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Dieses Thema hat 28 Antworten
und wurde 1.410 mal aufgerufen
 Depressionen!
Seiten 1 | 2
Isa Offline




Beiträge: 5.158

10.09.2010 20:30
Dr. Ingo Berger zum Thema Depressionen! Zitat · antworten

Loreley61

Hier nochmal die Ausführungen von Dr. Berger zum Thema Depressionen.

(Anmerkungen und Kommentierungen sind nicht von mir!)

DEPRESSIONEN

Ein Übel in der Neuapostolischen Kirche, worüber von Amtsträgern nicht gesprochen wird, sind psychosomatische Erkrankungen und Depressionen in vielerlei Ausprägungen. Auch Alkoholismus und Ecclesiogene Neurosen sind in der Neuapostolischen Kirche unter Amtsträgern und Mitgliedern häufiger zu finden, als der Aussenstehende zu erkennen vermag.

Wodurch wird das ausgelöst?

Auslöser sind die vielfachen ganz subtilen Zwänge in der engen Lehre der Neuapostolischen Kirche, welche im Lebensalltag kaum zu leben ist und die Gläubigen deshalb immer wieder in einen Zwiespalt stürzt, der innerlich die Seelen zerreisst. Ja, selbst Suizid lässt sich nachweisen, ausgelöst durch interne Abläufe im neuapostolischen System.

Auslöser ist auch die mangelnde echte Seelsorge, welche die in Seelsorge und Menschenführung nicht ausgebildeten Apostel und Amtsträger der Neuapostolischen Kirche oft nur in Floskeln und platten Reden sprechen lässt.

Hier das recht nachdenklich stimmende Rundschreiben von Bezirksapostel Fritz Schröder:

***

S 14/1991
Berlin, den 10. Mai 1991

Für die Bischöfe, Bezirksämter
und alle priesterlichen Ämter
------------------------------- ­

(nachträglich am 16.1.92 im
ehemaligen Apostelbezirk
Berlin-West verteilt)


PSYCHISCHE ERKRANKUNGEN (DEPRESSIONEN)
(Ablage Priesterordner unter A)



Liebe Brüder,

in der Vergangenheit erlebte ich des öfteren, dass Geschwister mit psychischen Krankheiten zu mir kamen und um Hilfe ersuchten. Es kam auch vor, dass Brüder dazu ihren Kommentar gaben, nachdem sie in der Seelsorge dieser Geschwister nicht zu Rande kamen: >>Hier muss der Apostel die Geister binden!<< Solche Bemerkungen gaben mir zu denken, denn eine psychische Erkrankung wird nicht durch die Löse‑ und Bindegewalt der Apostel verändert, sie ist vielmehr im Zuständigkeitsgebiet der Facharzte angesiedelt.
[Anmerkung: Bezirksapostel Schröder spricht hier die mangelnde Fähigkeit der unausgebildeten Amtsträger und selbsternannten Apostel der Neuapostolischen Kirche an. Im Gegensatz dazu: Die Apostel der Bibel konnten psychisch Erkrankte und anderweitige Erkrankungen als Zeichen ihrer Befugnis heilen!]

Ich habe niemals versucht, diesen Geschwistern, die mit solchen Krankheiten zu mir kamen, ihre Vorstellungen und die Darstellung ihrer Belastungen auszureden. Die Eigenart dieser Erkrankungen ist,
dass solche Menschen oft Bilder, Stimmen und Vorstellungen haben, die für sie existent, aber von uns nicht wahrnehmbar sind. Wir meinen, es handele sich um >>Wahnvorstellungen<<, für die Betreffenden sind diese Dinge durchaus Wirklichkeit, weil ihnen ihr defektes Nervensystem dieses so vorspielt. [Anmerkung: Verurteilt hier nicht Bezirksapostel Schröder, indem er den Betroffenen ein „Defektes Nervensystem“ unterstellt?]

Unsere Aufgabe ist es, diesen Geschwistern ihre Belastung als Krankheit oder auferlegtes Kreuz darzustellen und mitzuhelfen, dass dieses Kreuz tragbar wird. So, wie wir mit jedem Kranken Mitgefühl haben, so auch besonders mit psychischen Kranken, denn diese haben eine Last zu tragen, deren Härte und Grösse ein Gesunder nicht im entferntesten einschätzen kann.

Nun bringt unsere Zeit und ihre Umstände eine Zunahme dieser Erkrankungen mit sich. Bei unserer Seelsorgetätigkeit befassen wir uns mit ALLEN Lasten der Gotteskinder. Wir sind zwar nicht Ärzte des Leibes, sondern der Seele, aber da das Gotteskind Leib‑Seele‑Geist ist, berührt Seelsorge alle Gebiete. [Frage: Wie können neuapostolische Apostel und Amtsträger „Ärzte der Seele“ sein, da ihnen doch jegliche fachliche Ausbildung fehlt??]

Unserem Stammapostel ist es ein Anliegen, uns als Gottesknechte in jedweder Art zu unserer Aufgabe zu befähigen. Deshalb hielt ein Bezirksevangelist, der im natürlichen Beruf Arzt ist, vor den Bezirksaposteln bei der Bezirksapostelberatung in Nürnberg einen Vortrag über diesen Komplex.

Da ausser wenigen Ärzten unter uns niemand den Vortrag richtig wiedergeben könnte, gebe ich Euch hiermit diesen in Eure Hände.

Wenn auch manche Begriffe für den Laien nicht ganz verständlich sind (man könnte auch mal ein Lexikon oder ein Buch zur Hand nehmen), so dürften doch die Grundgedanken klar werden:

‑ Die Krankheit behandelt der Arzt

- Der Gottesknecht stärkt und ermuntert die Gotteskinder
und hilft durch Einfühlsamkeit, Verständnis und Gebet

Ich mache jedem Priester zur Auflage, diesen Vortrag zu lesen, auch wenn sich mancher nicht gerne mit schwierigen Dingen befasst. Ein Priester hat die Aufgabe, an seiner Befähigung zum Amt ständig zu arbeiten.[Frage: Ei, warum befasst sich ein neuapostolischer „Seelenarzt“ „nicht gern mit schwierigen Dingen“? ]

Mit lieben Grüssen
E u e r


gez: Fr. Schröder
­

Anmerkung: Der Vortrag des Dr. Berger dient NUR zur internen Information, er ist nicht zur Diskussionsgrundlage mit anderen und auch nicht zur Verwendung bei Geschwistern gedacht! [Anmerkung: Warum keine Diskussion darüber, warum keine Verwendung im Gespräch mit den anvertrauten Glaubensgeschwistern? – Angst vor peinlichen Fragen?]




N e u a p o s t o l i s c h e K i r c h e

Thema: Psychische Erkrankungen (Depressionen)

Verfasser: Ingo Berger

1. Einleitung

Infolge der Zunahme psychischer Erkrankungen in den letzten Jahrzehnten bedarf es einer zunehmenden Notwendigkeit der Abgrenzung zu einer seelischen Erkrankung. Damit der betreffend Erkrankte der entsprechenden Therapie zugeführt werden kann ‑ der psychisch Kranke dem Arzt, der seelisch Kranke dem Seelsorger ‑ bedarf es zuvor einer genauen Analyse und Differenzierung des Leib‑Geist‑Seele‑Problems. [Anmerkung: Die unausgebildeten Ämter der Neuapostolischen Kirche können eine Analyse und Differenzierung aufgrund ihres Mangels nicht vornehmen!]

Zusammenfassung der oben beschriebenen Leib‑Seele‑Geist‑Darstellung.

Bewusstes Erleben erfolgt unmittelbar, ohne Kenntnis von Gehirnprozessen; es kann anderen sprachlich mitgeteilt und damit Gegenstand wissenschaftlicher Überlegungen worden. Bewusstes Erleben setzt aber auch, wie viele wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, die Funktion des Gehirns voraus, es ist mit Gehirnvorgängen korreliert. Als wissenschaftlicher Kern des Leib‑Seele‑Geist-Problems ergibt sich somit die Frage: Welche Beziehungen stehen zwischen bewusstem Erleben einerseits und den physikalischen Zuständen und Prozessen im Nervensystem andererseits? Wenn auch alles darauf hindeutet, dass der Bewusstseinszustand in eindeutiger Beziehung zum Gehirnzustand steht, so folgt daraus doch noch nicht logisch zwingend, dass der seelische Zustand eines Menschen aus dem physikalischen Zustand seines Gehirns im Prinzip vollständig erschliessbar sein müsste. Vielmehr kristallisiert sich heute heraus, dass die Leib‑Seele‑Geist‑Beziehung mit endlichen Mitteln in einer endlichen Welt nicht ganz entschlüsselt (decodiert) werden kann, obwohl die Physik im Gehirn uneingeschränkt gilt, ist bewusstes Erleben durch rein objektivierende naturwissenschaftliche Analyse nicht vollständig zu erfassen. Ein dem neuen Wissensstand entsprechendes und eben darum bescheideneres Selbstverständnis der Wissenschaft führt schliesslich auch zu dem entkrampften Verhältnis wissenschaftlicher Realität zu verschiedenen Religionen, oben auch zur NAK.

In jüngster Zeit hat insbesondere der Neurobiologe Eccles seelische Vorgänge postuliert, die unabhängig von physikalischen Vorgängen entstehen und auf physikalische Prozesse im Gehirn einwirken. Seelische Zustände sind zwar mit physikalischen Zuständen korrelierbar, aber nicht in jedem Fall aus ihnen ableitbar. Es zeigt sich also, dass es seelische Vorgänge gibt, die unabhängig von physikalischen Gehirnprozessen ablaufen. Es sollte auch der landläufig gemachte Fehler vermieden werden, seelische Äusserungen oder Zustände mit psychischen Reaktionen oder Zuständen gleichzusetzen. Psychische Zustände oder Reaktionen unterliegen der jeweils geltenden Physik im Gehirn. Sie laufen also nach einer nachvollziehbaren Reaktion ab, die sich als Kette von physikalischen, chemischen und biologischen Abläufen verstehen. Es besteht somit eine unmittelbare Abhängigkeit und gegenseitige Notwendigkeit von Leib und Psyche. Der seelische Zustand hingegen, wie oben erwähnt, muss als dritte Ebene, gelöst von Leib und Psyche angesehen werden. Daraus ergibt sich die Konsequenz, dass z. B. ein psychisch Kranker nicht auch gleich seelisch krank zu sein braucht. Dieses Problem scheint, gerade aus dem Blickwinkel der NAK, besonders erwähnenswert. Ein psychisch erkrankter Mensch, aufgrund gestörter physiologischer und physikalischer Abläufe, kann durchaus ein intaktes gesundes Seelenleben besitzen. Als Beispiel sei ein Mensch angeführt, der aufgrund einer Gehirnerkrankung sich seiner selbst nicht bewusst ist und seine Reaktions‑ und Bewegungsabläufe rein mechanisch, reflektorisch ablaufen. Sollte ein solch erkrankter Mensch kein Seelenleben haben? Oder sollte ein solcher Mensch keine Möglichkeit haben, seine Seele im Sinn und Geist Jesu Christi formen und bilden zu lassen? Es wäre zu einfach, würde man dem Worte Gottes nur dann eine Wirkung zuschreiben, wenn es mit Hilfe von akustischen Signalen verbreitet und aufgenommen werden kann. Dann wären solche Menschen wirklich ohne Möglichkeit, ihr Seelenleben zu pflegen.



2 Allgemeine Grundlagen depressiver Erkrankung

1 . Die Häufigkeit depressiver Erkrankungen in der_Bevölkerung,
Depressive Verstimmungen gehören zu den häufigsten psychischen Störungen überhaupt. Als umschriebenes psychiatrisches Krankheitsbild sind sie viel häufiger als bisher angenommen und dabei im Zunehmen begriffen. Nach Schätzungen der WHO sind bereits 5 bis 10 % der Weltbevölkerung davon betroffen, die an Depressionen leiden und einer entsprechenden Therapie bedürfen.

2. Was ist eine Depression?
Mit dem Wort Depression wird verschiedenes bezeichnet: niedergestimmtes Verhalten nach schmerzlichen Verlusten, eine gedrückte Stimmung in einer akuten Konfliktreaktion, Verstimmtsein als Persönlichkeitseigenart aber auch ein unmotiviertes, den Betroffenen nicht erklärbares Herabgestimmtsein (Missbefindlichkeit, Unlust, Initiativelosigkeit, Apathie, Niedergeschlagenheit, Hoffnungslosigkeit oder Resignation, Freudlosigkeit). Die Stimmung ist gedrückt, oft gepaart mit Angstgefühl. Es fehlt die Lebensfreude; das Dasein erscheint eintönig und farblos. Wer so empfindet, fühlt sich nicht nur psychisch herabgestimmt, er erlebt die Bedrückung auch körperlich und/oder seelisch. Er fühlt sich physisch abgeschlagen und matt, sein Organismus scheint nicht mehr so zu funktionieren, wie er das von ihm aus „guten Zeiten“ gewohnt ist. Eine depressive Empfindlichkeit ist ein gar nicht so seltenes Phänomen menschlichen Erlebens. Jedermann wird, wenn er sich selbst prüft, bestätigen, dass er alles bisher Geschilderte aus eigener Erfahrung kennt. Nur wer meint, dass das Leben allein positive Erfahrungen mit sich bringt, wird sagen, dass eine solche, oft als „Depression“ bezeichnete psychische Verfassung eine Erkrankung ist.

Andererseits reagiert der einzelne Mensch recht verschieden auf negative Lebenserfahrungen. Das hängt von seinem Naturell, seiner Porsönlichkeitsstruktur ab. Es gibt Menschen, die eine pessimistische Grundhaltung haben, vieles tragisch nehmen, denen manches zur Last wird, was andere problemlos bewältigen. Dann gibt es Ereignisse, die selbst den stärksten Menschen erdrücken können, so z. B. schwere persönliche Verluste oder das Erleben einer (unheilbaren) Krankheit. Schliesslich kann ein Mensch in eine tiefe depressive Stimmung geraten, ohne dass es für ihn selbst oder seine Umwelt irgendeinen konkreten Anhaltspunkt dafür gibt, dass dieses gerade jetzt und in dieser Form geschieht. Der Betroffene fühlt sich „krank“, er leidet unter einem Zustand, den zu beseitigen er selbst nicht in der Lage ist. Völlig fehl am Platz wäre in einem solchen Zustand also, würde der zuständige Seelsorger dem Kranken statt verständnisvoll lediglich mit Vorwürfen im Sinne von mangelndem Glauben oder mangelnder Gebetsbereitschaft begegnen. Das sich Hineinversetzen in seinen Mitbruder, seine Mitschwester, ist die Grundvoraussetzung, ihn zu verstehen und ihm zu helfen. Häufig wird der Depressive nicht über seine Beschwerden sprechen wollen. So wie er diese vor seiner Umwelt zu verbergen versucht, wird er das auch seinem Seelsorger gegenüber tun. Er folgt damit dem Klischee, psychisch nicht intakt zu sein ist eher diskriminierend als an einer körperlichen Erkrankung zu leiden.

Um es noch einmal zu differenzieren: Eine Depression mit den o. g. Leitsymptomen wie Freudlosigkeit, Antriebsarmut, traurig gedrückte Stimmung etc. ist eine biologische Erkrankung des Gehirns. Eine seelische Erkrankung jedoch bedeutet immer mangelnder Glaube an Gott und die von ihm zum Vollendung des Werkes Gottes Beauftragten. Ein seelisch Kranker, der also keinerlei Glauben an Gott besitzt, kann organisch und psychisch ganz gesund sein. Jedoch würde, träte eine schwere organische Erkrankung ein, ein solcher Mensch mangels seines Glaubens also seiner seelischen Tragfähigkeit weniger schnell gesunden und schwerer erkranken. Umgekehrt kann jedoch auch eine psychische Erkrankung letztlich zu einer seelischen Störung führen, indem der Antriebslose, Freudlose nicht mehr zur rechten Aufnahme des Wortes Gottes und zum Gebet in der Lage ist.

3. Symptome der Depression
Das Kernsyndrom: ein Gefühl von Deprimiertsein, Bedrücktsein, Herabgestimmtsein der psychischen Funktionen. Denken, Fühlen und Wollen sind eingeschränkt; der Depressive erlebt sich gefesselt, erdrückt. Das In‑der‑Welt‑Sein, das Leben mit der Umwelt, die aktive Auseinandersetzung mit ihr, die Kommunikation sind gestört im Sinne einer Eingrenzung, einer dem eigenen Wesen erscheinenden Unfähigkeit zu gewohnter Teilnahme und Auseinandersetzung. Dem Nichtkönnen stellt ein rationales Wollen der Kranken gegenüber. D. h., der Depressive will ja den Gottesdienst besuchen, er will sich ja freuen, er will ja in der Mitarbeit stehen, er will ja beten. Aber das Nichtkönnen (aufgrund der Störung
des physikalischen und biologischen Ablaufes in seinem Gehirn) verhindert das. Die Spannung zwischen dem Wollen und dem Unvermögen bedeutet Leid. Der Kranke will leben, er will wahrnehmen, empfinden, denken, problemlösen, initiativ sein, hoffen und für seine Welt eine Perspektive haben. All das erscheint nun nicht mehr möglich. Er reagiert mit Resignation, Apathie, Angst und Unruhe und zeigt sich irgendwann, dass sein Leben in dieser Weise keinen Sinn mehr hat: er wird suizidal (selbstmordverdächtig). Jeder Depressive zeigt ein sehr individuelles, durch Geschlecht, Lebensalter, Persönlichkeitsstruktur, Bildungsgrad, Sozialstatus und zahlreiche situative Faktoren geprägtes Bild. Erst in einem vertraulichen Gespräch, oft erst nach Befragen, schildert er seine dann doch sehr eindeutig oft auf eine depressive Erkrankung hinweisenden Beschwerden.

Somatische Symptome: körperliche Abgeschlagenheit, Mattigkeit, ständiges Müdigkeitsgefühl, Schlafstörungen, Schwitzen, Frieren, Appetitstörungen, Magendruck, trockene Schleimhäute, Übelkeit, Brechreiz, Druckgefühl in Hals und Brust (Globusgefühl, Schwere in der Brust), Schwindelgefühle, Flimmern vor den Augen etc..

4. Psychosoziale Auswirkungen depressiver Erkrankungen
Depressives Kranksein bewirkt eine Veränderung des In‑der‑Welt‑Sein des Betroffenen. Sein bisheriges Verhalten sah anders aus. Gegenüber der Umwalt (Ehepartner, Familie, Freunde, Bekannte) zieht sich der Erkrankte zurück. Die Kommunikation wird reduziert bis zu ihrer völligen Aufgabe. Der Depressive ist stiller, weniger ansprechbar, er reagiert auf die Umgebung in ungewohnter Weise. Die Umwelt (auch Seelsorger) werden in der Regel primär mit Unverständnis reagieren, abwehren, das Verhalten des Dpressiven nach den bisher benutzten Normen beurteilen, die für den Umgang mit gesunden Menschen gelten. In der Kommunikation zwischen dem Depressiven und seiner Umwelt kommt es zu Fehlinterpretationen, Missverständnissen und letztlich falschen Schlüssen. Das Verhalten des Depressiven wird als ein Nichtwollen, als charakterliche Schwäche, als Unvermögen des eigentlich Könnenden gedeutet. Er gerät in noch stärkere Abkapselung, noch tiefere Isolation; das Leiden wird noch grösser.

3. Ursachen depressiver Erkrankungen.

Es ist schwierig, alle bekannten Daten zu einer einheitlichen in sich schlüssigen Theorie der Depressionsentstehung zusammenzufassen. Da eine solche Sicht noch nicht möglich ist, ist von einer sog. multifaktorellen Genese depressiver Erkrankungen auszugehen. Das krankhafte depressive Reagieren wird als das Ergebnis verschiedenster, oft nebeneinander oder nacheinander ablaufender pathologischer Prozesse aufgefasst, die mit gehirnbedingten Veränderungen in eine gemeinsame Endstrecke münden.

1, Die genetische Disposition (erblich bedingte).
Die Erkrankungswahrscheinlichkeit ist entsprechend grösser, wenn in der Verwandtschaft ebenfalls depressive Erkrankungen vorliegen, da genetische Faktoren für Funktionsstörungen der Neurotransmittersysteme und Neurohormone im zentralen Nervensystem verantwortlich sind. Je stärker die genetischen Dispositionen sind, desto weniger äusserliche Einflüsse reichen wahrscheinlich aus, um eine depressive Erkrankung ausbrechen zu lassen. Das gilt natürlich auch im umgekehrten Sinn: Je geringer die Depression ist, desto stärker müssen äussere Auslöser wirksam werden.

2. Biochemische und Neuroendokrinologische Ursachenfaktoren.
Eine zentrale Rolle spielen nach dem heutigen Kenntnisstand sie sog. biogenen Amine (Serotonin, Noradrenalin als bekannteste). Die biochemische Forschung hat gezeigt, dass während einer melancholischen Phase Serotonin und Noradrenalin im synaptischen Spalt verringert sind (zwischen zwei Nervenzellen). Endokrine Störungen (Drüsenfunktionsstörungen) während der depressiven Phase weisen darauf hin, dass in diesen Funktionsbereichen, die vom Zwischenhirn gesteuert werden, ebenfalls pathogenetisch relevante Veränderungen gegeben sind.

3. Chronobiologische Faktoren,
Seit je ist bekannt, dass während depressiver Erkrankungsphasen die Zeitstruktur, im engeren Sinne der Rhythmik biologischer (biochemischer, physiologischer) und psychischer Funktionen gestört ist.



4. Körperliche Erkrankungen als Ursachen oder Auslöser depressiver Störungen.
Es ist bekannt, dass durch unterschiedliche allgemeine Erkrankungen wie auch immer geartete Stoffwechselprozesse zu depressiven Syndromen führen können. Werden bei einem Kranken mit einem depressiven Zustand biostrukturelle Hirnveränderungen gesehen, spricht man von einer organischen Depression. Die organischen Depressionen nehmen deutlich erkennbar zu. Das liegt wahrscheinlich in der wachsenden Zahl älterer Menschen, die mit steigendem Alter immer mehr unter organisch bedingten Allgemeinerkrankungen leiden.

5. Die psychische Entstehung depressiver Erkrankungen.
Gelegentlich kommt es in der Biographie eines Menschen zu fehlerhafter (neurotischer) Konfliktverarbeitung, die ihn zwar in der aktuellen Situation entlastet, letztlich aber doch zu Fehlhaltungen und Reifungsstörungen führt. Typische Konflikte in der Biographie spätdepressiver Menschen sind Beziehungsprobleme zu den Eltern, in denen die Geborgenheitsproblematik eine wesentliche Rolle spielt. Das Selbstwertgefühl scheint wenig ausgeprägt. Daraus resultiert ein angepasstes, jeden Konflikt vermeidendes Verhalten, eine Neigung, jedem alles recht zu machen. Wird dieses Ziel z. B. in Versuchungs‑ oder Überforderungssituationen nicht erreicht, entsteht ein Gefühl von Unsicherheit, Missachtetwerden und Schuld, wobei der Depressive selbst diesen Verhaltensmechanismus nicht durchschaut. Er leidet an sich selbst, gibt sich die Schuld für sein Versagen, gerät durch vermindertes Leistungsvermögen in eine sein depressives Erleben verstärkende negative Entwicklung bis hin zu einem tiefen depressiven Zustand mit Suizidgefahr.

Depressiv Erkrankte weisen ausserhalb der depressiven Phase spezifische Persönlichkeitszüge auf. Sie sind häufig angepasste, hart arbeitende, pflichtbewusste, oft in Beruf und Familie erfolgreiche Menschen, deren psychische Fähigkeit sehr stark vom positiven Meinungsbild der Umgebung abhängt.

Die Dynamik, die zum Manifestwerden einer Depression führt, wird in allen psychoanalytischen Theorien zurückgeführt auf eine Wiederholung frühkindlicher, spezifisch traumatisierender Erfahrungen und die Wiederbelebung damit verbundener negativer Gefühlsassoziation.

6. Die seelische Entstehung depressiver Erkrankungen.
Seelisch krank ist ein Mensch, der nicht an Gott glaubt, sein Wort wahrnimmt und danach handelt. Ein Mensch, der sein Streben und Trachten rein auf das Natürliche, Irdische ausrichtet, wird leichter depressiv erkranken, wenn plötzlich unvorhersehbare Ereignisse (Krankheiten, berufliche Rückschläge etc.) eintreten. Beim religiösen, gläubigen Menschen ist ein Fundament aufgrund der Erkenntnisse nach dem Sinne seines Daseins vorhanden. Mit dieser Grundüberzeugung ist ein religiöser gottgläubiger Mensch viel eher in der Lage, Konflikte und Problemsituationen zu bewältigen. Selbst schwere und schwerste Erkrankungen können aufgrund der Einsicht nach dem Sinne des übergeordneten Lebens getragen werden. Ein seelisch Kranker jedoch, der weder an Gott noch an ein Weiterleben nach dem Tode glaubt, zweifelt am Sinn seines Lebens, wenn schwere Erkrankungen oder sonstige negative Ereignisse auf ihn einwirken. Ihm fehlt die Basis noch zu erkennen, worin die Sinnhaftigkeit eines Lebens besteht und wie er die Verlustsituationen oder schweren Erkrankungen ertragen soll.

In zahlreichen Studien ist belegt worden, dass gläubige, religiös motivierte Menschen organische oder/und psychische Erkrankungen wirklich rascher überwinden bzw. bearbeiten können und geheilt werden als solche, die nicht an Gott glauben bzw. kein intaktes Gebetsleben betreiben. Studien scheinen sogar zu belegen, dass gottgläubige, religiöse Menschen ihre immunologischen Kräfte wesentlich stärker aktivieren können als nichtgläubige Menschen.

4. Therapie depressiver Erkrankungen

Eine umfassende und offene Aufklärung ist von grundsätzlicher Bedeutung. Der Erkrankte soll ruhig und ohne falsche Beschönigung, die ohnehin nur Misstrauen und heimliche Befürchtungen nährt, aufgeklärt werden. Wichtig ist der Verzicht auf einige, immer wieder zu beobachtende Ratschläge, die zwar gut gemeint, aber unter Umständen von verheerender Wirkung sind. Es ist daher falsch, den Depressiven appellativ aufzufordern, sich zusammenzureissen, sich nicht gehen zu lassen, sich zu beherrschen, sich durchzubeissen, Haltung zu bewahren, Beispiel zu geben und anderes. [Anmerkung: Das sind typische Floskeln von neuapostolischen Amtsträgern, die mit solchen

Worten ihre Art der „Seelsorge“ betreiben] Die meisten Kranken sind ohnehin hoffnungslos, willensgeschwächt, entschlussunfähig, resigniert, gehemmt und ohne Initiative. Ein solcher missverstandener Appell müsste die Verzweiflung des Erkrankten nur noch verstärken und die Suizidgefahr intensivieren.

Es ist falsch, den Depressiven zu Ablenkungs‑, Aufheiterungs‑ oder Zerstreuungsversuchen zu animieren bzw. entsprechende Vorschläge zu machen. Für die Kranken ist es besonders deprimierend, wenn sie sich an nichts freuen können und dadurch noch Schuldgefühle entwickeln.

Es ist falsch, Depressive in Urlaub zu schicken. denn aufgrund ihrer Minderwertigkeitsgefühle und ihres Kontaktverlustes finden sie sich in fremder Umgebung kaum zurecht. Sie vereinsamen, engen sich in ihren Gedanken immer mehr auf ihre depressive Symptomatik ein und irren schliesslich ratlos, resigniert, verzweifelt und ohne Hoffnung umher.

Es ist falsch, mögliche Wahnideen, insbesondere im Rahmen eines Versündigungs‑, Krankheits‑ oder Verarmungswahnes dem Depressiven ausreden zu wollen. Der depressive Wahn ist mit logischen Argumenten oder Gegenbeweisen nicht zu korrigieren.

Es ist falsch, während der Depressionen wichtige Entscheidungen treffen zu lassen, auch wenn sie vom Kranken noch so dringend gefordert oder von der jeweiligen Lage nahegelegt werden. Häufig geht es um tiefgreifende und folgenschwere Entschlüsse (Ehe, Familie, Kauf oder Verkauf). Die Erfahrung lehrt, dass nach Abklingen der Depression die Mehrzahl der so unüberwindlich drohenden Schwierigkeiten und Konflikte weitgehend bewältigt werden kann ‑ und zwar von einem Gesunden mit der gewohnten Konzentrationsfähigkeit und Entschlusskraft.

Vor allem ist es falsch, während des depressiven Zustandes irgendeine berufliche Änderung zuzulassen, es sei denn, sie dient dem eindeutigen Vorteil des Erkrankten.

Es ist falsch, dem Erkrankten mit dem Drohfinger der Gebärde mangelnden Glauben oder mangelndes Gebetsleben vorzuwerfen. Denn es sollte nicht vergessen worden, dass dem Nichtkönnen das rationale Wollen gegenübersteht. Die Vorwürfe infolge mangelnden Verständnisses der Problematik führen zu einer Vertiefung des depressiven Zustandes.

Es ist sicherlich falsch, wenn man den bequemsten Weg geht, indem man dem Erkrankten mittels Bibelaufschlagen ein entsprechendes Textwort zum Troste vorlesen möchte. Die Erfahrungen der Vergangenheit zeigen, dass oft Gegenteiliges bewirkt wurde. Es ist ja auch so wunderbar einfach, anstatt Verständnis und Hilfe vor dem Vorwurf mangelnden Glaubens, mangelnden Gebetslebens vorzuwerfen und sich selbst aus der Verantwortung zu stehlen, indem man die Heilige Schrift aufschlägt, um den Willen Gottes zu erforschen. [Anmerkung: Hier wird das typische Verhalten unausgebildeter neuapostolischer Amtsträger umrisen, welche sich gern hochtrabend „Seelenhirten“ oder „Seelenärzte“ nennen.]

Von entscheidender Bedeutung wird es für jeden seelsorgerisch Tätigen sein, psychische und seelische Erkrankungen eindeutig voneinander zu trennen und differenzieren zu können. [Anmerkung: Das ist Quatsch oder Quacksalberei. Eine solche Differenzierung kann nur ein ausgebildeter Mediziner vornehmen!!] Dabei bedarf der sich hier ergebende Problemkreis besonders behutsamer Analysierung und Betreuung. Das sich Verstehen und Hineinversetzen in Bruder und Schwester ist die Grundvoraussetzung für die erste Hilfe. Wir müssen uns immer wieder vergegenwärtigen, dass der erste Ansprechpartner auch der Seelsorger ist. Der Seelsorger, der das Krankheitsbild erkannt hat, wird Bruder oder Schwester umgehend zu ärztlicher Betreuung raten. Diese folgende medizinische Therapie wird durch flankierende Glaubensgespräche, Verstehen des sozialen Umfeldes und verbale Hilfestellung begleitet.


Anmerkung:
Dr. Berger geht auf die Auswirkungen enger religiöser und sektiererischer Lehren nicht ein. Aus der Fachliteratur dürften ihm diese Auswirkungen bekannt sein.


Es ist verstiegen und eine haltlose Verurteilung (2/Absatz 3) wenn Dr. Berger aussagt, „eine seelische Erkrankung jedoch bedeutet immer mangelnder Glaube an Gott und die von ihm zur Vollendung des Werkes Gottes Beauftragten“. Er meint damit die NAK-Ämterhierarchie.

In den Selbsthilfegruppen in Deutschland sind Symptome wie unter „3/Somatische Symptome“ häufig von Aussteigern als bittere Erfahrungen am eigenen Leib genannt worden. Es sind böse Erfahrungen, welche durch die enge Lehre und die Starrheit der Amtsträger der NAK hervorgerufen wurden bei den Menschen, welche seit Kindheit an oder auch später im neuapostolischen System und durchaus im Glauben sich bewegten.

Es muss schon grosser Druck in der Neuapostolischen Kirche herrschen in Bezug auf Depressionen und Suizid/Selbsttötung, dass der Bezirksapostel ein solches Papier in die Hand der Amtsträger gibt – doch warum nicht auch in die Hand der Mitglieder!?

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Isa Offline




Beiträge: 5.158

10.09.2010 20:31
#2 RE: Dr. Ingo Berger zum Thema Depressionen! Zitat · antworten

Olaf Wieland

Auf einer Vorstehertagung in Niedersachsen hielt eine Glaubensschwester einen Vortrag über psychische Erkrankungen.

http://www.nak-mitteldeutschland.de/aktu...dersachsen.html

Dieser Vortrag wäre sehr interessant in Anlehnung der Ausführungen des Dr. Berger ( mittlerweile Professor ) über Depressionen. Nach Anfrage beim Bezirksevangelisten Jörg Leske, der zuerst den internen Charakter des Vortrages nur für die Gemeindeleiter betonte, erhielt ich folgende Antwort:

>>Lieber Bruder Wieland,

nach unserem gestern geführten Telefongespräch lasse ich Ihnen heute einen Zwischenbescheid zukommen.
Auf dem im Internet veröffentlichten Vorstehertag wurde - wie Ihnen bereits bekannt - den Vorstehern der Gebietskirche Niedersachsen ein Referat angeboten, das Aussagen zu der Frage machte, wie in der Seelsorge mit psychischen Erkrankungen umzugehen ist.
Dieses Referat wird zur Zeit verschriftlicht und in absehbarer Zeit vorliegen. Nach Fertigstellung der Arbeit wollen wir Ihnen gerne ein Exemplar zusenden.

Bitte haben Sie jedoch Verständnis dafür, dass unsere Schwester augenblicklich aus zeitlichen Gründen für weitere Anfragen nicht zur Verfügung stehen kann. Von daher kann ich Ihnen keine Kontaktdaten benennen.

Mit herzlichen Grüßen aus Hannover

Jörg Leske

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Isa Offline




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10.09.2010 20:32
#3 RE: Dr. Ingo Berger zum Thema Depressionen! Zitat · antworten

Loreley61

Hallo Olaf,

zunächst einmal ist es positiv, daß sich um diese Problematik in der Seelsorge gekümmert werden soll.

Aber:

Wie mag es in der Seelsorge aussehen, wenn ein Erkrankter, der sich extern bei einem Psychologen in Behandlung befindet, den Amtsträgern erklärt, daß seine Erkrankung direkt etwas mit der Kirche zu tun hat. Ich denke dabei an "religiösen Mißbrauch". Wird man das anerkennen, oder alle Schuld von sich weisen? Seelische Erkrankungen gibt es zu Hauf und haben nicht immer was mit Kirche zu tun, aber es gibt sie halt doch, die seelische Erkrankung, aufgrund kirchlicher Lehre.

LG, Lory

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Isa Offline




Beiträge: 5.158

10.09.2010 20:33
#4 RE: Dr. Ingo Berger zum Thema Depressionen! Zitat · antworten

Winni Lange

(...) und es gibt sie nicht nur als Einzelfälle, im Gegenteil.
Alles, was mit Ängsten und Zwängen zu tun hat kann seelisch krank machen.

Dazu kommen die Erkrankungen die durch vieles Alleinsein entstehen können. Habt ihr schon mal von gehört?

Ähnliches gibts natürlich auch woanders, aber eben auch in der NAK,- meint Winni L. Herzlichen Gruß!

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Isa Offline




Beiträge: 5.158

10.09.2010 20:34
#5 RE: Dr. Ingo Berger zum Thema Depressionen! Zitat · antworten

Olly

Zufällig habe ich dieses Thema hier gefunden.
Gelesen habe ich die Arbeit von Dr. Berger auch. Was mich daran echt ärgert ist, dass Dr. Berger sich über dieses Thema auslässt und vielen NAK-Geschwistern psychologische Betreuung anbietet!

Dr. Ingo Berger ist Gynäkologe und hat seine gynäkologische Praxis in Hamm-Uerentrupp! Das ist kein Scherz.

LG Olly

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Isa Offline




Beiträge: 5.158

10.09.2010 20:38
#6 RE: Dr. Ingo Berger zum Thema Depressionen! Zitat · antworten

Admin

Hallo Olly,
bezügliche des Facharztbereichers von Dr. Ingo Berger hier etwas Widersprüchliche zu Deiner Ausage



Bezirksevangelist Prof. Dr. Ingo Berger!<<>>Quelle!

Zurück zum Einführungsbeitrag dieses Threads. Hier heißt es:

Zitat
DEPRESSIONEN

Ein Übel in der Neuapostolischen Kirche, worüber von Amtsträgern nicht gesprochen wird, sind psychosomatische Erkrankungen und Depressionen in vielerlei Ausprägungen. Auch Alkoholismus und Ecclesiogene Neurosen sind in der Neuapostolischen Kirche unter Amtsträgern und Mitgliedern häufiger zu finden, als der Aussenstehende zu erkennen vermag.

Wodurch wird das ausgelöst?

Auslöser sind die vielfachen ganz subtilen Zwänge in der engen Lehre der Neuapostolischen Kirche, welche im Lebensalltag kaum zu leben ist und die Gläubigen deshalb immer wieder in einen Zwiespalt stürzt, der innerlich die Seelen zerreisst. Ja, selbst Suizid lässt sich nachweisen, ausgelöst durch interne Abläufe im neuapostolischen System.


Quelle!

Vom Standpunkt der NAK irritiert mich diese Aussage des Bezirksevangelisten Prof. Dr. Ingo Berger doch etwas!

LGH

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Isa Offline




Beiträge: 5.158

10.09.2010 20:39
#7 RE: Dr. Ingo Berger zum Thema Depressionen! Zitat · antworten

Olly

Hallo Horst,
da das Thema Depressionen und Dr. Berger vor Jahren schon einmal bei mir auf den Tisch kam, habe ich - ebenfalls vor Jahren - mal in seiner Praxis in Hamm angerufen und gefragt, ob er Psychiater ist. Die Aussage der Sprechstundenhilfe war, dass Dr. Berger Gynäkologe ist und kein Psychiater.
Wenn ich jetzt in google Dr. Ingo Berger eingebe bekomme ich nur Bezüge auf die NAK. Dass er Professor ist und nun Arzt für Innere Medizin, höre ich heute zum ersten Mal. Ich melde nachwievor meine Bedenken an, dass er selbst als Internist oder Allgemeinmediziner seine Kompetenzen in Bezug auf psychiatrische Betreuung übersteigt. Zumal meine Informationen so sind, dass er nur NAK-Mitglieder in der Psychologie betreut oder betreut hat. Das finde ich äußerst befremdlich.
Vor Kurzem habe ich mit meinem Hausarzt gesprochen, der sich als Mediziner seit der Gesundheitsreform entscheiden musste zwischen Facharzt für Innere Medizin oder Allgemeinmedizin. Hat er sich einmal für eine Fachrichtung entschieden, darf er keine andere Arbeit mehr ausüben. Vielleicht liegt das bei Professoren anders, kann ich mir aber nicht vorstellen.
Es fällt mir unglaublich schwer sowohl die "neuere" Aussage des Dr. Berger als auch sein Schreiben zum Thema Depressionen aus den 90er Jahren ernst zu nehmen. Als selbst Betroffene (nämlich die Depressionen) würde ich niemals auf den Gedanken kommen, diese Depressionen von einem Internisten, Allgemeinmediziner oder gar Gynäkologen behandeln zu lassen. Zumal ein guter Hausarzt seinen Patienten auf jeden Fall an einen Fachkollegen weiterleitet.

LG Olly

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Isa Offline




Beiträge: 5.158

10.09.2010 20:40
#8 RE: Dr. Ingo Berger zum Thema Depressionen! Zitat · antworten

mogli

hallo olly,

soweit ich das noch weiß, war die fachrichtungsfrage bei internisten. entweder sie werden hausärztlich tätig und schauen auch nach deinem knie oder halt nur internistisch. oftmals haben die auch eine besondere fachrichtung wie kardiologie oder gastroenterologie. man muss da halt schauen, was sich mehr lohnt. die untersuchungen und behandlungen in dem fachbereich oder halt alles was es in einer hausärztlichen praxis zu tun gibt.
wenn ein arzt noch psychologisch tätig sein will, muss er da auch eine entsprechende ausbildung machen ( ähnlich wie kardiologie ). ich tendiere aber auch eher zu dipl-psychologen, weil die sich nie mit was anderem auseinander setzen als mit ihren psychos und das von beginn der ausbildung an.

lg

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Isa Offline




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10.09.2010 20:40
#9 RE: Dr. Ingo Berger zum Thema Depressionen! Zitat · antworten

Engelchen

Laut offizieller NAK-NRW-Seite, ist Prof. Ingo Berger am 10.09.09 gegen 10.00 Uhr im alter von 59 Jahren verstorben.

http://www.nak-nrw.de/aktuelles/kurznoti...st-ingo-berger/

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Isa Offline




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10.09.2010 20:41
#10 RE: Dr. Ingo Berger zum Thema Depressionen! Zitat · antworten

Kopernikus

Nun, mir war bekannt, dass Herr Berger an einer schweren Erkrankung litt, die Todesnachricht überrascht mich allerdings auch.

Ich kannte Herrn Berger in seiner Eigenschaft als Bezirksevangelist. Er hielt immer sehr "medizinische" Predigten, die allerdings um Längen gehaltvoller waren, als die inhaltsleeren NAK-Predigten, die man sonst typischerweise zu hören bekommt.

Ein Gottesdienst ist mir bis heute im Gedächtnis geblieben. Berger führte aus, dass Menschen OHNE einen Glauben leichter an Krebs erkranken!

Was Berger damals nicht wusste, Menschen mit einem FALSCHEN Glauben, erkranken sogar noch leichter an Krebs!

Ob Berger das in seinen letzten Stunden erkannt hat?!

Wie furchtbar muss es sein, wenn man in seinen letzten Stunden erkennt, dass man einem falschen, sektiererischen "Glauben" zum Opfer gefallen ist?

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Isa Offline




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10.09.2010 20:42
#11 RE: Dr. Ingo Berger zum Thema Depressionen! Zitat · antworten

gug

man erkennt es nicht.

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Isa Offline




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10.09.2010 20:43
#12 RE: Dr. Ingo Berger zum Thema Depressionen! Zitat · antworten

Engelchen

Hallo Kopernikus,

ich stimme Dir zu. Die Predigten von Berger waren interessant.

Er hat zwar die GD-Zeiten immer reichlich überzogen, aber bis zum Schluss
gepredigt, ohne sich zu wiederholen.

Kann mich noch an den ersten GD erinnern, den ich miterlebt habe.
Damals dachte ich: boah, wer ist das denn. Das er Mediziner war, kam immer rüber.

Vor 20 Jahren war der Stil seiner Predigt ungewöhnlich.
Zu der Zeit gab es noch die "besonders begabten Kumpel" und dgl.

Ich habe lieber Berger 1 1/2 Stunden zugehört, als so manchem anderen AT eine halbe Stunde.

Gedanken konnte er sich wohl vor seinem Lebensende nicht machen.
Trotz seiner schweren Erkrankung kam der Tod plötzlich, auch für ihn.

LG

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Isa Offline




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10.09.2010 20:45
#13 RE: Dr. Ingo Berger zum Thema Depressionen! Zitat · antworten

ulrich

Zitat von Kopernikus

Wie furchtbar muss es sein, wenn man in seinen letzten Stunden erkennt, dass man einem falschen, sektiererischen "Glauben" zum Opfer gefallen ist?



Zitat von gug
man erkennt es nicht.


das sehe ich auch so ... oder aber man WILL es nicht erkennen ... man(n)/frau verdrägt.

wenn es einen " falschen institutions-glauben " gibt, welcher institutions-glauben soll dann der " richtige " sein ? ... womöglich der rkk ? ... oder der protestantische ? ... oder der islam ? ... oder der buddismus ? ... oder, oder, welcher der zig tausenden anderen glaubensrichtungen auf dieser welt ? ... fragt ulrich in die runde !

ulrich, der glauben heute nur noch unter der prämisse, ... der sinnhaftigkeit von folgender, ... beispielhafter geschichte verstehen und auch akzeptieren kann :

Vor grauen Jahren lebte ein Mann im Osten(Orient),der einen Ring von unschätzbarem Wert´aus guter Hand(gottes Hand!)besaß. Der Stein war vein Opal, der Hundert schöne Farben spiegelte, und hatte die geheime Kraft vor (Gott und Menschen) angenehm zu machen , ansehen zu schaffen, allerdings nur den der in dieser Zuversicht ihn trug.Dies war das Wunder weshalb der Mann im Osten diesen Ring niemals vom Finger ließ und die verfügung traf auf ewig ihn bei seinem Hause zu behalten. Nämlich so: Er ließ den Ring von seinen Söhnen dem geliebtesten; und setzte fest, dass dieser wiederum den Ring von seinen Söhnen dem vermache, der ihm der liebst sei; und stets der liebste,ohne Ansehen der Geburt, in Kraft allein des Rings, das Haupt, der Fürst der familie werde.So kam nun dieser Ring, von Sohn zu Sohn,
endlich zu einem Vater von drei Söhnen;die alle drei ihm gleich gehorsam waren, die alle drei er folglich gleich liebte. Nur von Zeit zu Zeit schien ihm bald der, bald dieser, bald der dritte,- sowie jeder sich mit ihm allein befand und sein ergießendes Herz die anderen beiden nicht teilten, des Ringes würdig. Und so hatte auch der alte Mann die fromme Schwachheit jedem seiner Söhne den Ring zu versprechenDas ging nun so lange es ging. Als es zum Sterben kommt , kommt der mann in verlegenheit.Es schmerzt ihn zwei von seinen Söhnen, die sich auf sein Wort verlassen haben, so zu kränken.- was zu tun? -
Er sendet in geheim zu einem Künstler, bei dem er nach dem Muster seines Ringes zwei andere bestellt, und weder Kosten noch Mühen sparen lässt, sie jenem gleich, vollkommen gleich zu machen. Das gelingt dem Künstler. Da er ihm die ringe bringt, kann selbst der Vater seinen Musterring nicht unterscheiden. Froh und freudig ruft er seine Söhne, jeden insbesondere allein und gibt jedem insbesondere seinen Segen,- und seinen Ring,- und stirbt.
Man zankt man klagt - umsonst der rechte Ring war unerweislich,- fast so unerweislich wie uns jetzt der wahre Glaube.

lg
ulrich

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10.09.2010 20:46
#14 RE: Dr. Ingo Berger zum Thema Depressionen! Zitat · antworten

gug

von jedem wird der Glaube seiner Eltern für der Wahre gehalten. Aus dem Glauben seiner Eltern auszubrechen ist unsagbar schwer. (daher ist es Nonsens zu behaupten, es gäbe eine freie Wahl in diesen Dingen)

Das gilt für alle Gläubigen und galt auch schon, als man an andere Götter glaubte, von denen heute keiner mehr annimmt, dass es sie gibt. Denkt an die alten griechischen Götter und die vielen Götter, die heute keiner mehr kennt. An alle wurde mit Inbrunst geglaubt und die Gläubigen richteten ihre Denken und Handeln nach ihnen aus.

Und dass Menschen ohne Glauben häufiger Krebs bekommen zweifele ich an, die Untersuchung möchte ich einmal lesen, welche Prämissen oder Bedingungen da gesetzt wurden. Bekennende Atheisten gibt es wenige, ich kann mir schwer eine Studie in dieser Richtung vorstellen. Gläubige aller Richtungen, auch mit selbst zurecht gezimmertem Gott (wenn man nicht in die Kirche geht oder streng christlich erzogen wurde) gibt es aber sehr viel. Ich kenne fast nur solche Menschen, einen astreinen Atheisten habe ich noch nicht gesprochen. (Jeden, in dem ich einen Atheisten vermute und den ich bisher frage meint, direkt an einen christlichen Gott glaube man nicht, aber da muss es irgendwas geben...)

Es gibt aber Untersuchungen (die ich auch gern lesen würde) dass Menschen, denen gesagt wird, man bete für sie, länger brauchen, um gesund zu werden. Menschen, denen das nicht gesagt wurde, überlegten eher, was sie selber tun müssen, um gesund zu werden.
Das ist etwas, was ich sehr gut nachvollziehen kann, denn mir geht es viel besser, seitdem ich nicht mehr gläubig auf Hilfe warte, die nicht kommt.

Es ist statistisch wahrscheinlich, dass fast alle Menschen dem falschem Glauben anhängen, also ist für alle die Wahrscheinlichkeit von Erkrankungen erhöht?
ja, das kann sogar sein. Man kann aber nicht nachprüfen, wie die Krankheitsraten für die verschiedensten Erkrankungen in einer Welt ohne Religionen aussähe.

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10.09.2010 20:46
#15 RE: Dr. Ingo Berger zum Thema Depressionen! Zitat · antworten

Engelchen

gug,

was Du hier schreibst, stimmt haargenau:
"Aus dem Glauben seiner Eltern auszubrechen ist unsagbar schwer. (daher ist es Nonsens zu behaupten, es gäbe eine freie Wahl in diesen Dingen)"

Wenn man anderen Menschen nicht wehtun will, vor allem den Eltern/der Familie, fällt es besonders schwer.

Ich habe vor einigen Jahren erlebt, wie sehr meine Eltern gelitten haben, als eine meiner Schwestern aus der NAK ausgetreten ist.
An der Einstellung meiner Eltern hat sich nichts geändert. Nun bin ich in der Lage, die NAK hinter mir zu lassen und weiß genau, was das für meine Eltern bedeutet.

Das ist wahrlich keine einfache Situation. Was nicht heißen soll, dass ich zum Gefallen meiner Eltern weiterhin der NAK treu bleiben will.
Nein, ich versuche nur, meine Eltern aus meiner Situation heraus zu halten.
Das ist oft ein Balanceakt. Denn obwohl ich sie nicht beeinflussen möchte, kann ich ihre frommen Reden nicht mehr widerspruchslos "über mich ergehen" lassen.

Ich denke, gerade "alten" Eltern sollte man ihren Glauben an die Kirche lassen.

Die Aussage Berger's, dass ungläubige Menschen eher an z. B. Krebs erkranken als gläubige, halte ich für unsinnig.
Egal ob gläubig oder nicht, eine positive Einstellung ist mit entscheidend.
Fürchte ich mich ständig vor Gefahren nach Leib und Seele, ziehe ich Negatives förmlich an.
Außerdem kenne ich in der NAK zu Hauf Fälle von Krebs, was der Meinung von Berger widerspricht.
Fazit: Ein altbekanntes Bild der Angstmache. "Glaube mal lieber, sonst.........."

LG

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10.09.2010 20:48
#16 RE: Dr. Ingo Berger zum Thema Depressionen! Zitat · antworten

gug

engelchen schreibt

Zitat
Fürchte ich mich ständig vor Gefahren nach Leib und Seele, ziehe ich Negatives förmlich an.



stimmt, engelchen!

ein Beispiel(etwas offtopic):ich hörte vorgestern Nacht im Fernsehen, dass nach dem 11.9. die Menschen massiv vom Flugzeug zum Auto wechselten. In der Meinung, dass es dort sicherer ist. Durch die höhere Verkehrsdichte gab es rund 1800 mehr Verkehrstote als davor. Die Verletzten und Sachschäden sind nicht erwähnt worden, aber jeder kann sich vorstellen, dass da auch noch einmal erhebliche zahlen zu buche schlagen. So viel zur Sicherheit und zur Angst bzw. wie wir alle damit umgehen.


Und natürlich kann man weder alten Eltern noch jungen Leuten irgendwie den Glauben nehmen. Man muss auch davor keine Angst haben. Die behalten den Glauben oder variieren oder verlassen ihn nur nach eigenem Gutdünken. Gerade Kinder können ihre Eltern nicht belehren, jedenfalls nicht in den allermeisten Fällen.

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10.09.2010 20:49
#17 RE: Dr. Ingo Berger zum Thema Depressionen! Zitat · antworten

Kopernikus

Natürlich, gug und Engelchen, gibt es keinen Zusammenhang zwischen der Gläubigkeit eines Menschen und der Anfälligkeit für Krebserkrankungen, das ist Blödsinn.
Dass Berger hier einen Zusammenhang herstellte, zeigt mir, wie verblendet und abhängig er vom NAK-Glauben war. Ich finde das deswegen so erschreckend, weil ihm auch sein grosses Wissen und seine Intelligenz nicht davor bewahrt haben!
Ansonsten bin aber schon der Meinung, dass ein falscher Glaube einen Menschen belasten kann, und damit anfälliger für Krankheiten machen kann. Ein falscher Glaube ist für mich z.B. ein sektiererischer Glaube, der den Gläubigen mental und psychisch abhängig machen kann, dies ist m.E. beim NAK-Glauben der Fall!

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10.09.2010 20:49
#18 RE: Dr. Ingo Berger zum Thema Depressionen! Zitat · antworten

ulrich

Zitat von Kopernikus
Ein falscher Glaube ist für mich z.B. ein sektiererischer Glaube, der den Gläubigen mental und psychisch abhängig machen kann, dies ist m.E. beim NAK-Glauben der Fall!




werter kopernikus,

auf mein posting hast du nicht reagiert aber schon wieder von einem " falschen glauben " geschrieben ... und ich weiß, das auch in den reihen der angeblich nicht " sektiererischen " eingestuften institutionen, wie z.b. der rkk oder der ev. kirche bei mitgliedern grosse probleme enstehen, was eine psychische und mentale abhängigkeit angeht.

... warum haben christlich orientierte psychotherapeuten ihre terminkalender und ihre wartezimmer voll ... und das nicht nur von nak'lern ... ZJ ... und anderen sondergemeinschaften ?

lg
ulrich

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10.09.2010 20:50
#19 RE: Dr. Ingo Berger zum Thema Depressionen! Zitat · antworten

Kopernikus

Hallo ulrich,

ja, ich denke, dass jede Glaubensgemeinschaft sektiererische Anteile in ihrer Glaubenslehre hat. Der Unterschied ist, die eine mehr, die andere weniger. Die EK sicherlich weniger als die RKK, und die wiederum weniger als die NAK.
Der Glaube ist für mich aber definitiv dann falsch, wenn der Gläubige z.B. an falsche Apostel glauben muss. Bei den NAK-Aposteln kann man m.E. mit einiger Sicherheit von falschen Aposteln ausgehen. Oder, wenn die Glaubensgemeinschaft behauptet die einzig Richtige zu sein.

Ein falscher Glaube, oder ist es bereits falsch zu glauben?!

Fragt sich Kopernikus

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10.09.2010 20:51
#20 RE: Dr. Ingo Berger zum Thema Depressionen! Zitat · antworten

gug

Dass ein Mensch etwas glauben kann - ganz allgemein gesagt - ist überlebenswichtig! Wenn jemand nie etwas glauben kann, wird er lebensunfähig. Wenn ein Kind nicht glauben kann, dass man vor dem Überqueren der Straße unbedingt nach rechts und links gucken muss, sonst passiert ein Unglück, ist es schlimm dran. Oder wenn man alles und jeden hinterfragt, kommt man zu gar nichts mehr.

Es ist also gesund, glauben zu können.

Schlimm ist es nur, wenn dieser lebenswichtige Trieb zu irrealen Dingen missbraucht wird. Denn die Unterscheidung, was wirklich wichtig ist und was Lüge ist, kann ein Kind (denn die jeweilige Religion wird ja von den Eltern in die Kinder gelegt) unmöglich treffen. Erst wenn man merkt, dass man furchtbar angelogen wurde und zu mit falschen Drohungen oder Versprechungen gezwungen wurde, gegen sich selbst zu arbeiten, das macht einen irre! Und auch als Erwachsener kommt man da kaum noch raus, selbst wenn man merkt, dass man gelinkt wurde, glaubt man, dass doch irgendwas Wahres dran gewesen sein muss.

Also ist es aus meiner Sicht tatsächlich so, dass jede Religion Gefahr in sich birgt, mißbraucht zu werden und krank zu machen. (ich schrieb ja schon mal, das wahrscheinlich die allermeisten Menschen in Bezug auf Götter einen falschen Glauben haben müssen, denn es ist unwahrscheinlich, dass alle Glaubensrichtungen mit den Tausenden von Abspaltungen richtig sein sollen) Es ist für mich unerheblich, ob die Sünde der Kirche groß oder kein ist und auch über die Größe der Sünde gibt es unterschiedliche Bewertungen. (für die einen ist es ok, was der Papst zur Aids-Verhütung bestimmt, für mich ist es kirchlich angeordneter Massenselbstmord...alles eine Frage der Bewertung, was Sünde ist und was nicht)

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