hätte wohl auch den Ratschlag bekommen, um ein Zeichen zu bitten. Das dann ja auch mit Sicherheit eingetreten wäre.

Olaf Wieland Offline




Beiträge: 377

14.01.2016 15:34
#9 RE: Um eines nur jammert's mich ... Zitat · antworten

Passend zum Thema möchte ich aus einem aktuellen Brief eines mir seit der Kindheit bekannten Gemeindemitgliedes zitieren (die kritischen Anmerkungen), welchen er mir kürzlich zusandte. Symptomatisch in solchen Fällen ist der Hinweis auf den Kern des NAK-Glaubens, die Wiederkunft Jesu Christi. In Form der Frage "Was wäre, wenn der Herr jetzt vollenden würde?" wird eventuell bestehende mangelnde Würdigkeit angemahnt. Es wird also immer noch mit Angst gearbeitet. Ich dachte, so hätte man in der NAK nur in der Vergangenheit argumentiert.


"Lieber Apostel,

mit diesem Schreiben möchte ich meinen Entschluss bekannt geben,dass ich das mir übertragene Priesteramt aus persönlichen Gründen niederlegen möchte. Gerne will ich dir lieber Apostel, meine Beweggründe zu diesem Schritt darlegen und begründen(...).

„Sei es die Kommunikation im Brüderkreis gewesen, die fast gar nicht vorhanden war, die Gleichgültigkeit des Vorstehers, wenn man Probleme ansprach oder das Wissen darüber das Amtsträger die Unwahrheit sagten um sich selber zu profilieren. Hinzu kam die Tatsache, dass nichts mehr passierte in der Gemeinde. Man hatte das Gefühl der Vorsteher würde die Gemeinde passiv führen. Er kam zum Gottesdienst halten und war dann wieder weg. Keine Ämterstunden, keine Hausbesuche, keine Impulse. Das Belastete dann auch unser Familienleben, weil man unzufrieden war mit der Gesamtsituation. Man geht in den Gottesdienst und hört und predigt auch selber von der Nächstenliebe und von dem großen Ziel was wir gemeinsam erreichen wollen, aber in der Gemeinde selbst herrscht Eiszeit und Unbehagen (…).

„Wir waren einfach am Ende. Wir brauchten Abstand und Zeit für uns. Und genau dieser Schritt hat und gezeigt, wie weit die Nächstenliebe reicht. Es trat nämlich Stille ein. Nichts passierte. Kein Anruf. Kein Besuch. Einfach gar nichts. Und gerade in dieser Situation hätte man sich das gewünscht. Man ließ einfach die Zeit für sich arbeiten, so wie immer. Mich und meine Frau belastete das sehr. Man stellte sich die Frage, ob man denn einfach nur eine Zahl in der Kirchenstatistik war oder ob die gläubige Seele nichts mehr bedeutet (…).

Letztendlich, so haben wir es empfunden, wurde uns nahegelegt, dass wir selber schuld an der ganzen Situation sind. Wir sollten mal jetzt schön versöhnungsbereit sein und dann wäre wieder alles gut. Mit anderen Worten: wieder einmal alles schön unter den Teppich kehren und schön still sein. Aber davon hatten wir genug, so lief es all die Jahre schon in der Gemeinde und wir wollten diesmal nicht der Sündenbock sein (…).

Natürlich lehrt uns unser großer Gott und der Herr Jesus die Versöhnung und die Nächstenliebe, was wir auch immer wieder versucht haben. Aber wenn dies einseitig geschieht und alle anderen machen können was sie wollen und man selber der Böse bei der ganzen Sache ist, Entschuldigung, aber dann läuft etwas verkehrt. Und wir sind auch nur Menschen(...).

Lieber Apostel, damit ich und meine Familie weiterhin in unseren Glauben leben können, muss ich nun mein Amt niederlegen(....).

Weiterhin bitte ich dich, dem Ältesten xxx mitzuteilen, nicht mehr bei uns anzurufen. Die letzten Telefonate waren für uns sehr belastend und hatten zudem einen sektenartigen Charakter. Denn es wurden uns Fragen gestellt wie z. B. : „Was wäre, wenn der Herr jetzt vollenden würde? Ja, was wäre dann?(...).

Ich denke mal, dass man auf dieser Grundlage kein Seelsorgegespräch führt und man mit Drohungen schon gar nichts erreicht. Auch die Frage an meine Frau gerichtet: „Was würde deine Mutti dazu sagen, wenn sie noch leben würde?“ fanden wir sehr geschmacklos und unpassend(...).

Ich bitte dich meine Entscheidung zu akzeptieren und in Liebe aufzunehmen. Wir möchten gerne im Kreis der Gotteskinder bleiben und an dem Ziel festhalten, woran wir glauben.“

weitweg Offline




Beiträge: 1.176

14.01.2016 16:21
#10 RE: Um eines nur jammert's mich ... Zitat · antworten

Das ist doch widersprüchlich. Zum Einen beklagt der Mann vor allem die fehlende Nächstenliebe und den Charakter von Gesprächen und andererseits will er gerne "im Kreis der Gotteskinder" bleiben.
Wie kann ein AT sein Amt niederlegen und gleichzeitig dem Laden "treu" bleiben wollen ? - Das ist etwas, was ich nicht verstehen kann

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Weltmensch Offline



Beiträge: 1.563

14.01.2016 16:28
#11 RE: Um eines nur jammert's mich ... Zitat · antworten

Zitat von Olaf Wieland im Beitrag #9

Ich bitte dich meine Entscheidung zu akzeptieren und in Liebe aufzunehmen. Wir möchten gerne im Kreis der Gotteskinder bleiben und an dem Ziel festhalten, woran wir glauben.“

Ja der erste Schritt ist getan, der gesunde Zweifel hat gesiegt! Wetten, der zweite Schritt folgt, wenn nun auch langsam das "Ziel verschwimmt"?
Alles eine Frage der Zeit und wieder eine Menschenseele aus denn Fängen der Sekte gerettet. "Hallllllllelujjjja"

Da würde sich dann auch noch "Mutti" darüber freuen.

jürgen Offline



Beiträge: 1.140

14.01.2016 19:29
#12 RE: Um eines nur jammert's mich ... Zitat · antworten

Zitat von Olaf Wieland im Beitrag #9
Passend zum Thema möchte ich aus einem aktuellen Brief eines mir seit der Kindheit bekannten Gemeindemitgliedes zitieren (die kritischen Anmerkungen), welchen er mir kürzlich zusandte. Symptomatisch in solchen Fällen ist der Hinweis auf den Kern des NAK-Glaubens, die Wiederkunft Jesu Christi. In Form der Frage "Was wäre, wenn der Herr jetzt vollenden würde?" wird eventuell bestehende mangelnde Würdigkeit angemahnt. Es wird also immer noch mit Angst gearbeitet. Ich dachte, so hätte man in der NAK nur in der Vergangenheit argumentiert.


Never change a running system!

Wenn man sich genau überlegt, was einen so lange in der NAK gehalten hat, dann kommt man darauf, dass es vor allem die Angst ist etwas zu verlieren. Und zwar das ewige Leben in der Gemeinschaft mit Gott. Nur der sanfte Hinweis man könne es durch den einen oder anderen Gedanken, Aussage oder Handlung verlieren reicht schon aus um diese Angst auf den Plan zu bringen. Dieser Hinweis kann bei Mitglieder meiner und früherer Generationen noch viel deutlicher sein, als bei den späteren. Doch letztendlich arbeitet man in der NAK nie mit etwas anderem als Angst, weil Angst das wichtigste, weil einzige Mittel ist Mitglieder so lange wie möglichst lange im System, klein, dumm und unmündig zu halten.

Das hinterhältige an dieser Angst ist einmal, dass diese Angst selbst dazu führt, dass man sie aus seinem Bewusstsein ins Unterbewusstsein verdrängt, weil die bewusste Wahrnehmung dieser Angst ja mangelndes Gottvertrauen wäre, das dann zum Verlust des ewigen Lebens führt und dass diese Angst zum anderen dazu führt, dass man jeden Gedanken, welchen Wert ein ewiges Leben hat, das man mit einem entsprechend seinen Forderungen unbarmherzigen, unmenschlichen, ja menschenverachtenden, entsprechend seiner Beschreibung in der NAK launischen und unzuverlässigen Gott führen muss, denn das wären ja typische Zweifelsgedanken und der Zweifler empfängt ja nichts.
Beides führt dazu, dass viele Mitglieder weder diese Angst fühlen, noch über das negative Gottesbild der NAK und den Sinn eines ewigen Lebens in der Gemeinschaft mit einem solchen Gott nachdenken wollen.
Lieber hält man sich krampfhaft an einen selbst gebastelten positiven Gottesbild fest, das aber nicht dem der NAK entspricht und übersieht dabei, dass auch solche selbst gebastelten Gottesbilder nach der Lehre der NAK dazu führen das ewige Leben zu verlieren.

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PippiLangstrumpf ( gelöscht )
Beiträge:

14.01.2016 19:45
#13 RE: Um eines nur jammert's mich ... Zitat · antworten

Leider flüchten sich aber auch sehr viele in Alkohol und/oder haben psychische Probleme..und die, wo keine Beschwerden haben, sind oft Narzissten..

lorenzolo Offline




Beiträge: 4.183

15.01.2016 10:04
#14 RE: Um eines nur jammert's mich ... Zitat · antworten

. (bitte löschen)

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lorenzolo Offline




Beiträge: 4.183

15.01.2016 10:08
#15 RE: Um eines nur jammert's mich ... Zitat · antworten

Zitat von Olaf Wieland
Es wird also immer noch mit Angst gearbeitet. Ich dachte, so hätte man in der NAK nur in der Vergangenheit argumentiert.


"Echtes" (= nicht total gegen den Strich interpretiertes) Christentum ohne Angst ist undenkbar! Ohne dieses Eingespanntsein zwischen Himmel und Hölle, Verheißung und Drohung, Seligkeit und Verdammnis usw. wäre der christlichen Religion komplett der Teppich unter den Füßen weggezogen. Man sehe sich mal die von den Evangelisten behaupteten Jesus-Aussagen an: Die funktionieren gerade so. Das ist also nicht nur NAK-Erfindung.
Angst gehört zum Wesenskern des Christentums.

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Olaf Wieland Offline




Beiträge: 377

15.01.2016 14:46
#16 RE: Um eines nur jammert's mich ... Zitat · antworten

Diese Angst ist sehr schön dokumentiert in einem Erlebnisbericht des damaligen Apostel Quittenbaum:

„Tante Wicht, so nannten wir liebevoll die Frau unseres Apostels Rudolf Wicht, war für uns Jugendliche ein Gotteskind, an dem wir nur Gutes sahen. Und sie tat uns auch nur Gutes! Für jeden hatte sie ein offenes Ohr und ein Herz für Kranke und Betagte. Sie war immer zur Stelle, wenn es einen Liebesdienst zu verrichten galt. Wenn wir Brüder die Kirche heizten, brachte sie uns manches Mal Kaffee und Kuchen oder auch belegte Brote zur Stärkung. Das hat uns stets sehr wohlgetan. Eines Tages wurde ich zum Vorsteher bestellt, der neben der Kirche wohnte. Da auf mein Klingeln niemand öffnete, musste ich annehmen, dass er nicht daheim war. Sollte ich beim Apostel läuten, der im gleichen Haus wohnte? Nein, das wollte ich nicht. Und beim Priester, der ebenfalls dort eine Wohnung hatte, meldete sich auf mein Anklopfen auch niemand. Nun versuchte ich es doch beim Apostel. Vergeblich, das ganze Haus war leer.-- War etwa der Herr gekommen? Angst und Furcht stiegen in mir auf. Viele Unvollkommenheiten, Fehler und Sünden fielen mir ein. Je länger ich an der Kirchentüre stand, um so mehr pochte mein Herz. Der Gedanke, der Herr habe seine Braut geholt und ich sei nicht würdig gewesen, machte sich in mir breit. Zum Weglaufen hatte ich keine Kraft. Stoßseufzer entrangen sich meiner Brust. Mich beschäftigte der Wunsch: Ach wenn doch nur jemand vorbeikäme! Mit einem Male entdeckte ich auf dem Zugangsweg zur Kirche eine Frau, unsere Tante Wicht. Ich war froh und dankbar zugleich. Tante Wicht ist noch da - dann ist auch der Herr noch nicht gekommen!“

http://www.apostolische-geschichte.de/wi...him_Quittenbaum

Ich verstehe nicht, warum dieser Bericht unter "Kuriositäten" abgehandelt wird. Möchte man damit gerne ausdrücken, dass diese "Glaubenseinstellung" ein Relikt der Vergangenheit ist oder sein sollte im Sinne "Raus aus der Sektenecke" und heute nicht mehr auftritt?

Ich verstehe den neuapostolischen Menschen in erster Linie als "Habenmenschen" bzw. die NAK als eine Kirche des "Habens"("Die Gewißheit des ewigen Lebens hat uns Gott durch Apostel geschenkt"). Daraus resultiert auch die Haltung und das Auftreten der neuapostolischen Gotteskinder. Zur Verdeutlichung meiner Überlegung ein Zitat von Erich Fromm (http://www.gushurst.de/Erich%20Fromm%20-...oder%20Sein.pdf, S.27):

Während sich der »Habenmensch« auf das verläßt, was er hat, vertraut der
»Seinstypus« auf die Tatsache, daß er ist, daß er lebt und daß etwas Neues
entstehen wird, wenn er nur den Mut hat, loszulassen und zu antworten. Er wirkt
im Gespräch lebendig, weil er seine Spontaneität nicht durch ängstliches Pochen
auf das, was er hat, abwürgt. Seine Lebendigkeit ist ansteckend, und der andere
kann dadurch häufig seine Ichbezogenheit durchbrechen. Die Unterhaltung hört
auf, ein Austausch von Waren (Informationen, Wissen, Status) zu sein und wird
zu einem Dialog, bei dem es keine Rolle mehr spielt, wer recht hat. Die
Duellanten beginnen, miteinander zu tanzen und sie trennen sich voll Freude,
statt im Gefühl des Triumphs oder im Gefühl, Pech gehabt zu haben, was beides
gleich steril ist."

lorenzolo Offline




Beiträge: 4.183

15.01.2016 14:52
#17 RE: Um eines nur jammert's mich ... Zitat · antworten

Zitat von OW
Ich verstehe den neuapostolischen Menschen in erster Linie als "Habenmenschen" bzw. die NAK als eine Kirche des "Habens"


Ja, "Seinsmensch" kann man nur in relativer Angstfreiheit sein. Manche modernen Christenmenschen versuchen es mit einem "Gott liebt dich so oder so". (Erinnert mich ein bisschen an Mielkes "Ich liebe doch alle".) Aber das passt nicht zum biblischen Jesus, der jede Menge Drohungen von sich gegeben hat, für den Fall, dass man ihm nicht glaubt/folgt.

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Olaf Wieland Offline




Beiträge: 377

15.01.2016 15:59
#18 RE: Um eines nur jammert's mich ... Zitat · antworten

Pointiert ausgedrückt, in der NAK wird die Liebe zum Gesetz der Sklaverei,wo der Mensch liebt, zittert und zaudert. Eine vergewaltigte und erzwungene Liebe. Die Neuapostolische Kirche macht den Menschen das „göttliche Angebot“ der Zeit: durch die Eingangspforte ins Himmelreich komme nur, wer denn neuapostolischen Aposteln ("Liebeshändlern") folge. Dieses Angebot muss mit Drohungen flankiert werden (z. B. subtil "Was wäre, wenn der Herr jetzt vollenden würde?"), um den Menschen zu zwingen, zu lieben. Irgendwo hatte ich einmal gelesen, wenn sich zum Angebot die Drohung gesellt, so lebt die Masse unter einer ständigen Furcht, dann bleibt sie "treu" bis zum Ende, denn niemand ist so feige wie der Massenmensch. Das erinnert mich an den phantastischen Roman "1984" von Georg Orwell (Gedankenpolizei, Liebesministerium).

Untersuchungsrichter des totalitären Staates O´Brien zu Winston, der von der "Gedankenpolizei" verhaftet und in das Verließ des "Liebesministeriums" eingespeert wurde:

"Sie bessern sich. Verstandesmäßig ist recht wenig an Ihnen auszusetzen. Nur gefühlsmäßig haben Sie keinen Fortschritt gemacht. Sagen Sie mir, Winston, ... was sind Ihre wahren Gefühle gegenüber dem großen Bruder?" - "Ich hasse ihn." - "Sie hassen ihn. Schön. Dann ist für Sie die Zeit gekommen, den letzten Schritt zu tun. Sie müssen den Großen Bruder lieben lernen. Es genügt nicht, ihm zu gehorchen; sie müssen ihn lieben."

UFO Offline



Beiträge: 74

15.01.2016 18:17
#19 RE: Um eines nur jammert's mich ... Zitat · antworten

Mal eine Frage:

Wurde/wird in der NAK eigentlich die sogenannte "heimliche Entrückung" gelehrt?
Eigentlich muß es ja so sein, da ich mich auch noch daran erinnern kann, daß ich hin und wieder angst hatte, meine Eltern seien weg und so wie ich hier häufig lese, nicht der Einzigste war, dem es so ging?
Das wäre ja auch wieder so eine Sonderlehre, die nicht der Bibel entspräche.

Sorry, aber von den Gottesdiensten habe ich nie viel mitbekommen, weil ich immer nur träumte und mich nie konzentrieren konnte.
Aber zumindest die ehemaligen Amtsträger müssten das ja wissen?

.

weitweg Offline




Beiträge: 1.176

16.01.2016 12:45
#20 RE: Um eines nur jammert's mich ... Zitat · antworten

Zitat von UFO im Beitrag #19
Mal eine Frage:

Wurde/wird in der NAK eigentlich die sogenannte "heimliche Entrückung" gelehrt?
Eigentlich muß es ja so sein, da ich mich auch noch daran erinnern kann, daß ich hin und wieder angst hatte, meine Eltern seien weg und so wie ich hier häufig lese, nicht der Einzigste war, dem es so ging?
Das wäre ja auch wieder so eine Sonderlehre, die nicht der Bibel entspräche.


Ich bin mir nicht sicher, meine aber in meiner Kinder- und Jugendzeit gehört zu haben, dass es durch aus sein könne, dass, wenn der Herr käme, viele der Lieben einfach nicht mehr da seien, eben entrückt.
Ob das aber offizielle Lehre ist - keine Ahnung - ich tendiere eher zu der Annahme, dass das die Interpretation einzelner besonders eifriger AT war...

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