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Dieses Thema hat 97 Antworten
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 Sexueller Missbrauch in der NAK
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Isa Offline




Beiträge: 5.158

10.09.2010 19:41
#81 RE: Ich bin Opfer und breche das Schweigen Zitat · antworten

Kalll

Hallo Alive, hallo Ihr Lieben,

habe eben erst von Deinen/unseren Beiträgen bez. Deiner Kindheitserfahrungen gelesen. Einfach erschütternd. Ich glaube, durch Deine Vorgehensweise, daß Du Dich aktiv mit Deiner grausamen Vergangenheit auseinandersetzt zeigt schon, daß Du auf dem richtigen Weg bist. Genauso, wie Du es tust, so sollten es alle die tun, denen Gleiches angetan wurde!!!
Ich habe vor ein paar Monaten von einer Freundin erfahren, daß auch sie über lange Jahre hinweg sexuell mißbraucht wurde. Sie als Betroffene hat erst nach ca 35 Jahren darüber sprechen können. Sie hat, nach ihrer eigenen Aussage, selbst nichts mehr davon gewußt. Wir (d.h. meine Frau und meine Wenigkeit) waren die ersten außerhalb ihrer jetzigen Familie (Ehemann und Kinder), die von diesen schrecklichen Vorgängen erfuhren. Nach einer Zeit des Zuhörens und der Sprachlosigkeit meinerseits drängte es mich sofort, nachzuhaken, ob gegen den Täter etwas unternommen wurde. Dies wurde verneint. Es würde doch jetzt nix mehr bringen... Ich zog mich mit meiner drängenden Methode aus dem Gespräch zurück, denn ich spürte, daß sich dadurch evtl. Druck in Richtung des Opfers aufbauen könnte. Von wegen: warum hast du nix gemacht usw. Ich glaube, Druck ist das Letzte, was diese Menschen brauchen. Ich muß dazusagen, daß dieser Mißbrauch (auch die etwas ältere Schwester unserer Freundin wurde mindestens über 8-10 Jahre mißbraucht) nur indirekt im Zusammenhang mit der NAK gehört. Die damalige Herkunftsfamilie der Freundin war NAK- angehörig. Die Eltern mußten vom Mißbrauch gewußt haben (der Täter kam aus der Familie). Die Mutter ließ die beiden Mädchen, die sich an sie gewandt haben mit dem Hinweis alleine, sie würden 'spinnen'...
Ich bekomme in den vergangenen Monaten immer mehr eine Ahnung davon, was sich in der Seele und überhaupt im nachfolgenden Leben der Opfer abgepielt hat. Es ist -so drängt sich mir das Bild auf- die Hölle auf Erden. Und, das ist meine absolut feste Überzeugung, jeder, der von solchen Vorkommnissen weiss, und nix unternimmt, der macht sich auf fürchterliche Weise mitschuldig. Wenn dann noch offenkundig wird, das 'Kirchendiener' (egal welcher Konfession) von solchen Vorgängen wissen und nichts unternehmen, die begehen für mich eine Sünde, gegen die ist die Sünde 'wider den heiligen Geist' eine Wohltat!!!

Dir, lieber Alive, wünsche ich, daß Dir weitere mutige Schritte auf dem Weg der Verarbeitung Deiner Erlebnisse gelingen mögen und Du viele schöne Momente im Leben hast!

es grüßt Dich / Euch ein aufgewühlter
Kalll (Klaus)

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„Omnia vincit amor, et nos cedamus amori.“ - Vergil

Isa Offline




Beiträge: 5.158

10.09.2010 19:42
#82 RE: Ich bin Opfer und breche das Schweigen Zitat · antworten

Kalll

Hallo Ihr Lieben,

mir fällt noch ein Tip in Bezug zum Kontakt mit Betroffenen ein. Zuhören und nochmals zuhören. Wirkliches Interesse am Gegenüber und Zurückhaltung mit vorschnellen Ratschlägen sind zumindest am Abfang richtig und wichtig. Der Verweis auf professionelle Hilfe ist auch nicht zu vergessen. Und viel liebevolle Zuwendung ist natürlich klar....
Was mir immer zu schaffen macht, ist die Tatsache, daß unsere Freundin anscheinend kein Interesse an der Nachverfolgung der Straftaten hat. Die Beweggründe sind für mich als Außenstehenden schwer nachvollziehbar. Mich drängt es immer wieder zum Handeln. Ich hatte schon die Idee, den Täter ausfindig zu machen und selbst tätig zu werden. Aber, ich glaube, da möchte ich zuerst die Zustimmung des Opfers haben, sonst verwickle ich sie u.U. in weitere Konflikte...
Kurz und gut: das ist ein sehr schwieriges Feld, auch für die Umgebung des Opfers.

Gruß
Kalll (Klaus)

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Isa Offline




Beiträge: 5.158

10.09.2010 19:43
#83 RE: Ich bin Opfer und breche das Schweigen Zitat · antworten

ruthie

hallo ida und kall,

auch fuer mich ist es schwer nachvollziehbar, wenn ein opfer nichts gegen den taeter unternimmt. allerdings muss man das verhalten des opfers akzeptieren, denn alleine bei diesem liegt die entscheidung.
liebe ida, diese eltern kann ich ueberhaupt nicht verstehen, so etwas ist nicht mit vergessen und vergeben erledigt! diese entscheidung muss der tochter zugestanden werden, den eltern sollte es doch um gerechtigkeit, um recht oder unrecht gehen und nicht darum, was die leute denken. wenn ich solche dinge hoere, die machen mich auch sprachlos - vor wut.

liebe gruesse - ruthie

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„Omnia vincit amor, et nos cedamus amori.“ - Vergil

Isa Offline




Beiträge: 5.158

10.09.2010 19:43
#84 RE: Ich bin Opfer und breche das Schweigen Zitat · antworten

Alive

Danke lieber Kalll für Deinen Beitrag und Dein Verständnis!
Tat gut Deine Zeilen zu lesen!

Alive

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„Omnia vincit amor, et nos cedamus amori.“ - Vergil

Isa Offline




Beiträge: 5.158

10.09.2010 19:45
#85 RE: Ich bin Opfer und breche das Schweigen Zitat · antworten

Admin




Hinweis zur Vermeidung von Missverständnissen!

Das nachfolgende Video bezieht sich auf die Zeugen Jehovas und nicht auf die NAK! Warum setze ich es hier aber ein?

Wegen der Analogien in der Argumentation, die hier förmlich Parallelen erkennen lassen. Aber seht Euch das mal an und urteilt bitte selbst!

Es wäre schön, wenn der Eine oder Andere uns hier mal mitteilt, wie er das sieht.


Klick!

Achtung! Wenn der Link nicht funktioniert, bitte später nochmals probieren. Danke!

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Isa Offline




Beiträge: 5.158

10.09.2010 19:46
#86 RE: Ich bin Opfer und breche das Schweigen Zitat · antworten

ZZZ

Ich habe diesen Thread erst jetzt gelesen.....und habe eine Gänsehaut bekommen....

Ich hatte es schon mal erwähnt....auch ich bin sex. missbraucht worden.
Es war niemand aus meiner Gemeinde....aber meine Mutter hat trotzalledem die Kinderzimmertür für ihn geöffnet und hats geduldet, weil sie ein Verhältnis mit ihm hatte und er mit dem "Ausplaudern" gedroht hat. Ich habe auch erst nach Jahren erfahren, dass auch meine Schwester und mein Bruder davon betroffen waren.
Meine Schwester ist die Älteste...sie hat alles mit angesehen und mit erlebt...mein Bruder kann sich bis heute nich dran erinnern, hat aber nach vielen Jahren Depressionen und Zwänge bekommen.
Im Alter von 6 jahren konnte ich mich dann erinnern, es kam auch zu einer Anzeige, weil ich es einer Nachbarin erzählt hatte........dann das ganze Bimbamborium...Verhöre...Gerichtsverhandlungen usw.....
wenn die damals gewusst hätten..dass meine Mutter Mittäterin war.....ich könnte heute noch ko......wenn ich dran denke.
Unser Hauspriester wurde bestellt, wenn ich in den Fußballverein wollte, wenn ich keine Einsicht gezeigt habe, dass Gokis eben Sonntags nicht auf den Fußballplatz gehören....dann kam Priester Z. und manchmal noch der Vorsteher....
aber dass alle 3 Kinder im Kinderzimmer über Jahre die Hölle erlebten...das hat niemand erfahren....(glaube ich zumindest..)
Im Alter von 15 Jahren verliebte ich mich in einen AT. Er lebte damals in Scheidung.
Auf einer Geburtstagsfeier beichtete ich ihm alles.....
in einer feuchtfröhlichen Runde hat er seine fehlende Sexualität bei mir dann aufgefrischt....
Damals dachte ich....wow, der heiratet mich jetzt sicher.......
*kopfschüttel..war ich dumm*
Jetzt im Juni...in meiner Reha..hatte ich es auch erzählt...
die Therapeutin sagte mir, dass auch DAS ein sex. Missbrauch war.
Ja ja..die schwarzberockten.....damals waren sie für mich unfehlbar.

Alive...bist du noch hier im Forum??????
Wenn du das liest....ich kann dir sooo gut nachfühlen....
Alles Liebe für dich.
Liebe Grüße
Martina

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Isa Offline




Beiträge: 5.158

10.09.2010 19:47
#87 RE: Ich bin Opfer und breche das Schweigen Zitat · antworten

Hallo Tina,

Alive ist noch im Forum, aber derzeit in Therapie, deshalb wird es sicherlich ein Weilchen dauern, bis sie dir antwortet. So etwas braucht Zeit, das kennst du ja selbst zur Genüge.

LG Isa

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Isa Offline




Beiträge: 5.158

10.09.2010 19:48
#88 RE: Ich bin Opfer und breche das Schweigen Zitat · antworten

rudi

Hallo Tina , ich möchte Dir sagen dass es mir leid tut , sehr leid ,was >Dir angetan wurde .
Auch meine Frau erlebte in Ihrer Kindheit sexuelle Übergriffe Ihres Vaters wobei es nie zum Akt kam . Als wir 11 Jahre verheiratet waren kam es von unserem Vorsteher , der jetzt Hirte ist , zu einem sexuellen Übergriff der aber auch nicht zum Geschlechtsakt kam , und da war ich ganz in der Nähe . Ich hätte ihn umbringen können , doch er tat das damit ab , er hätte etwas Alkohol getrunken . Meine Frau leidet bis heute darunter , ich hab aber auch bis heute zu Ihr gehalten und werde es auch weiterhin tun .
Sie hat Therapie gemacht , doch manchmal kommt alles wieder hoch , wobei ich Ihr immer zur Seite stehe , und ich wünsche Dir von ganzem Herzen , dass auch Du jemanden hast der Dir zuhört .
Ganz liebe Grüsse , Rudi

_________________________________________________
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Isa Offline




Beiträge: 5.158

10.09.2010 19:48
#89 RE: Ich bin Opfer und breche das Schweigen Zitat · antworten

ZZZ

Hallo Rudi,
vielen Dank für deine Antwort, für dein Mitgefühl.
Ich habe auch Therapie gemacht und ich behaupte jetzt einfach mal, dass es FAST "Schnee von gestern" ist.... (was den AT betrifft...)
Das andere, "der liebe Nachbar", das war schon schlimmer, das ging auch seinerzeit vor Gericht...

Was deine Frau mitgemacht hat, kann ich nachfühlen, sehr gut sogar.
Auch bei meinem AT war Alkohol im Spiel.....tztztztzt..der bööööse Alkohol *kotz*
Aber ich habe es damals so gesehen, dass es eine Prüfung war.....so hat es mir der Amtsträger auch im nachhinein gesagt. Es wäre ne Prüfung gewesen, die er leider nicht bestanden hätte..aber wir würden jetzt viel beten...

Schön, dass du für deine Frau da bist.
Ja, ich habe auch jemanden, der mir zuhört..auf jeden Fall. Und das ist wichtig.
Liebe Grüße
Tina

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Isa Offline




Beiträge: 5.158

10.09.2010 19:49
#90 RE: Ich bin Opfer und breche das Schweigen Zitat · antworten

Maggy

Leute echt was soll das? ich mein das hat nur was mit den menschen zu tun und nichts mit der kiche!
Meine Mutter sagt immer:man sieht nur das was man sehen will

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Isa Offline




Beiträge: 5.158

10.09.2010 19:50
#91 RE: Ich bin Opfer und breche das Schweigen Zitat · antworten

Hypnos

Was das soll fragst Du Maggy, dann lies doch mal hier

http://www.mediasinres.net/interviews/in...s-durchbrechen/

Das hat sehr wohl auch was mit dem Verhalten einer Kirche zu tun, mit der Art wie sie damit umgeht, Aufklärung betreibt und präventiv arbeitet.

Und auch Deine Mutter hat Recht, denn in der NAK sieht man nur das was man sehen will, denn nach Aussage von Bez.Ap Studer soll man doch "den Verstand ausschalten und nur glauben". In diesem Zustand kannst Du dann nichts erkennen, schön wenn Deine Mutter das schon bemerkt hat.

Gruß
Hypnos

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„Omnia vincit amor, et nos cedamus amori.“ - Vergil

Eisblume Offline




Beiträge: 3.396

16.03.2011 13:52
#92 RE: Ich bin Opfer und breche das Schweigen Zitat · antworten

28 Jan 2011 16:53 Eisblume

Ich habe sehr lange überlegt, ob ich das nun schreiben soll und habe JA gesagt zu mir.
Ganz zuerst, auch wenn Du nicht mehr hier sein solltest Alive - denn es ist ja schon Jahre her, als Du so mutig Dein Schweigen gebrochen hast, ich bewundere Dich zutiefst. Ich hoffe und wünsche es Dir so sehr, dass es Dir nach Deiner Therapie heute richtig gut geht.

Es kann jetzt nur ein Versuch sein, eine Brücke zu schlagen von einem Opfer zu dem Menschen hier, der das Opfer wirklich verstehen will....
Ich habe beim Lesen dieses Thread alles gesehen - das Entsetzen und das Mitgefühl von anderen Menschen und auch die typischen Reaktionen der linientreuen "NAK'ler, die nichts auf ihre "Kirche" kommen lassen wollen, eben die totalen Ignoranten.

Ich kann Alive so gut verstehen... ich respektiere auch den Menschen, der sich nicht in ein Opfer und vor allem dessen Haltung während und nach den Taten versetzten kann.
Es kann den Horizont eines normal empfindenden Menschen überschreiten und tut es auch, es gibt auch die, die gar nicht mitfühlen wollen.
Eines kann ich bestätigen, ein Opfer ist niemals auf diese "Mitleidsschiene" aus... Im Gegenteil, es sind so viele der Gründe alleine hier beschrieben worden, warum diese (ehemaligen) Kinder schweigen, sie wollen diese Art der Aufmerksamkeit nicht erregen. Das alles umfassende ist die Angst. Es gibt nur die stummen Schreie ihrer Seelen nach Hilfe. Und diese werden von zu vielen absichtlich nicht gehört.

Und so viele, die es wissen helfen nicht, weil sie es nicht wollen, nicht können oder weil die"Gesetze" es erlauben, dass die Schuld ungesühnt bleibt.
...
Weil es so sehr verraten wurde von Eltern und Kirchenvertretern, denen es so sehr und welch ein Hohn kindlich vertraut hat und weil es mit unglaublichen Mitteln zum Schweigen gebracht worden ist, hat dieses Kind nie gesprochen, die Lippen wurden buchstäblich versiegelt. Das muss einen Menschen und noch viel mehr ein Kind in sämtlichen Grundfesten erschüttern.
Angst bestimmt das Leben dieses Kindes. Das Herz erstarrt...
Und darum habe ich den Namen "Eisblume" hier gewählt...
Aber ich weiss, dass es nicht für immer so ist und so sein muss.

Um zu überleben, entwickelt das Kind Strategien, es entflieht in seine ganz eigene Welt. In dieser eigenen Welt muss es schön sein.
Das schlimme ist, je jünger das Kind ist, dann glaubt es sogar eine lange Zeit, all das, was ihm geschieht, ist "normal".
Manchmal gelingt es, wenigstens das schlimmste so gut zu verdrängen, dass es glaubt, alles vergessen zu haben, aber nein so ist es nicht.
Nachts kommt es wieder - immer wieder in den selben Alpträumen... tagsüber kommen manchmal auch Erinnerungen, und wirklich dann, wenn man sie nicht will, ja es reicht ein Geruch, ein Wort, eine Melodie...

Es gibt wundervolle Wege, das zu ändern... das hilft, wenn man sich darauf einlassen will. Als Erwachsene und eine kleine, viel zu kurze Zeit hab ich mich auf einen Weg einlassen können und es hat so sehr geholfen, weil ich vertraut habe.... ein einziges mal tief vertraut habe....

Als Kind und als Jugendliche jedoch hatte ich mich meinem Tagebuch anvertraut, es war ein ganz stummer und geduldiger Zuhörer und Zeuge unvorstellbar grausamer Dinge... Ich habe sie alle vernichtet, damit sie nicht in "falsche" Hände gelangen konnten. Schreiben kann helfen.
Schreiben wie hier in einem Forum kann auch helfen, es ist aber immer noch keine "richtige" Öffnung.

Mit einer Person, die man nicht persönlich kennt z.B. an einem Telefon sprechen, auch das ist eine "halbe" Öffnung... Ich habe es einmal andeutungsweise versucht... Ich habe nicht weitersprechen können...

Es kostet ein solch hohes Maß an Überwindung, für andere Menschen eine nicht zu verstehende unendlich grosse Überwindung, einem anderen Menschen Auge in Auge gegenüber zu sein und davon zu sprechen, es überhaupt einmal über die Lippen zu bekommen, was geschehen ist, denn mit jedem Wort wird alles noch einmal erlebt, begleitet von den grausamen Bildern...
Und weder vorher noch während noch danach weiss es ein Opfer, ob das helfen kann, ob es endlich befreit sein wird.

Was ist das denn für ein Argument, zu sagen, die Vergangenheit soll ruhen, vergiss es doch, mach Dich an die Aufarbeitung, was ist Aufarbeitung? Ich empfinde das als eine Art Aufforderung, alles endlich zu vergessen, oder es ohne grosses Aufsehen zu erregen still mit mir selbst "zu regeln". Also erneut zu schweigen. Das wird so nicht gehen.

Das einzige, was dann funktionieren könnte ist, mit der Vergangenheit so zu leben, dass sie keine Oberhand mehr gewinnen kann, sie darf das Leben des Opfers nicht mehr führend beherrschen.

Ich kann diesen Weg, endlich zu sprechen, einem Opfer nur empfehlen und Mut zusprechen. Aber dann bitte möglichst einen Fachmann wählen, denn es kann für einen Partner oder Ehemann (Ehefrau) eine zu grosse Belastung werden bzw. "Verantwortung" sein, der diese Person nicht immer gewachsen ist.

Gehe ihn, Du hast schon zu lange geschwiegen.... Das Leben kann so schön sein... Lebe und liebe, es geht auch mit der Vergangenheit, die DU hast...
------------------------------------------------
28 Jan 2011 21:37 ulrich

Eisblume hat folgendes geschrieben:
... Als Erwachsene und eine kleine, viel zu kurze Zeit hab ich mich auf einen Weg einlassen können und es hat so sehr geholfen, weil ich vertraut habe.... ein einziges mal tief vertraut habe....


ein wundervoller Beitrag, der mich berührt ! ... wobei Ich dem " Erwachsenen " zurufen möchte ... habe nur in DICH selber, das stärkste Vertrauen !

lg
ulrich
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04 Feb 2011 9:56 Engelchen

Ich lese heute etwas in der TZ, was ich schon immer ebenso grausam fand, wie den Missbrauch an unschuldigen Kinder.
Ein 27-jähriger Pfleger missbrauchte in einem Pflegeheim sieben alte wehrlose Frauen im Alter zwischen 72 und 98 (!) Jahren! Darunter Demenzkranke und Wachkomapatientinnen!
Quelle:
http://www.westline.de/lokales/Krankenpf...n;art255,400013
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04 Feb 2011 11:31 Eisblume

..ja Engelchen, ich kann Dein Entsetzen darüber bis hierher spüren und ja, unserem normalen gesunden Verstand verschliesst es sich, warum diese "Menschen" das tun und deren Beweggründe dazu bleiben ebenso unergründlich.
Es ist einfach unfassbar und nimmt mir fast den Atem, was mit wehrlosen und hilflosen Menschen alles geschieht und geschehen kann. Wer schützt diese hilflosen Menschen?
Vielleicht ist es aber auch ein Segen, wenn und dass es dem Gehirn und dem Herzen so gegeben worden ist, das nicht in allen Ausmassen ergreifen und fassen zu können, denn es ist einfach schwer bis gar nicht auszuhalten, was da geschieht...
Und wer es erlebt (hat), dessen Verstand und Herz muss(te) es fassen können und das tut mehr als weh....
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04 Feb 2011 11:52 Engelchen


Ich weiß, dass Demenzkranke durchaus "lichte Momente" haben. Wachkomapatienten bekommen sogar sehr viel von ihrer Umgebung mit.
Und beide haben nicht die geringste Möglichkeit sich zu äußern, sich etwas "von der Seele zu reden". Das stelle ich mir ganz besonders grausam vor.
-----------------------------------------------

04 Feb 2011 12:37 Admin

Bitte beim Thema bleiben (NAK-bezogen) => Klick!
_________________
Wenn das Herz verletzt ist, dann ist die Sprache stürmischer als der Wind auf dem Meer.
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04 Feb 2011 15:45 Eisblume

Zitat von Eisblume
Vielleicht ist es aber auch ein Segen, wenn und dass es dem Gehirn und dem Herzen so gegeben worden ist, das nicht in allen Ausmassen ergreifen und fassen zu können, denn es ist einfach schwer bis gar nicht auszuhalten, was da geschieht...
Und wer es erlebt (hat), dessen Verstand und Herz muss(te) es fassen können und das tut mehr als weh....


Ich glaube, das beschreibt es aber ganz gut, was eine "Ursache" sein kann, ja sogar ist, warum Opfer Angst haben, zu sprechen.
- Warum so vielen Menschen das Verständnis für Opfer "fehlt".
Bzw. sie es lieber sehen und geradezu darauf drängen, das "Kapitel" schnell und endgültig abzuschliessen.
In einer kurzen Zeit und weil es eine schnelllebige Zeit ist, sollte es besser auch nicht "ständig" wieder aufgewärmt werden, sondern in Vergessenheit geraten.
Ein Opfer empfängt und hat aber nicht diesen Segen, den das Vergessen geben kann... Es ist gezwungen, das Unfassbare auszuhalten und zu leben. Ein Entkommen gibt es nicht.
Es kann sich nur mit den Folgen arrangieren, was mehr oder weniger gelingt.
Mit kompetenter und fachlicher Hilfe geht das dann aber recht gut, aber selbst die kann nicht jedes Opfer annehmen. Ich hab es nach Jahrzehnten getan und fahre gut damit.

Wer verschont wurde, -und das ist die Mehrheit der Menschen, - der kann sicherlich ein gewisses Mass an Mitleid aufbringen, Mitleid, das ein Opfer gar nicht will.
Das Fassungsvermögen des Verstandes und des Herzens eines "normalen" Menschen, der niemals selbst sowas erleben musste, wird unweigerlich an seine Grenze geführt.
Es gibt da alle Stufen einer Abgründigkeit, aber jetzt spreche ich auch von den schlimmsten Auswüchsen. Manchmal hatte ich mir die letzte Konsequenz von den Tätern gewünscht und da war der Schrei in in meinem Inneren, die Androhung einer Tötung von ihnen hätten sie doch nur umgesetzt.
Und das (bei mir) geschehen durch heute bereits nicht mehr lebende AT der NAK.
"Gottesmänner" zu denen die gläubigen Mitglieder früher wie heute "aufschauen" und denen kein Härchen gekrümmt werden darf.
Nur dann wird einer "geopfert", wenn der sich zu dämlich anstellt und es sich nicht mehr unter den Teppich kehren und verheimlichen lässt.

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Jeder Tag ist ein kleines Leben,
jedes Erwachen eine kleine Geburt,
jeder frische Morgen eine kleine Jugend,
und jedes zu Bett gehen und Einschlafen ein kleiner Tod.
~ Arthur Schoppenhauer

Eisblume Offline




Beiträge: 3.396

21.02.2012 22:02
#93 RE: Ich bin Opfer und breche das Schweigen Zitat · antworten

Naja, Rollmops, einige Antworten stehen hier und noch etwas weiter oben,
ich will sie gar nicht genau und detailliert erneut 'hervorkramen', nur darauf verweisen...
aber das mit der Solidarität gegenüber einem Täter ist keine richtig Wortwahl, bestimmt nicht...
Eisblume.

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~ Arthur Schoppenhauer

Rollmops ( gelöscht )
Beiträge:

21.02.2012 22:06
#94 RE: Ich bin Opfer und breche das Schweigen Zitat · antworten

Ich glaub ja auch nicht,daß das Opfer sich gern solidarisiert,aber manche tun es eben,weil sie sich die Schuld selbst geben.
Das sagte mir übrigens damals auch meine Psychologin...

Eisblume Offline




Beiträge: 3.396

28.10.2015 16:31
#95 RE: Ich bin Opfer und breche das Schweigen Zitat · antworten

http://www.lindd.de/Berichte/Bericht_-_E...-_Okt._2015.pdf

Zitat aus obigem Quellen-Link:

Zitat von LINDD
.... Aus
Anlage II: Schreiben an StAP Schneider und BA Nadolny vom 25. August 2015
Sehr geehrter Stammapostel Schneider!
Sehr geehrter Bezirksapostel Nadolny!
Nach Ihrer Email-Antwort, sehr geehrter Stammapostel Schneider, in der Sie zum Ausdruck bringen, dass Sie sich den Ausführungen des BA Nadolny zu unserer Arbeitsqualität ohne Überprüfung angeschlossen haben, antworten wir Ihnen Beiden.
Wir stellen unserem Schreiben voran, dass wir Ihre Haltungen sehr bedauern, weil sie nachweislich nicht uns, sondern ausschließlich den Leidtragenden schaden.
Wir schreiben Ihnen beiden deshalb Nachstehendes:

1.
Eine Bewertung unserer Arbeit durch Menschen, die uns und unsere Arbeit nicht erlebt haben, hat für uns keinerlei Bedeutung. Im Gegenteil: Wir halten solch ein Vorgehen für fachlich fragwürdig. Und dennoch würden wir es sehr begrüßen, uns mit Ihren Fachleuten, sehr geehrter Herr Bezirksapostel Nadolny, auszutauschen, vor allem deshalb, weil wir ständig daran interessiert sind, unsere Arbeitsqualität im Sinne der Begleiteten zu
verbessern.
2.
Neben der von uns begleiteten Person ist Apostel Katens der einzige in diesem Geschehen, der unsere Arbeit beurteilen kann und sein Urteil würde uns wahrlich nicht besorgen. Nach unserer Einschätzung hat er nach anfänglicher Distanz und einem zögerlichen Beginn die Qualität und die Philosophie unserer Arbeit erkannt.
3.
Nicht verschweigen möchten wir aber, dass auch Kirchenverantwortliche unsere Arbeit mit Betroffenen einschätzen können, allen voran StAP i. R. Leber, den wir auch heute noch um Rat fragen und mit Betroffenen aufsuchen dürfen. In ihm erkennen wir das, was in mancherlei Predigten angemahnt wird: Die Bereitschaft, einem Schwächeren zu helfen.
4.
Die Bewertung unserer Arbeit von den Begleiteten ist für uns von ausschlaggebender Bedeutung; sie ist mannigfach auf unserer Homepage nachlesbar.
5.
In dem in Rede stehenden Geschehen ist es Fakt, dass die von uns begleitete Person durch Ihr Tun, sehr geehrter Bezirksapostel Nadolny, nachweislich eine seelische Belastung erlitten hat.
6.
Abgesehen davon, dass wir unsere Arbeit kontinuierlich von „außen“ fachlich bewerten und supervidieren lassen, benötigen wir als Begleiter kaum mehr als eine gehörige Portion Empathie, christliche Nächstenliebe, differenziertes Denken sowie eine professionelle
Distanz zu manch unverständlichem Verhalten von Kirchenverantwortlichen.
7.
Unsere innere Haltung, anderen Menschen in Seelennot beizustehen, werden wir nicht aufgeben und die Ihrige schämenswerte, sehr geehrter Bezirksapostel Nadolny, nicht übernehmen, weil sie dem Gebot christlicher Nächstenliebe zuwiderläuft.

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~ Arthur Schoppenhauer

Eisblume Offline




Beiträge: 3.396

28.10.2015 16:53
#96 RE: Ich bin Opfer und breche das Schweigen Zitat · antworten

Zunächst einmal traue ich den Laien"seelsorgern" der NAK nicht zu, nach einem vielleicht auch ab und an ausbaufähigen Lehrwochenende vom Missbrauch durch NAK-Mitglieder betroffene Opfer kompetent beratend begleiten zu können, an Fachleute zu verweisen, wäre da wesentlich ehrlicher.

Diese fachliche Kompetenz LINDD absprechen zu wollen, ist schon recht dreist und die Ausrede von Herrn Nadolny, dass in einem Seelsorgegespräch "viele Köche den Brei verderben" würden, schon unverschämt.

Ihm ist oder wird nicht einmal ein Unterschied zwischen Seelsorge und Aufarbeitung eines schlimmen Geschehens in der Vergangenheit in fachlicher Begleitung bewusst.
Ein Armutszeugnis wieder einmal. Und wieder einmal lassen Kirchenverantwortliche ihre leidenden (ehemaligen) Mitglieder alleine und im Regen stehen. Hilfe und die Verantwortlichen der Taten zur Rechenschaft ziehen ist eher Fehlanzeige.
Dass ein solches Vorgehen der Apostel die eh schon schweren Belastungen noch erheblich steigert, wundert mich nicht eine Sekunde und ist für die gesamte NAK wieder einmal ein Rückschritt in längst vergangen und vergessen gewähnten Zeiten des Leugnens und unter den abgeranzten Teppich schiebens...

Schämen Sie sich, Herr Nadolny!

__________________________________________________
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und jedes zu Bett gehen und Einschlafen ein kleiner Tod.
~ Arthur Schoppenhauer

Weltmensch Offline



Beiträge: 1.563

28.10.2015 19:08
#97 RE: Ich bin Opfer und breche das Schweigen Zitat · antworten

Ich kanns bald nicht mehr lesen ..... "Gebot christlicher Naechstenliebe" .... Schaut doch mal ueber denn christlichen Tellerrand hinaus ! Mit dieser Formulierung kann man in einer immer Global werdenden Welt einen Grossteil der Menschen sicherlich nicht mehr erreichen.

Gemeinsame Humanistische, menschliche Naechstenliebe und keine Religioesen. Wobei die Religioesen meist sowieso NICHT intrinsisch sondern rein aufgesetzte Floskeln sind. Ich zu mindest habe noch niemand kennengelernt, der dahingehend Echt ist. (Fuzt auch gar nicht, wer z.b. kann einen anderen MEHR lieben als sich selbst ? Oder staendig DU SOLLST NICHT .... ! Sorry, sind wir nun Erwachsen geworden? Oder wollen wir Kinder bleiben, die man staendig ... Du SOLLST das nicht .... Du SOLLST dieses nicht ... .....?

Lehren und Leben wir doch z.b. ganz einfach nach Immanuel Kant .... Was DU (und zwar unser SELBST) nicht willst das man dir tut, das fueg auch keinem andern zu !

Und nicht Kreuz, Nagel, Schwert, Sohn Opfern, Blut ..... ! Willst Du, wollt Ihr das tatsaechlich ??

lorenzolo Offline




Beiträge: 4.183

29.10.2015 10:03
#98 RE: Ich bin Opfer und breche das Schweigen Zitat · antworten

Stimmt: "Christliche Nächstenliebe" ist eine unechte Haltung. Das richtige tun aus den falschen Gründen heraus ist eine ganz morsche Angelegenheit!

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"Wer Dich dazu bringen kann, Absurditäten zu glauben, kann Dich auch dazu bringen, Gräueltaten zu begehen." (Voltaire)

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Schweigen - die große Stärke der NAK!
Erstellt im Forum In der Neuapostolischen Kirche ist alles möglich, auch das Gegenteil! von Admin
0 01.04.2007 12:48
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