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Dieses Thema hat 18 Antworten
und wurde 1.352 mal aufgerufen
 Depressionen!
Isa Offline




Beiträge: 5.158

10.09.2010 21:24
Depressionen - Probleme nach dem Ausstieg! Zitat · antworten

Maria

Probleme nach dem Ausstieg

Auszug aus einem Text von Dr. Margaret Thaler Singer

>>..................
Depressionen. Durch ein 24-Stunden-System von kultischen Ritualen, Arbeit, Gottesdienst und Gemeinschaftsleben bieten die Sekten ihren Mitgliedern das Gefühl, "sinnvoll" zu leben. Nach dem Verlassen der Sekte werden die meisten wieder von einem Gefühl absoluter Sinnlosigkeit befallen. Zudem müssen sie sich mit all den persönlichen Problemen und Beziehungen auseinandersetzen, die zum Zeitpunkt ihres Eintritts in diese Sekte bestanden und meist auch in der Zwischenzeit nicht gelöst worden sind.

Die Aussteiger müssen aber auch mit einer Vielfalt von Verlusten fertig werden. In unseren Gruppen kommt oft zum Ausdruck, dass sie die verlorenen Jahre bedauern, die sie abseits der "Hauptstrasse" des täglichen Lebens verbrachten. Sie bereuen es, anderen Gleichaltrigen nicht ebenbürtig zu sein, nicht eine ebensolche Karriere gemacht oder das Leben genossen zu haben. Meist bekommen sie dann das Gefühl, ihre "Unschuld" und ihre Selbstachtung verloren zu haben. .......<<

http://www.sekten.ch/ex-site/texte-folde...tm#depressionen

Liebe Grüße Maria

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„Omnia vincit amor, et nos cedamus amori.“ - Vergil

Isa Offline




Beiträge: 5.158

10.09.2010 21:28
#2 RE: Depressionen - Probleme nach dem Ausstieg! Zitat · antworten

Christoph Steurich

3. September 2006

Nun bin ich zurück von der Ostsee - und die "alten" Internetseiten sind weg. Schade.

Admin aus Sanitz schreibt:
Wenn das Herz verletzt ist, dann ist die Sprache stürmischer
als der Wind auf dem Meer;
mich hat dieses Wort berührt und ich möchte fortsetzen:
"doch mein Auge wurde sehend danach, tiefer sehend,
und ich streifte unter Schmerzen die Hülle der Ängste ab,
aber Narben blieben zurück"


Leider sind meine beiden Beiträge verschwunden, welche ich vor meiner Sommerpause ins Forum setzte. Ich tippe sie darum vom Konzept erneut hier ein:

Seelenpflege "wie milder Tau"

Ich möchte von meinem Ausstieg kanpp berichten.

Im Lied singt der Neuapostolische sehr überzeugt von seinen Aposteln - auch ich tat das einmal im Glauben:
Apostelwort, wie milder Tau
erquickest du die Seelen;
du führst auf grüne, frische Au
und heilest alle Fehle.
Und weiter wird gesungen:
Du gibst den Herzen Trost und Kraft
in Kummer, Schmerz und Leiden;
du leitest unsre Pilgerschaft
und führst zu Himmelsfreuden.

Dieses Lied, es scheint nur eine schöne Fassade zu sein, denn ich erlebte anderes Verhalten:

Bezirksapostel Saur brachte mich mit meiner Frau durch sein Spiel, durch psychischen Missbrauch im Glauben, in grösste Glaubensnot und Erkrankung (heftige Depression, monatelange Arztbesuche und Kur - verursachte Kosten für die Krankenkasse, nämlich für die Allgemeinheit). Ich wendete mich darum an Stammapostel Fehr. Dessen Reaktion: Nur Abweisung mit einem als drohend empfundenen Unterton. Die Seelennot wurde dadurch gewiss nicht gelindert.

Ein Vorsteher meinte zu mir und meiner Frau: "Ich möchte gar nicht so viel wissen!" So war die Sache für ihn als Seelsorger schnell abgetan. War das Seelsorge wie "milder, erquickender Tau"?

Der Bischof quittierte meine/unsere Seelennot mit einem aufgesetzten, gekünstelt-heiteren Lachen. War das "Trost in Kummer, Schmerz und Leiden", so wie es im Lied der Neuapostolische singt?

Ein anderer Vorsteher aus der Verwandtschaft öffnete sogar meinen Brief über Wasserdampf. Er las ihn, er verschloss ihn danach wieder einigermassen und liess diesen dann mit dem handschriftlichen Vermerk "Annahme verweigert!" durch die Post zurückgehen. Und der zuständige Gemeindevorsteher liess mich einfach stehen mit den Worten: "Du redest Quatsch!" War das alles Seelsorge "in Kummer, Schmerz und Leiden", die "den Herzen Trost und Kraft gibt"? Von da an unterblieben Hausbesuche. Also: Abgeschrieben und ausgeschlossen! Glaubensgeschwister wendeten sich auch auf einmal wie ferngesteuert ab.

Recht merkwürdig verhielt sich in dieser Sache auch der zuständige Apostel Schneider, der zum Gespräch kam. Sein Wort, sein Apostelwort, das gilt in der Neuapostolischen Kirche als aktuelles Gotteswort, das war: "Was soll ich dazu sagen!" und "Zeit heilt Wunden!" Dieses "geistgewirkte Apostelwort" (laut Lehre der Neuapostolischen Kirche) verblüffte sehr, denn jeder Mensch auf der Strasse - laut Lehre der Neuapostolischen Kirche also ein "Weltmensch" - hätte mir dieselben Floskeln sagen können. Also: Keine Spur von "Apostelwort ... du gibst den Herzen Trost und Kraft in Kummer, Schmerz und Leiden!" - Doch dieses Spielen mit mir, so empfinde ich es, verstärkte meinen schlimmen Zustand und meiner Frau ging es auch übel.

Wenn der Amtsträger beim Familienbesuch sich anschickt zum Gehen, dann wird nach der in der Neuapostolischen Kirche üblichen Art und Weise von ihm die Bibel aufgeschlagen und darin nach dem aktuellen Wort Gottes geschaut. Als ich darum Apostel Schneider die Bibel in üblicher neuapostolischer Manier reichte, zauderte dieser sichtbar, die Bibel in die Hand zu nehmen. Auf meine verblüffte Frage, wie ich seine Reaktion deuten dürfe, sagte er zu meiner Frau und mir: "Was da alles drinsteht!" Das klang nicht sehr aufbauend und überzeugend als geistgewirktes Wort Gottes, zumal Apostel Schneider mir auch noch den Vorwurf machte (weil ich die in unserer Gesellschaft übliche und höfliche Anrede "Herr" in Bezug auf Bezirksapostel Saur gebrauchte) ich würde "Segensgefässe beschmutzen". Ich empfand diesen gekünstelten Vorwurf als Versuch der Unterdrückung und Einschüchterung, wohl um weiteres kritisches Fragen von mir abzublocken.

Aber die Neuapostolischen besingen sich im Gegensatz zu meinem knapp geschilderten Erleben mehrstimmig in frommer Wonne:
Über die Erde wandelt eine heilige Schar,
sie tragen Kronen unsichtbar...
Und weiter geht ihr singendes Eigenlob:
Sie lächeln ins Leben und sind voller Mut,
begegnen den Menschen hilfreich und gut.
Sie zieh'n die Gesunk'nen liebend hinauf,
aus ihrer Liebe geht Liebe auf.
Sie führen die Seelen dem Himmel entgegen,
denn alles an ihnen ist Grösse und Segen.

Wo erlebte ich diesen besungenen Anspruch mit meiner Familie in der Realität? Mir scheint: Auch dieses Lied ist nur eine Illusion - denn in einem weiteren Gespräch mit Herrn Bezirksapostel Saur meinte dieser kalt, dass es ihm "egal" sei, wenn ich mit meiner Familie die Neuapostolische Kirche nicht mehr betrete.

So wurde ich, der ich die Neuapostolische Kirche nicht verlassen wollte, mit meiner Familie in die Freiheit entlassen, nein, gestossen, in Freiheit mit Selbstverantwortung ohne Gängelung, in ein buntes, vielseitiges Leben ohne Beobachtung und geistig-seelische Fesselung.

Nun ist mir bewusst, dass überzeugte NAK-Mitglieder sich an meinen Zeilen reiben könnten. Ich möchte diese bitten, wenn sie ihre Meinung kundtun möchten, dieses als echte "Gotteskinder" und "Kronenträger" zu tun, so wie sie im Lied von sich singen, ohne Beschimpfung und leichtfertige Unterstellung, auch böse anonyme Anrufe mit beleidigenden Worten möchten unterbleiben, denn alles dieses habe ich auch schon heftig seitens der "Kronenträger" erlebt. Dazu bei Gelegenheit noch einige Zeilen - oder darf ich meinen früheren Vorsteher hier noch geschwind zitieren? Er hatte manchmal diesen flotten Spruch auf den Lippen:
"Die Wahrheit ist ein scharfer Trank,
drum kann der Neuapostolischen schwacher Magen
die Wahrheit nur sehr, sehr, sehr verdünnt vertragen!"

Und hier mein weiterer Text, der verloren ging:

Psychischer Missbrauch durch Bezirksapostel Saur
Mit Interesse wird im Forum gefragt nach den Umständen des psychischen Missbrauchs durch Bezirksapostel Saur. Ich möchte darum hier knapp berichten:

In der kleinen neuapostolischen Gemeinde war der Onkel von Bezirksapostel Saur der Vorsteher; ich war der Diakon.
Es kam immer wieder einmal vor, dass die Tür der kleinen Kirche sich öffnete und der Bezirksapostel Saur zum Überraschungsbesuch in die Gemeinde kam. So geschah es auch am 65. Geburtstag des Vorstehers. Bezirksapostel Saur hielt also den Gottesdienst mit Abendmahl und Entschlafenengedächtnis. Einen solchen Gottesdienst hielt der Bezirksapostel bis dahin noch nie in der Gemeinde bei seinen Überraschungsbesuchen. In seiner Predigt belobhudelte der Bezirksapostel Saur seinen Onkel als Glaubensvorbild, auch weil dieser ihn in jungen Jahren zum "Werk des Herrn" gebracht habe. Er belobhudelte aber auch seine Tante. Ich empfand solche Predigt als recht merkwürdig-menschlich, so nicht an den Altar gehörend, denn in der Gemeinde hatte ich im Laufe der Jahre manche leise, kritische Anmerkung von "Gotteskindern" und "Abtrünnigen" gehört. Tränen waren auch dabei und auch beim Einladen von "Weltmenschen" im 4-Augen-Gespräch hörte ich gelegentlich Kritisches. Saurs Tante verhielt sich gelegentlich problematisch in der Gemeinde, kaum als "Kronenträger", denn sie trat mir und meiner Frau etliche Male ohne ersichtlichen Grund heftigst auf die Zehen; auch Glaubensgeschwister klagten über ihr Verhalten manchmal leise und nannten sie sogar ironisch "Frau Vorsteher". Vor diesem Hintergrund verstand ich das Belobhudeln seiner Verwandten durch Bezirksapostel Saur nicht. Ich konnte in solcher Predigt kein Wirken des Heiligen Geistes erkennen.

Dann berief mich in jenem Gottesdienst der Bezirksapostel Saur ins Priesteramt und betonten in seinen Einsetzungswortzen/Einsegnungsworten, dass ich als "Geburtstagsgeschenk" (!!)[b]für den Vorsteher, seinen Onkel, ins Priesteramt komme. Der Bezirksapostel Saur bestätigte mir in einem späteren Schreiben sogar, dass er das Wort "Geburtstagsgeschank" für seinen Onkel bei meiner Einsegnung tatsächlich gebrauchte.

Mir riss diese Art meiner Amtseinsetzung als "Geburtstagsgeschenk" den glaubensmässigen Boden unter den Füssen fort. Ich empfand diese Art der Amtseinsetzung als eine Art der Entweihung, nicht aber als Amtseinsetzung in göttlichem Auftrag.

Denn:
Es gibt für eine solche Amtseinsetzung als "Geburtstagsgeschenk" für einen Menschen keinen vergleichbaren biblischen Beleg.

Denn:
Mir schien hier ein deutliches "Gemauschel" auf menschlicher Verwandtschaftsebene gelaufen zu sein, denn der Vorsteher und alte Onkel des Bezirksapostel Saur erwartete nach seinen eigenen öfter geäusserten Worten das Ende seiner Amtszeit und seine Zurruhesetzung um seinen 65. Geburtstag mit grossem Sehnen. Er sprach wiederholt davon. Er hatte sichtlich "die Nase voll" mit seinem Vorsteheramt. Verstärkt wurde mein Eindruck eines "Gemauschels" um meine Amtseinsetzung dadurch, dass der Vorsteher bei verschiedenen Anlässen auf einmal meinte, ich könnte der neue Vorsteher der Gemeinde, also sein Nachfolger, demnächst werden. Er betonte zudem, dass er damals nicht gefragt wurde, als er einst zum Priester und Vorsteher gesetzt wurde. Ich musste also davon ausgehen, dass mit mir auf Verwandtschaftsebene, also aus menschlichem Kalkulieren, ebenso verfahren wird. Ich schloss eine mögliche Absprache zwischen Bezirksapostel Saur und seinem Onkel darum nicht aus. - Übrigens: Ein Vorsteher ist nicht befungt über die Einsetzung eines Amtes bzw. über die Amtseinsetzung seines Nachfolgers zu entscheiden und spekulierend darüber zu sprechen. So sagte mir das Apostel Schneider später.

Mir wurde in der Neuapostolischen Kirche gelehrt, dass alle Amtsgaben allein durch Gebetserhörungen und göttliche Hinweise gefunden werden. Das trug ich im Glauben fest im Herzen. Meine Amtseinsetzung als "Geburtstagsgeschenk" für einen Menschen empfand ich jedoch als eine Art der Kompetenzüberschreitung des Bezirksapostel Saur, als ein rein menschliches Spiel mit mir und meinem Glauben, als eine Entweihung des Amtes. Ich konnte in solcher Amtseinsetzung als "Geburtstagsgeschenk" keine Ordination als Folge von Gebetserhörung und göttlichem Hinweis erkennen. Das warf mich um und zerstörte meinen Glauben. Das löste meine Erkrankung mit vielfältigen Beschwerden und meine lang anhaltende Depression aus, deren Folgen ich über viele Jahre spürte, sogar noch heute bei bestimmten Gelegenheiten. Zum Glück fand ich damals in einer erfahrenen Ärztin einen kompetenten Mediziner und Gesprächspartner. Zum Glück liess mich die Sorge um meine Frau und die kleinen Kinder damals standhaft bleiben. Bezirksapostel Saur und auch Apostel Schneider konnten mir eine göttliche Erwählung, wegen der ich ins Priesteramt ordiniert wurde, nie plausibel erklären. Schade!

Aus der Chormappe singen Neuapostolische in voller Glaubensüberzeugung das Lied Nr. 39, "Einen Fels hab' ich gefunden". (Auch ich sang einmal im Chor mit vollster Überzeugung!) Darin heisst es unter anderem:
Einen Fels hab' ich gefunden,
einen sichren Zufluchtsort,
der mich schützt in schweren Stunden,
stärket durch Apostelwort.
Drücken auch des Lebens Sorgen,
in ihm find' ich süsse Ruh.
Ja, in ihm bin ich geborgen,
habe Frieden immerzu....

Eine Lieb' hat mich gebunden,
die mich täglich neu beglückt
und, wenn alles überwunden,
mich dem Erdenleid entrückt.
Jesu Liebe mich bedienet
durch Apostel wunderbar....

Ich empfinde dieses Lied als Illusion, denn diesem Anspruch der neuapostolischen Apostel genügte Stammapostel Fehr, Bezirksapostel Saur und Apostel Schneider nicht. Mir scheint aber, dass Bezirksapostel Saur mit meiner Amtseinsetzung als "Geburtstagsgeschenk" für seinen Onkel der NAK einen Bärendienst erwies, dass er das NAK-Apostelamt der Neuzeit damit als ein von menschlichem Kalkulieren abhängendes Irrtumsamt bewies. Beziorksapostel Saur wurde mir zum "Stolperfels", so darf ich doch wohl abschliessend sagen. Jesu Liebe, durch ihn, den Apostel, erhielt ich gewiss nicht, auch nicht Schutz in schweren Stunden, so wie im Lied in frommer Illusion gesungen wird.

Christoph Steurich

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Isa Offline




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10.09.2010 21:29
#3 RE: Depressionen - Probleme nach dem Ausstieg! Zitat · antworten

Loreley 61

Herzlich Willkommen Christoph,

schön das du den Weg auch hierher gefunden hast. Und das beste ist, daß du deinen verlorengegangenen Beitrag noch mal hier rein setzen konntest.
Nachdem was ich alles so gehört habe, war Bez.Ap. Saur für viele Menschen und AT´s ein Stolperstein. Er wird es dereinst mal verantworten müssen. Wenn du einmal Zeit hast, dann lese hierzu ein Bibelwort. Es steht im alten Testament: Hesekiel 34
Die schlechten Hirten und der rechte Hirt........
Auszug: ...Wehe den Hirten Israels die sich selbst weiden........das Schwache stärkt ihr nicht und das Kranke heilt ihr nicht......das Verirrte holt ihr nicht zurück...........usw.

LG, Lory

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Isa Offline




Beiträge: 5.158

10.09.2010 21:30
#4 RE: Depressionen - Probleme nach dem Ausstieg! Zitat · antworten

Winni Lange

Lieber Christoph, schön, von dir zu lesen. Ich denke, dein Beitrag ist deshalb besonders wichtig, weil du ein Beispiel dafür bist, dass auch Menschen, die nicht von Geburt an neuapostolisch, krank durch dieses System geworden sind. Da ich dich und Deine Familie persönlich kenne, weiß ich, wie du gekämpft hast, weil du nicht weg wolltest, aus deiner/ aus eurer Kirche. Du hast, wie auch ich, wie viele von uns die Welt nicht mehr verstanden und konntest lange nicht begreifen, was da gespielt wird. Erst viel später, Jahre später hast du gelesen, gehört und langsam begriffen, was dort Programm war.

Dabei ist es immer wieder das gleiche, man ist nicht mehr linientreu, handelt nicht mehr wie eine Marionette, wagt es, nein zu sagen zu dem, was man von einem erwartet und aus der Liebe wird Härte, aus der Wärme, wird Kälte und der Hirtenstab wandelt sich zu einer Knute.
Niemand macht sich in der Regel auch nur ansatzweise die Mühe, etwas zu hinterfragen.

Dass du nicht im Priesteramt dienen wolltest, es nicht konntest, hat niemand ernst genommen. Entsprechend waren die Reaktionen deiner und als du immer kranker wurdest, nützten nicht einmal die Diagnosen, die du immer noch kindlich gläubig an die schicktest.

Apostelwort, wie milder Tau erquickest du die Seelen;
du führst auf grüne, frische Au und heilest unsre Fehle.
Und weiter wird gesungen:
Du gibst den Herzen Trost und Kraft in Kummer, Schmerz und
Leiden.
Du leitest unsre Pilgerschaft und führst zu Himmelsfreuden.

Auch ich habe diese Lieder mit Inbrunst, tiefem Vertrauen und Glauben gesungen und weiß, wie man sich fühlt, wenn der Apostel plötzlich nichts mehr, von all dem ist. Ja, man versteht die Welt nicht mehr und glaubt lange Zeit mit einem selber stimme irgend etwas nicht(...).

Natürlich bringt einen das immer tiefer in eine Depression, besonders dann, wenn man schon eine hat. Und du bist damit kein Einzelfall, denn viele Glaubensgeschwister sind nach großer Enttäuschung "ganz tief gefallen". Dazu kommen oft ne ganze Palette an Angsterkrankungen und all das, was mit Abhängigkeiten zu tun hat.

Ach Christoph, ja sie machen es sich sehr einfach und das mußtest du auch erfahren.

Ich danke dir, dass du den Mut und die Kraft gefunden hast, ein wenig hier von dir zu berichten und denk daran, was uns nicht umhaut, das macht uns stark.


Grüße deine Erika und die Kinder ganz lieb von uns und genieße die Ferien, damit du dann in ein paar Wochen wieder gestärkt für die Kinder in der Schule da sein kannst.
Alles Liebe Euch, - von ganzem Herzen- Winni

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Isa Offline




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10.09.2010 21:31
#5 RE: Depressionen - Probleme nach dem Ausstieg! Zitat · antworten

Ulrich

lieber christoph,

mein lieber christoph, auch ich freue mich dich hier im forum als " schreiberling ", ja mit dem mut unter deinem eigenen namen zu posten, begrüssen zu können.

menschen mit deinen gemachten erfahrungen brauchen sich nicht zu verstecken, - sie sind durch die " hölle " der diffamierung, der sozialen ausgrenzung, der rufschädigungskampagnen, der menschenverachtung bereits gegangen.

sie haben erkennen dürfen/müssen, wie es im " nak-gottes werk " menschelt, aber auch wie hilflos die nak-führungselite die " einfachsten " menschlichen grundgesetzgebungen, eines friedlichen zusammenlebens ignoriert und misachtet.

auch zu mir sagte seinerseits apostel bott bei meinem " austiegskampf " - bruder h... ihre seele ist krank, - wobei er sogar recht behielt den auch ich musste mich lange in psychiatrische/psychotherapeutische behandlung begeben, um aus diesem kranken und menschenverachtenden nak-glaubenssytem mich zu lösen.

ich wünsche an dieser stelle ALLEN, die diesen weg durch das nadelöhr - vom glauben zum schauen gingen, oder gerade gehen viel kraft und mut mit der gewissheit, eines tages sich geistiger gesundheit mit einem universalierenden und freimachenden glauben erfreuen zu dürfen.

den die diagnose lautet klar und deutlich : - nicht die einzelnen menschen kranken - ER schuf den menschen ja schliesslich zu SEINEM ebenbild ! - sondern die wurzeln, - der krankheitserreger selber liegt im nak-SYSTEM und dehren unseeligen helfern mit ihren blinden und " drei-affenartig " mitlaufenden helfershelfer.

lieber gruss
ulrich

EIN MENSCH IST MANCHMAL WIE VERWANDELT, SOBALD MAN MENSCHLICH IHN BEHANDELT !

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Isa Offline




Beiträge: 5.158

10.09.2010 21:32
#6 RE: Depressionen - Probleme nach dem Ausstieg! Zitat · antworten

Tina

Lieber Christoph,
herzlich Willkommen hier im Forum
Auch ich bin hier noch ein Frischling.
Dein Beitrag hat mich sehr berührt, aber auch die Antworten der anderen. Werde bald mehr dazu schreiben. Muss ersteinmal alles ein bisschen verdauen.
Ich wünsche Dir und Deiner Frau ganz viel Kraft.
In Gedanken bei Euch
grüßt
Tina

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Isa Offline




Beiträge: 5.158

10.09.2010 21:33
#7 RE: Depressionen - Probleme nach dem Ausstieg! Zitat · antworten

Christoph Steurich

17.8.2006

Liebe Tina,

lieben Dank für Deine mail. Ich versuche noch vor meiner Fahrt nach Norden (Ostsee, die ich sehr liebe!) einiges zu schreiben, um meinen vorstehenden Text im Forum näher zu erklären. Es "gärt" und "blubbert" bereits in mir. Ich denke, dass die NAK-Lehre mit allem sie begleitenden Erlebnissen mir (und vielen anderen ebenfalls!) sehr tief "eingebrannt" ist. Daran werde ich wohl bis zu meinem Abschied von dieser Welt zu beissen haben...

Dir liebe Grüsse,

Christoph Steurich

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Isa Offline




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10.09.2010 21:33
#8 RE: Depressionen - Probleme nach dem Ausstieg! Zitat · antworten

Tina

Hallo Christoph...

ganz liebe Grüße zur Ostsee, die auch ich liebe.
Wir fahren schon viele Jahre auf die Insel fehmarn.
Ich wünsche Dir gute Erholung.
Ich finde, dass man eine reelle Chance hat, NICHT bis ans Lebensende mit der NAK zu tun zu haben.
Ich kämpfe darum, dass die Narben immer mehr verblassen.

Ganz lieb grüßt
Tina

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Isa Offline




Beiträge: 5.158

10.09.2010 21:34
#9 RE: Depressionen - Probleme nach dem Ausstieg! Zitat · antworten

Loreley 61

Hallo Christoph,

schön, noch vor deinem Urlaub von dir zu hören. Wir kennen uns nun schon über zwei Jahre und unsere Familien haben sich schon gegenseitig besucht. Daher kenne ich deine Geschichte sehr, sehr gut. Ich weiß, wie es in dir ausgesehen hat, damals, bei deiner Amtseinsetzung als Geburtstagsgeschenk. Wir haben uns oft darüber unterhalten. Kindlich gläubig, wie du warst, bist du davon ausgegangen, daß göttliche Fingerzeige und Gebete, die "Augen" eines Apostels auf einen neuen Amtsinhaber lenken. So haben wir es alle mal gelernt. Aber das hierbei oft rein menschliche Überlegungen eine Rolle spielen, siehst du auch bei der Weitervererbung von hohen Ämtern. Mittlerweile ist Bez.Apostel Saur in Rente und sein Schwiegersohn an der Macht. Er hatte wohl weniger Probleme mit rein menschlichen Überlegungen zum Amt, als du sie hattest. Hat in dieser "Amtshöhe" ja auch große Vorteile. Du wolltest sozusagen ein von Gott erwähltes Werkzeug sein. Nicht Priester als Geburtstagsgeschenk. Kein Wort zu einer göttlichen Erwählung. Das hat dich natürlich "umgehauen". Wie solltest du da als ein Priester Gottes dienen? Vielleicht findest du irgendwann noch mal die Zeit, etwas mehr von deiner Zeit als Diakon zu berichten. Du warst unter anderem auch für die Jugend zuständig und auch da gabs einige "Auffälligkeiten".

Bis dahin wünsche ich dir, deiner Erika, Christine und Gunter alles Liebe und Gute, bis auf ein Wiedersehen in Bingen. Nun seit ihr nämlich wieder dran.

Liebe Grüße - Lory

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Isa Offline




Beiträge: 5.158

10.09.2010 21:54
#10 RE: Depressionen - Probleme nach dem Ausstieg! Zitat · antworten

Christoph Steurich

15. September 2006

Hallo an alle!

Nun bin ich seit Tagen wieder zurück von der Ostsee. Es war eine wundervolle Woche bei Wismar mit fast durchweg Sonnenschein. Dann ging es weiter zu einem Freund bei Hamburg. Leider war diese Woche verregnet - und nun schreibe ich wieder:

Endlich restlose Gewissheit!
Ich berichtete ja schon hier:
Von Bezirksapostel Saur wurde ich zum Priester gesegnet und eingesetzt als "Geburtstagsgeschenk" (wörtlich!) für seinen Onkel zu dessen 65. Geburtstag, dem damaligen Vorsteher meiner kleinen neuapostolischen Gemeinde dort in der Nähe des Bodensees. Diese Ordination auf rein menschlich-verwandtschaftlicher Basis zerriss mir den Glauben und brachte mich in grosse Glaubensnot, denn für eine solche Einsegnung zum Priester auf menschlicher Basis fand ich keinen biblischen Beleg. Weder Bezirksapostel Saur, noch Apostel Schneider, schon gar nicht der Stammapostel Fehr, noch der Bischof oder der Bezirksälteste konnten mir hierfür einen plausiblen biblischen Beleg nennen und damit die Handlung von Bezirksapostel Saur als korrekt begründen. Das nämlich hätte mir wieder die Sicherheit im Glauben gegeben. Doch sie alle machten sich darüber recht fragwürdig. Sie versagten mit ihrer "Seelsorge".

Über viele Jahre war ich hierdurch sehr schwer belastet. Ich berichtete darüber ja schon hier im Forum. Bitte vorstehend nachlesen!

Ich wendete mich darum also, um mir die letztliche Sicherheit zu verschaffen, schliesslich an die beiden von der neuapostolischen Kirchenleitung anerkannten Theologen Prof. Dr. Obst und Dr. Fincke (EZW Berlin, Auguststrasse 80). Beide bestätigten mir unabhängig von einander, dass es für eine Einsegnung ins Priesteramt als "Geburtstagsgeschenk" für einen Menschen keinen Beleg in der Bibel gibt. Diese Auskunft machte mich in meiner Sehensweise der Handlung von Bezirksapostel Saur noch sicherer - trotzdem brauchte ich noch Jahre, bis die durch Bezirksapostel Saur bei mir ausgelösten Krankheitssymptome langsam abebbten. - Unter bestimmten Bedingungen treten manche Symptome noch heute spontan auf! Leider!

Es ist also ganz offensichtlich für mich nach meinem Empfinden,
dass mich Bezirksapostel Saur (aus Überheblichkeit?) im Glauben mutwillig missbrauchte und mir schadete in Glauben, in Vertrauen und in Gesundheit,
dass er mit seiner Handlung nicht als Apostel des Höchsten wirkte um Seelen zu weiden,
dass er nicht aus dem Heiligen Geist sondern nach meinem Empfinden aus einem verwerflichen Geist handelte,
dass er mit seinem Tun den neuapostolischen Glauben verhöhnte. -
Denn: Im Interview in "ideaSpektrum" betont Stammapostel Leber wieder den neuapostolischen Anspruch, dass Apostel als Diener des Herrn notwendig sind zur Bereitung der Brautgemeinde. An mir und meiner Familie, so empfinde ich, verging sich aber Bezirksapostel Saur mit seiner vermenschlichten Amtseinsetzung. Brautseelen für die Brautgemeinde hat er dadurch sicherlich nicht zubereitet.

Merkwürdig aber, dass der informierte Stammapostel Fehr hier nicht bereinigend eingriff zur Zubereitung von Brautseelen als "Erster Gottesmann im einzigartigen Erlösungswerk des Herrn", denn so sieht es die NAK nach ihrem Selbstverständnis. Gilt hier vielleicht das Sprichwort, dass eine Krähe der anderen Krähe kein Auge aushackt?

Weiterhin besingen sich aber die Neuapostolischen in seliger Wonne und Illusion:
Über die Erde wandelt eine heilige Schar,
sie tragen Kronen unsichtbar.
Es schreiten die Füsse durch Dornen und Dunkel,
auf den Häuptern ist's wie Kronengefunkel.
Sie halten im Staub leuchtend den Schild.
Durch Schmerzen und Nächte blicken sie mild.
Ein Sonntag läutet in ihrer Brust
mit Glocken der Freude, sind voller Mut,
begegnen den Menschen hilfreich und gut.
Sie zieh'n die Gesunk'nen liebend hinauf,
aus ihrer Liebe geht Liebe auf.
Sie führen die Seelen dem Himmel entgegen,
denn alles an ihnen ist Grösse und Segen.
Wer sind diese?
Das sind die Getreuen des Königs Jesus,
das ist seine liebe, holdselige Braut,
die er sich erwählet.

Mir scheint, dass Bezirksapostel Saur mit seiner vermenschlichten Handlung am Niedergang der Neuapostolischen Kirche mitwirkte - denn mir liegt die Info vor, dass der Mitgliederschwund bei jährlich mindestens 3 % liegen soll. Bezirksapostel Saur trat jedenfalls mutwillig eine ganze Familie, die bis dahin recht einsatzfreudig mitwirkte, von der Neuapostolischen Kirche los. Sein Kommentar dazu, wörtlich!: "Ist mir egal!"

Christoph Steurich

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Isa Offline




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10.09.2010 21:54
#11 RE: Depressionen - Probleme nach dem Ausstieg! Zitat · antworten

Christoph Steurich

Geächtet und ausgespuckt ! 1. Teil

"Über die Erde wandelt eine heilige Schar..." So singen die Neuapostolischen von sich in seliger Selbstgefälligkeit. Und sie tönen weiter: "Durch Schmerzen und Nächte blicken sie MILD ... begegnen den Menschen HILFREICH und GUT. Sie zieh'n die Gesunk'nen LIEBEND hinauf, aus IHRER LIEBE geht LIEBE auf. Sie FÜHREN die SEELEN dem HIMMEL ENTGEGEN, denn ALLES AN IHNEN IST GRÖSSE UND SEGEN..." Ach, besungene Irrealität!

Das ist der besungene, hohe, neuapostolische Anspruch - aber die Realität! Die Realität ist kalte Härte, Herzlosigkeit, von mir fast als Menschenverachtung empfunden, denn ich erlebte:

Bezirksapostel Saur ordinierte mich ins Priesteramt als "Geburtstagsgeschenk" zum 65. Geburtstag seines Onkels, dem Vorsteher der neuapostolischen Gemeinde. Diese vermenschlichte Amtseinsetzung riss mir den Boden unter den Füssen fort und zerstörte meinen festen Glauben an das neuapostolische Apostelamt und Erlösungswerk. - Ich berichtete bereits hier im Forum.

Nun singen die Neuapostolischen von sich sehr überzeugt: "...Sie zieh'n die Gesunk'nen LIEBEND hinauf, aus IHRER LIEBE GEHT LIEBE AUF..." Doch wo erlebte ich solche Seelsorge mit meiner Familie in den vielen schweren Jahren nach den durch Bezirksapostel Saur ausgelösten inneren Kämpfen, nach meiner von ihm ausgelösten Erkrankung? Mir scheint das Lied "Über die Erde wandelt..." angesichts meines Erlebens nur eine fromme aber hohle Fassade zu sein.

Der Hauspriester, ich nenne ihn hier einfach Priester Lutz. Mit ihm, dem stillen Mann, wurde durch Saurs Onkel, dem damaligen Gemeindevorsteher, manches Spiel getrieben. Er stand deshalb immer unter psychischem Druck. Als ich mit ihm meine durch Bezirksapostel Saur ausgelöste Problematik besprach, da war er recht betroffen und im Glauben sichtlich zweifelnd. Er meinte dann (wörtlich!): "Christoph, wohin sollen wir gehen, etwa zu den Zeugen Jehovas?" Von da an wendete er sich wie ferngesteuert von uns ab, seine Frau ebenfalls. Es erfolgten keine Einladungen mehr. - - Als meine Frau und ich nach einigen Jahren von einem Sommerurlaub zurückkehrten, standen wir beide sehr berührt vor dem aufgeworfenen Grabhügel der beiden am gleichen Tag verschiedenen Glaubensgeschwister Lutz. Unter den Kränzen auf dem frischen Grab war auch einer mit der Schrift auf der Kranzschleife: "In Liebe und Dankbarkeit, Neuapostolische Gemeinde...." Uns drückte etwas bei dem Anblick in der Kehle, weil wir unwillkürlich an die Nadelstiche denken mussten (modern würde von Mobbing gesprochen!), welche beide Verschiedenen in der Gemeinde von des Vorstehers Seite ertragen mussten.

Ich versuchte meine Problematik mit dem nachfolgenden Vorsteher zu besprechen. Ich nenne ihn hier einfach Vorsteher Öxler. Er hörte mich kaum an. Mit den Worten "Du redest Quatsch!" wendete er sich bald wie ferngesteuert von mir ab. Ich war abserviert. Keine Besuche als Seelsorger erfolgten danach mehr, selbst die bis dahin gute freundschaftliche Verbindung mit dessen Familie brach wie abgeschnitten ab. Enges Setiererverhalten! Aber selbstgefällig wurde auch weiterhin in der neuapostolischen Gemeinde von Vorsteher Öxler das Eigenlob besungen: "Über die Erde wandelt eine HEILIGE SCHAR ... begegnen den Menschen HILFREICH und GUT!"

Ich werde in einem weiteren Teil über "Geächtet und ausgespuckt" im Forum berichten.

Christoph Steurich

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Isa Offline




Beiträge: 5.158

10.09.2010 21:56
#12 RE: Depressionen - Probleme nach dem Ausstieg! Zitat · antworten

Christoph Steurich

Geächtet und Ausgespuckt ! 2. Teil

Ich besprach meine durch Bezirksapostel Saur ausgelöste Problematik und Glaubenssorge mit einem jüngeren Verwandten, einem Priester der Neuapostolischen Kirche, dem späteren Vorsteher einer kleinen Gemeinde. Ich nenne ihn hier einfach Horst. Er meine kühl: "Man verlässt doch nicht eine gute Firma!" Ich fand und finde auch noch heute diesen seelsorgerischen Vergleich (Neuapostolische Kirche = "gute Firma") sehr bezeichnend. (Wessen "gute Firma"?) Auch Horst und seine Familie liessen von da an die verwandtschaftliche Verbindung wie ferngesteuert einschlafen, mein Gesundheitszustand, das Problem in meiner Familie, das interessierte diese Gotteskinder nicht. - Ach, >>NAK = "gute Firma"!<< Wer genau hinschaut erkennt, dass die neuapostolischen Kirchengemeinden offenbar nach Rentabilitätsgesichtspunkten geführt und bei fehlender Rentabilität, wohl bei zu geringem Opfergeldaufkommen, geschlossen werden. Und Horst, der wollte als Vorsteher seiner kleinen Gemeinde dann nach oben glänzen. Er legte deshalb aus eigener Tasche noch manches zum schmalen Opfergeldaufkommen seiner Gemeinde hinzu. So sah er "oben" besser aus. Der Schein stimmte! Heute ist diese NAK-Gemeinde - so wie viele andere - dennoch längst aufgelöst, weil letztlich unrentabel für die "Firmenleitung".

Ich versuchte meine durch Bezirksapostel Saur ausgelösten Sorgen, Zweifel und Probleme mit einem Vorsteher aus der Verwandtschaft brieflich zu besprechen. Ich nenne ihn hier einfach Onkel Jonas. Mein Brief wurde von Onkel Jonas über Dampf geöffnet, dann wieder zugepappt und zurückgeschickt mit dem handschriftlichen Vermerk: "Annahme verweigert!" Welche "Seelengrösse" offenbarte dieser Vorsteher und Seelsorger mit seinem Tun. Von da an unterblieb wie ferngesteuert jegliche bis dahin regelmässige Einladung. Ich/wir waren wohl geächtet und ausgespuckt. Ich/wir funktionierten wohl nicht mehr systemkonform für das Fassadenbild. Aber auch Onkel Jonas liess in seiner Gemeinde ohne Scham über sein Tun mit Inbrunst und Selbstgefallen singen: "Über die Erde wandelt EINE HEILIGE SCHAR ... SIE FÜHREN DIE SEELEN DEM HIMMEL ENTGEGEN, denn ALLES AN IHNEN IST GRÖSSE UND SEGEN..."

Ich versuchte meine durch Bezirksapostel Saur ausgelösten Zweifel, Probleme und die Erkrankung mit einem Diakon aus der Verwandtschaft zu besprechen. Ich nenne ihn hier einfach Wrner. Seine Seelsorge bestand aus diesem einen Satz am Telefon: "Christoph, ist deine Quelle auch sauber?" Werner wähnte sich weit über mir erhaben als "Gotteskind" und dem Himmel sehr nah. Wie ferngesteuert unterblieb fortan jeder weitere verwandtschaftliche Kontakt. - - Doch aus der Ferne hörte ich inzwischen: Werners NAK-Ehe ist kaputt. Er hat sich seit vielen Jahren dem Alkohol ergeben und ein dermassen plumpes Verhalten entwickelt, dass sein NAK-Vorsteher zu Werners Angehörigen einiges deutlich sagen musste.

Ach, mein Schwager!! Ich nenne ihn hier einfach Edi. Wie sehr ging es mir früher doch unter die Haut, ich war damals noch im kindlich-festen, freudigen und unzerrissenen NAK-Glauben, wenn Edi als beissender Spötter mit beissender Zunge sich über manches belustigte und über seine Neuapostolische Kirche herzog. - - - Aber dann kam der grosse Glaubensumschwung bei ihm: Ich versuchte meine durch Bezirksapostel Saur hervorgerufene Glaubensproblematik und deren gesundheitliche Folgen mit Edi zu besprechen, mein durch den Bezirksapostel ausgelöstes Erkennen, dass in der NAK etwas wohl sehr aus dem Ruder läuft. Von da an hielt Edi das NAK-Glaubensbanner stramm empor. Seine spitze Zunge war auf einmal weich und rund und mild - und wie ferngesteuert brach auch dieser verwandtschaftliche Kontakt ab. Aber in seiner NAK-Gemeinde sang auch er im Schauer des Selbstgefallens: "Sie tragen KRONEN unsichtbar ... denn ALLES AN IHNEN IST GRÖSSE UND SEGEN." Und, auch das kam noch hinzu: Aus seiner Familie kam dann bald die Kunde, ich sei "aus der NAK geworfen" worden. Tatsache jedoch, vor welcher Edi die Augen verschliesst: Nachdem Bezirksapostel Saur mich 1990 als "Geburtstagsgeschenk" für seinen Onkel im Glauben und Vertrauen missbrauchte und mir mit diesem menschlichen Spiel die Augen aufriss und meinen Glauben an das NAK-Apostelamt zerstörte, nachdem trotz meines Bemühens von Seiten der Neuapostolischen Kirche für mich und meine Familie keine seelsorgerische Lösung gefunden wurde, die mir und meiner Familie eine unangefochtene weitere Existenz innerhalb der NAK möglich machte, und nachdem mir Bezirksapostel Saur als Seelsorger am Telefon kalt kundtat, dass es ihm "egal" sei, wenn ich mit meiner Familie der NAK fernbleibe, da liessen wir unsere Kinder schliesslich aus der NAK austreten und in der evangelischen Kirche konfirmieren. Wir Eltern traten dann erst acht Jahre später, 1998, aus der NAK aus und in die evangelische Kirche ein. Also: Latrinengerücht! Vom "Rauswurf" keine Spur!

Ach ja, der Vorsteher aus der NAK-Gemeinde meiner Frau, der immer betont freundlich war, immer lächelte und mit milder Stimme sprach... Ich nenne ihn hier einfach Neck. Mit ihm versuchten wir das durch Bezirksapostel Saur verursachte Problem und die tiefen Verletrzungen zu besprechen, wir suchten Rat, Trost und Seelsorge. Doch Vorsteher Neck wusste uns wie ferngesteuert nur diese Antwort: "Ich möchte gar nicht so viel wissen!" Unsere Betroffenheit war wirklich riesengross. Alle bis dahin üblichen freundschaftlichen Kontakte brachen dann wie ferngesteuert ab. Aber auch er liess in Selbstgefallen mit heiligem Schauer im Gottesdienst das Lied der NAK-Kronenträger anstimmen.

Mir fällt es im Moment schwer, hier weiter zu berichten. Sicherlich hat mancher Leser dafür Verständnis. Ich werde deshalb später weiter berichten, wenn ich mich wieder gefangen habe.

Christoph Steurich

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Isa Offline




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10.09.2010 21:56
#13 RE: Depressionen - Probleme nach dem Ausstieg! Zitat · antworten

Laura

Lieber Christoph,

schön, mal wieder was von Euch/Dir zu hören bzw. zu lesen.
Wie Du sicher festgestellt hast, habe auch ich noch mit den Folgen der NAK-Indoktrination zu kämpfen. Und, wie Du schreibst, möglicherweise bis an mein Lebensende.
Frühkindliche Prägungen - so bei mir jedenfalls - werden mich wohl begleiten. (Ich schrieb schon mal im GK-Forum, dass ich diesbezügl. ein Buch las, darin u.A. Gehirnforscher ihre Meinung dazu äußerten. )
Und, nur Menschen, die es ernst genommen haben, die leiden eben heute noch darunter.
Dass dies so ist, kann man schließlich daran erkennen, dass diese Lehre selbst Dich, der Du in einem nicht neuapostolischen Elternhaus aufgewachsen bist, heute noch einholt.
Ich denke, empfindsame, sensible Menschen haben es oft schwerer, da man/frau einfach nicht alles mit dem Kopf verarbeiten kann.
Zwar gibt es EX-NAKler, die es besser verarbeitet haben.
Dies dachte ich eine zeitlang auch.
Doch - durch irgendwelche Situationen bedingt - brechen alte Wunden immer wieder auf.
Christoph, weißt Du, wer dieses Lied "Apostelwort wie milder Tau.." komponiert hat?
Für meine Person wäre dies von großem Interesse.
Würde mich über eine Antwort freuen.
Viele Grüße an Deine Familie und Euch alles Gute
von Laura (Lore)

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Isa Offline




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10.09.2010 21:57
#14 RE: Depressionen - Probleme nach dem Ausstieg! Zitat · antworten

Christoph Steurich

Ich wurde in der Neuapostolischen Kirche gelehrt, dass ein treues neuapostolisches Gotteskind alle Luststätten der Welt unbedingt meiden soll, nämlich Fussballplatz, Kino, Tanz und Theater und die Freundin vor der Ehe, auch Fernsehen, Fastnachts- oder Faschingsveranstaltungen und Volksfestrummel, weil Jesus bei seinem Wiederkommen an solchen Orten seine Seelenbraut nicht sucht und unter einer Fastnachtsmaske auch nicht erkennen kann. Nachdem Bezirksapostel Saur mich als "Geburtstagsgeschenk" für seinen Onkel im Glauben missbrauchte, nachdem ich unter dem durch Bezirksapostel Saur ausgelösten ungeheuren seelischen Druck und der ausgelösten Erkrankung und der fehlenden Lösung seitens der NAK die Kirche nicht mehr betrat, eine lange Arztbehandlung und eine Kur benötigte, besuchte ich mit meiner Familie den hier in einer Kleinstadt beliebten "Schätzelemarkt" mit Buden und Volksgewühl, mit Juxplatz, Boxauto, Riesenrad, Geisterbahn und vielem mehr. Und wen traf ich da und war sprachlos und mehr als baff? Seinem Predigen zum Trotz war hier der Hirte und Vorsteher einer Nachbargemeinde mit Frau und Kind und Schwiegermutter - Verwandtschaft von Bezirksapostel Saur! Sie erfreuten sich als treue neuapostolische Gotteskinder an einer "Luststätte der Welt", wo der Geist von unten doch verführen soll und die NAK-Gotteskinder vom Glaubensweg abwärts direkt zu Hölle führen soll, so die NAK-Lehre!

Diese frommen Menschen und Kronenträger (so besingen sich Neuapostolische im Lied!) auf dem Rummelplatz an einer verpönten "Luststätte der Welt"!!? Meine Frau und ich waren betroffen. "Na Christoph, wie geht es dir?!" So wurde ich honigsüss im Menschengewühl vor einer Schiessbude neben der Geisterbahn von jenem Hirten und Vorsteher milde lächelnd sanft angesprochen. Der Hirte strahlte mich wie immer an. Ich fragte: "Möchtest du schöne Worte von mir hören oder die Wahrheit?" Er entschied sich für das Zweite. Dann schenkten wir ihm voll ein und ich wies auf die Folgen solchen Spielens mit dem Glauben hin. Das schmeckte wohl nicht so recht. Seine Frau lauschte nur und schwieg. Seine Tochter bekam weite Kulleraugen. Seine Schwiegermutter reagierte vorurfsvoll bis giftig. Und mit den Worten im Brustton der Überzeugung "Ich brauche aber das Apostelamt!" liess mich/uns der Hirte wie ferngesteuert stehen.

Wenige Monate später drang mir dann ein Raunen an das Ohr: "Der Hirte wurde vom Apostel wegen Ungehorsam aus der NAK geworfen!" Da griff ich aber flugs zum Telefonbuch und dann zum Hörer. Er, der Ex-Hirte und Ex-Vorsteher, war am Telefon. Wie war er doch zunächst verlegen, als ich mich meldete und das Gespräch bei unserer Begegnung an der "Luststätte derWelt" anknüpfte. Wie schimpfte er dann enttäuscht über die NAK und deren Apostel! Der Hirte wurde als Amtsträger durch den von Bezirksapostel Saur geschickten Apostel in wenigen Minuten abserviert, quasi glaubensmässig exekutiert, weil er auf ein Vier-Augen-Gespräch mit Stammapostel Fehr wegen einer höheren Eingebung nicht verzichten wollte. Welch ein "Ungehorsam" und "Vergehen" nach NAK-Sicht, das so geahndet werden muss. Welch fehlende Seelsorge des Stammapostels Fehr, der ein solches Vorgehen gegen den Hirten (mit böser Auswirkung auf dessen Familie!) zuliess und eine unsterbliche Seele so aus dem "Werk des Herrn" kicken liess. Wie kann bei solcher Verfahrensweise die letzte Seele gefunden werden, damit der Herr wiederkommen kann, welche die NAK doch finden und zubereiten will laut ihrer Lehre??

Wir waren mit einer jungen Familie befreundet. Er war Priester in einer NAK-Nachbargemeinde. Ich nenne ihn hier einfach Heino. Wechselseitige Besuche waren öfter. Ihre Kinder waren im Alter passend zu unseren. Oft beteten wir inbrünstig um die Gesundheit von Heinos zeitweilig schwerkranker Frau, mit deren Ableben zeitweilig gerechnet werden musste (u.a. extreme Magersucht). Nach meinem psychischen Missbrauch durch Bezirksapostel Saur bei meiner Amtseinsetzung als "Geburtstagsgeschenk" für Saurs Onkel, besprach ich bei einem Gang durch die Obstplantagen mit Heino mein seelisch-glaubensmässiges und gesundheitliches Problem. Er schwieg zu dem allen. Aber wie ferngesteuert brach dann aller Kontakt von seiner Seite ab. Ja, in einem Leserbrief in der Tageszeitung griff mich Heino sogar seine NAK verteidigend recht harsch an. Aber etliche Jahre später bekam ich im Odenwald weite Augen: Wer begegnete mir da in der Sektenaussteigergruppe im Odenwälder Wohnhof? Heino! Heino war hier mit einer jungen Freundin an seiner Seite! Eine Ex-Zeugin. Die Arme war sehr schwer belastet durch ihr Sektenerleben. Wie war Heino das Wiedersehen anfangs peinlich! Wie betroffen war er über sein eigenes NAK-Erleben!

Allen Lesern hier im Forum ein lieber Gruss. Ich werde weiter berichten.

Christoph Steurich

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Isa Offline




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10.09.2010 21:58
#15 RE: Depressionen - Probleme nach dem Ausstieg! Zitat · antworten

Christoph Steurich

Geächtet und ausgespuckt ! 4. Teil

Mir ist wieder der gesungene Eigenlob der NAK-Gotteskinder im Sinn. "Über die Erde wandelt eine heilige Schar, sie tragen Kronen unsichtbar ... durch Schmerzen und Nächte blicken sie mild ... sie ziehn die Gesunknen liebend hinauf ... aus ihrer Liebe geht Liebe auf." Ich bekam nichts von dem im Lied Besungenen zu spüren. Mir ging es einfach hundeelend. Ich spürte, dass mich die gläsernen Wände der NAK umgeben, eiskalte Wände. Echte Seelsorge und eine Lösung des durch Bezirksapostel Saur Verursachten gab es nicht, trotz aller Gespräche und Briefe. Ich fühlte mich durch die Amtseinsetzung als "Geburtstagsgeschenk" für Saurs alten Onkel im Glauben durch den Bezirksapostel missbraucht und verletzt. Ja, ich erlebte, dass meinen Fragen stets ausgewichen wurde. Der Briefverkehr belegt das.

Irgendwann flötete mir dann ein Spatz ins Ohr: "Der Bezirksevangelist - ich nenne ihn hier einfach Zeck - brüstet sich im Ämterkreis: >>Ich habe es dem Christoph aber gegeben! Der ist jetzt sooooo klein!>> Noch heute frage ich mich, wann und wo ein derartiges mich niedermachendes Gespräch überhaupt stattgefunden haben soll. Eine böse Gerüchteküche brodelte eben hinter der Fassade. Schlimme anonyme Telefonanrufe gläubiger NAK-Gotteskinder und treuer Kronenträger waren auch darunter, verbunden mit zum Teil heftiger Drohung oder Verwünschung aus dem Mund dieser edlen Kronenträger. Und mir ging es hundeelend. Doch echte Seelsorge? Keine Spur.

Bei all dem bösen Erleben gab es einen alten Glaubensbruder in der NAK-Gemeinde. Er sprach uns mehrfach auf der Strasse besorgt, verständnisvoll, fast väterlich-fürsorglich an: Wir sollten dem "Werk des Herrn" nicht fern bleiben. Er hätte auch schon manches hier in der Gemeinde erlebt... Bald wurde dann das alte und erst kurz zuvor gründlich renovierte (aus gespendetem Opfergeld) und mit neuen Kirchenbänken (aus gespendetem Opfergeld) ausgerüstete Kirchengebäude abgerissen, an dessen Bau nach dem Weltkrieg in den frühen Aufbaujahren der Neuapostolischen Kirche der alte Glaubensbruder mitgewirkt hatte. Dieses Kirchengebäude wurde durch einen teuren, prunkvollen Neubau ersetzt. Im Gespräch merkten wir, dass das Herz des Glaubensbruders wegen dem Abriss blutete. So vertraute er uns dann einmal auf der Strasse ganz überraschend an, dass er den Neubau nicht mehr betreten wolle. Jener Glaubensbruder zog dann bald überraschend in die Ewigkeit hinüber. - Am 23. September 2006 traf ich zufällig jemand aus dem Umfeld dieser NAK-Gemeinde, den ich früher im festen Glauben stehend eingeladen hatte. "Du", sagte mir jener, "sie predigen noch immer die alte Leier wie danals vor langen Jahren. Die alte Kirche war übrigens auch viel schöner und schnuckeliger als der neue Kasten. Ich gehe da nicht mehr hin."

Bei allem bösen Erleben gab es eine alte Glaubensschwester. Sie hörte uns gut zu. Sie hatte selbst sehr viel Schweres erlebt und ein arg belastetes Leben getragen. Sie verstand uns und meinte alles ein wenig abmildernd: "Unser Herrgoitt hat eben einen grossen Tiergarten!" Noch heute pflegt sie den Kontakt mit uns als steinalte, pflegebedürftige Frau. Natürlich nur heimlich und scheu. Sie weiss, dass sie sonst ausgegrenzt, geächtet wird, dass der Ungeist der Kronenträger sie dann trifft.

Ich nenne diesen Verwandten einfach Onkel Martin. Er ist ein redseliger Schwabe und lebt irgendwo am Rand der Alb. Seine Frau ist neuapostolisch. Er liess sich aus einer gewissen Skepsis heraus von seiner Frau nie zur NAK hinüberzeihen. Onkel Martin hatte natürlich durch die Buschtrommel etwas gehört. Er fragte darum, wir erzählten. Er sah seine Skepsis gegenüber der NAK bestätigt. Onkel Martin machte uns Mut.

Nun ist das Selbstverständnis der Neuapostolischen Kirche, dass sie das "einzigartige Erlösungswerk Jesu Christi" sein will, dass sie "das letzte Schaf" zur Herde Christi führen will, damit Jesus mit der "Sichel anschlagen" und wiederkommen kann und dann seine Braut heimholt nach dem Zuschlagen mit der Sichel. So wurde ich/wir gelehrt. Doch wie kann das nur gelingen bei der "Erzeugung" von über 120 Abspaltungen von der Neuapostolischen Kirche und auch bei den vielen einzelnen Mitgliedern, welche mit den Beinen abstimmten oder vom Apostel oder untergeordneten Amtsträgern hinweggekickt wurden? Man kann wohl fast sagen, dass wegen dieser erschreckend vielen Abspaltungen innerhalb der kurzen Geschichte der Neuapostolischen Kirche, mehr Seelen von der NAK abgestossen wurden, sich ausserhalb befinden, als heute innerhalb der NAK zu finden sind. Wie kann das nur gelingen, wenn Bezirksapostel Saur mich/uns als durch ihn betroffen gemachte Mitglieder der NAK sagt, dass es ihm "egal" sei, wenn wir fortbleiben? Widerspricht Saur nicht so seinem Auftrag, die letzte ehrliche Seele dem "Werk des Herrn" hinzuzufügen? Wie kann das nur gelingen, wenn Stammapostel Fehr nur abweist mit einem als drohend empfundenen Unterton, statt als Seelsorger einzugreifen? Erfüllten Saur und Fehr den Sendungsauftrag Christi? - Ich empfinde: Trauriger Sektenalltag!

Ich werde aus meinem Erleben weiter berichten. Arbeitstitel: DIE ENTSCHULDIGUNGEN.

Allen ein schöner Gruss,

Christoph Steurich

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Isa Offline




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10.09.2010 21:59
#16 RE: Depressionen - Probleme nach dem Ausstieg! Zitat · antworten

Christoph Steurich

Traurig !

In der STUTTGARTER ZEITUNG vom 11. November 2006, Seite 57, entdeckte ich den Bericht einer Aussteigerin aus der Neuapostolischen Kirche. Der Bericht zeigt, welches Leid, auch Depressionen, durch die Lehre der neuapiostolischen Apostel ausgelöst werden kann. Ich gebe diesen Bericht hier nachfolgend ins Forum zur Diskussion:

Wochenedbeilage der STUTTGARTER ZEITUNG
Samstag, 11. November 2006 – Seite 57

„Wiso soll ich eine Null sein?“
Die Geschichte einer Frau, die in der Neuapostolischen Kirche herangewachsen ist – bis sie den Mut gefunden hat, auszusteigen


Mit 35 Jahren ist die Frau aus der Neuapostolischen Kirche ausgetreten. Sie lebt in Stuttgart, ist heute 37 Jahre alt, ihr Name ist der Redaktion bekannt. Brigitte Biermann hat den Bericht der Aussteigerin protokolliert.

Ich wollte nicht mehr warten, bis Jesus mich heimholt. Und ich wollte keine Angst mehr davor haben, dass er, falls er kommt, mich nicht finden würde, weil ich in einem Konzert, einem Tanzkurs oder im Kino war. Natürlich war so etwas nicht verboten, aber die Drohung hing wie ein Damoklesschwert über mir: Käme gerade dann der Herr, würde er dich dort nicht suchen. Dabei hatte ich so grosse Sehnsucht nach Normalität!

Als ich neun Jahre alt war und mein Bruder zwölf, traten meine Eltern in die Neuapostolische Kirche ein. Völlig unvorbereitet begann für mich ein total anderes Leben. Ich durfte nicht mehr am Religionsunterricht teilnehmen, nichts mehr mit meinen Freundinnen unternehmen. Die haben sich bald zurückgezogen. Ich konnte auch nicht mit den Kindern in unserer Siedlung spielen, wann denn? Sonntags gingen wir früh um neun und nachmittags um vier zum Gottesdienst. Und samstags mussten wir uns „heiligen“ für den Sonntag – ich hockte also in meinem Zimmer und sollte mich mit frommen Schriften oder Schallplatten befassen. Fernseher? Wurde weggegeben. Sport? Keine Zeit: Nach der Schule montags Singstunde, dienstags Orchesterprobe – ich spielte Geige, Bratsche, Orgel und Klavier –, mittwochs Gottesdienst, donnerstags von Tür zu Tür gehen und missionieren, freitags Jugendstunde. Silvester? Heidnisches Getue, es gab um 18 Uhr einen Jahresabschlussgottesdienst, dann ging man früh ins Bett, um am nächsten Morgen pünktlich um neun wieder in der Kirche zu sitzen.

Todesängste habe ich ausgestanden, wenn meine Mutter mal später heimkam als angekündigt: Was, wenn Jesus sie heimgeholt und mich vergessen hat? Ohnehin quälte mich der Gedanke, dass Jesus mich nicht holen könne, weil ich seinen Ansprüchen einfach noch nicht gewachsen sei. Und dann diese Gottesdienste für Entschlafene – was, wenn sich die umherirrenden Seelen ausgerechnet bei mir bemerkbar machten? Ich geriet immer wieder in Panik wegen der Seelen, aber auch, weil ich Angst hatte und die anderen Gemeindemitglieder offenbar nicht. Ich fürchtete sogar, ganz aus Versehen die Todsünde überhaupt zu begehen, nämlich wider den Heiligen Geist zu denken oder zu handeln. Dann würde man auch bei mir das schwarze Kreuz auf der Stirn sehen. Die wahren Gläubigen trügen nämlich ein goldenes Kreuz.

Bild mit Text:
Erinnerung an eine Kindheit unter Verschluss:
„Ich hockte in meinem Zimmer und sollte mich
mit frommen Schriften befassen.“

Glauben Sie mir, solche diffusen Ängste wirken lange fort. Vor zwei Jahren gab es dieses Erdbeben mit seinem Epizentrum im Schwarzwald, ich weiss noch genau, es war am 5. Dezember, 3:52 Uhr nachts – ich bin schreiend aus dem Schlaf gefahren, weil der Schrank rumpelte und die Türen schepperten. Mein erster Gedanke: Jetzt kommen die Seelen aus der Ewigkeit zu mir, weil ich eine Abtrünnige bin.

Ich war als Kind und noch als Jugendliche furchtsam und allein, fühlte mich nichtig, unwürdig und hilflos. Und sehr schlecht, weil ich Sehnsucht nach Normalität hatte und Verlangen nach Sex, obwohl ich nicht verheiratet war. Und es gab niemanden, mit dem ich darüber reden konnte.

Doch, den Gemeindevorsteher konnte ich jederzeit anrufen. Zum Beispiel, als ich mich zwischen zwei Stellenangeboten entscheiden sollte. Ich hatte nie gelernt, etwas zu entscheiden, also hat er mir gesagt, was das Beste für mich sei. Mit zwanzig habe ich einen Mann aus unserer Gemeinde geheiratet, nach sieben Jahren ging die Ehe kaputt.

Schon mit drei Jahren
werden Kinder manipuliert

Natürlich bat ich wieder den Gemeindevorsteher um Rat, und der forderte: Bloss keinen Scheidungskrieg, Gott streitet für dich! Hat er leider nicht. Mein Ex hinterliess mir einen Berg Schulden, und ich verlor gleichzeitig meinen Job. Jedes Gemeindemitglied muss den Zehnten an die NAK [Neuapostolische Kirche] geben. Ich fragte damals ganz naiv: Vom Brutto oder vom Netto? Tja, mein liebes dummes Kind, je mehr du gibst, desto mehr kommt von Gott zurück, er will deine Opferbereitschaft sehen, du wirst doch wenigstens einen kleinen Anteil... Ich sagte nein, ich kann nicht! Ich hatte nichts – ob mir Gott auch ohne Geld hilft? Hat er wieder nicht.

Und allmählich begriff ich, dass nur ich selbst mir helfen kann.

Man solle mit dem Herzen glauben, nicht mit dem Verstand, lautet eine der Grundregeln der NAK. Immer häufiger verstiess ich dagegen, sass mit meinem Verstand in der Kirchenbank, entdeckte immer mehr Zweifel. Wut und Ablehnung stiegen in mir hoch. Ist es nicht unchristlich zu behaupten, die NAK sei die einzig wahre Kirche? Und wieso soll ich eine Null sein? Nach neuapostolischer Regel ist der Mann die Eins, die Frau die Null, zusammen ergibt das zehn. Eine Null war ich nach der Scheidung, aber das wollte ich keinesfalls bleiben. Und was machte diese Sekte eigentlich mit dem Zehnten ihrer Mitglieder? Es werden Kirchen gebaut, Immobilien gekauft, Reisen finanziert, die Gehälter an Bischöfe, Apostel, Gemeindevorsteher gezahlt. Diese Sekte gibt sich christlich und nächstenliebend, unterhält aber keinen Pflegedienst, keine Diakonie, keine soziale Einrichtung. Sie brüstet sich damit, Spenden an Krebshilfe und Kindereinrichtungen im Ausland zu überweisen, aber im Ökumenischen Rat der Kirchen ist die NAK nicht. Vergangenheitsbewältigung ist bis heute ein Tabu. Dass etliche Mitglieder begeisterte Anhänger der NSDAP und Zuarbeiter der Stasi waren, wird totgeschwiegen.

Kinder werden schon mit drei Jahren manipuliert. Wir hatten ein Brettspiel, auf dem gibt es zum Beispiel ein Feld: „Dein Schulkamerad hat Geburtstag. Er lädt dich zu seiner Feier nächsten Sonntag ein. Nimmst du die Einladung an?“ Bei ja muss man einmal mit Würfeln aussetzen... In unserer Nachbarschaft wohnte eine Familie, deren Kinder mit Zimmerarrest ohne Essen und Trinken bestraft wurden, wenn sie bei „weltlichen“ Sachen erwischt wurden. All das macht mich heute noch wütend.

Ich zog weg aus meiner Heimatstadt. Dachte weiter nach. Was will ich? Was tut mir gut? Wieso muss ich Gott dankbar sein, wenn ich etwas geschafft habe? Nach dem Schulabschluss und dem der Lehre haben meine Eltern mir nicht gratuliert: Gott hat dir geholfen, danke ihm. Aber nein, das war ich! Ich kann doch auf mich stolz sein! Plötzlich hatte ich es satt, weiterhin willenlos durchs Leben zu gehen.

Vor sechs Jahren habe ich meinen Mann kennen gelernt, meinen Fels in der Brandung. Nie wurden ihm meine Sorgen und Probleme zu viel, geduldig hörte er mir zu, zeigte Verständnis. Endlich konnte ich alles aussprechen ohne die Angst, jemand damit zu verletzen. Ich konnte mich ausweinen, zornig sein, trauern – er hat mich aufgefangen. Er hätte mich nicht davon abgehalten, weiter in die Kirche zu gehen, aber ich wollte nicht mehr hin. Vor drei jahren bin ich aus der NAK ausgetreten.

Für meine Eltern bin ich eine verlorene Seele, weil ich nicht mehr auf dem Planeten NAK wohne. Mich macht auch wütend, dass sie deshalb leiden.

Man hat mir zwanzig Jahre
meines Lebens gestohlen

Damals, als meine Mutter die Familie in die NAK zwang, gab es häufig Krach, weil es meinen Vater gelegentlich sonntags auf den Fussballplatz gezogen hat. Er hatte nach ihrer Meinung am wenigsten „Erkenntnis“ durch den neuen Glauben. Heute ist er über siebzig und nimmt sogar seine Medikamente nach Gottes Ratschluss ein. Und mein Bruder? Der hatte nie das Bedürfnis, mit Kumpels um die Häuser zu ziehen. Er ist verheiratet mit einer Glaubensschwester, sie haben vier Kinder. Als Priester macht er Seelenpflege. Ich habe mir oft gedacht, dass man psychologisch geschult sein müsse, will man anderen Menschen bei seelischen Problemen beistehen. Er ist auch überfordert damit, leidet an Panikattacken. Einmal war er in einer psychosomatischen Klinik, aber auch da liessen ihn die Leute von der NAK nicht in Ruhe. Sie besuchten ihn: Wir beten für Sie. Gott wird Ihnen helfen blablabla. Die Ärzte haben meinem Bruder gesagt, er solle endlich versuchen, mit beiden Beinen auf die Erde zu kommen, aber er schafft es nicht.

Eigentlich hat man mir zwanzig Jahre meines Lebens gestohlen. Wir haben dieses eine Leben von Gott geschenkt bekommen, daraus sollten wir das Beste machen und leben, nicht warten, bis Jesus oder wer auch immer kommt, um uns in eine bessere Welt zu führen. Leben heisst lernen. Ich habe inzwischen viel gelernt, und mein Wissensdurst ist noch lange nicht gestillt. Ich habe Freundschaften geknüpft, lebe intensiver, toleranter, freier. Und ich finde heute endlich selbst heraus, was richtig und was falsch ist.

Christliche Sekte
Die Neuapostolische Kirche (NAK) ist eine strenge christliche Sekte mit weltweit elf Millionen Mitgliedern. Sie gilt als die viertgrösste Religionsgemeinschaft in Deutschland (430'000 Mitglieder) und ist streng hierarchisch-autoritär gegliedert: Stammapostel Wilhelm Leber residiert in Zürich, ihm und seinen Aposteln sind alle Kirchenmitglieder zu absolutem Gehorsam verpflichtet. Zentraler Bestandteil der Lehre ist die Doktrin von der unmittelbar bevorstehenden Wiederkehr Jesu. Fernsehen, Filme, Sport- und Tanzveranstaltungen, Theater, Rock- und Technokonzerte sind verpönt., die „jungen Geschwister“ haben bis zur Hochzeit keusch und enthaltsam zu leben. Spenden – den „Zehnten“ – sollen die Mitglieder freiwillig geben. Verweigerern wird mit dem Entzug des göttlichen Segens gedroht. Aussteiger werfen der Sekte Psychoterror und undurchsichtigen Umgang mit dem Geld der Gläubigen vor. Die NAK unterhält keine karitativen Einrichtungen wie Alten- oder Pflegeheime. Die Pflege des Leibes wird als weltlich abgelehnt. Prominentester Aussteiger ist der Stuttgarter Siegfried Dannwolf, 54, der vor Jahren die erste Selbsthilfeinitiative gegründet hat. bb

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Isa Offline




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10.09.2010 22:00
#17 RE: Depressionen - Probleme nach dem Ausstieg! Zitat · antworten

Winni Lange

So ist das, lieber Christoph, und dann lies mal, was der der ehemalige Stammapostel Herr Fehr heute sagt, dazu,- was im Zusammenhang mit weltlichen Lüsten zu Deiner, zu meiner Zeit gelehrt wurde und woran wir angehalten waren kindlich zu glauben.

Es ist ein gefährliches, vernichtendes Spiel, das man mit Menschen spielt und das nicht nur damals. Manche Dinge werden sich dort niemals ändern, eher gibt es diese Gemeinschaft nicht mehr. Und wenn doch, ist es nicht mehr die NAK, die wir kennen. Ja aber, was ist es dann?!

Gott segne Dich und Deine Familie auch weiterhin und stehe Dir bei! Sei herzlich gegrüßt von uns aus Mecklenburg- Winni

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10.09.2010 22:01
#18 RE: Depressionen - Probleme nach dem Ausstieg! Zitat · antworten

Christoph Steurich

Durch Bezirksapostel Saur wurde ich als lebendes "Geburtstagsgeschenk" zum 65. Geburtstag seines Onkels und Vorstehers meiner damaligen NAK-Gemeinde auf menschlicher Basis ins Priesteramt ordiniert. Diese durch keinen biblischen Beleg begründete vermenschlichte Art der Amtseinsetzung durch einen Apostel riss mir den Glaubensgrund unter den Füssen fort. Dieser psychische Missbrauch durch den Bezirksapostel Saur stürzte mich glaubensmässig und gesundheitlich fast ins Bodenlose - über Jahre hatte ich dann mit den Folgen einer ausgelösten heftigen Erkrankung zu kämpfen. Das brachte mich fast an den Rand ... Ich fühlte mich wirklich hundeschlecht. Ich berichtete darüber bereits hier im Forum.

Trotzdem ich mich hundeschlecht fühlte, wehrte ich mich, immer wieder gegen gläserne Wände in der NAK stossend, in vielen Briefen gegen das, was ich durch Bezirksapostel Saur ausgelöst mit meiner Familie erleben musste. Und ich wurde immer wieder neu zurück in einen seelischen Abgrund gestossen durch das Erleben, dass der Stammapostel Fehr, der Bezirksapostel Saur, der Apostel Schneider, der Bischof und der Bezirksälteste meinen konkreten Fragen auswichen und Antworten nicht gaben oder geben wollten, doch als Einschüchterung und deutlichen Vorwurf empfundene Worte dieser "Seelenhirten" klangen an.

Aber schliesslich entschuldigte sich in einem Schreiben der Bezirksälteste für sein dreist-vorwurfsvolles Verhalten. Sein Verhalten hatte mit Seelsorge oder, neuapostolisch gesagt mit "Seelenpflege", kaum etwas zu tun.

Schliesslich entschuldigte sich für seine merkwürdige abweisende Art in einem Schreiben der Vorsteher der NAK-Gemeinde meiner Frau, ich nenne ihn hier einfach wieder Neck. Dessen "Seelenpflege" bestand aus den abweisenden Worten: "Ich möchte gar nicht so viel wissen!"

Schliesslich entschuldigte sich auch der Bischof in einem Schreiben, dessen "Seelenpflege" u. a. eine Art des Lachens war, das als ein Ausgelachtwerden empfunden wurde, fast als eine Art der Verhöhnung. Des Bischofs Entschuldigung war merkwürdig gewunden und enthielt seltsamerweise einen Sachverhalt, der in den Gesprächen nicht besprochen wurde. Seine Entschuldigung löste darum weitere Betroffenheit aus.

Aber - welchen Wert hat eigentlich eine Entschuldigung, ein Entschuldigungsschreiben eines NAK-Amtsträgers ? ?

Ich, der Betroffene, hielt wohl ein Stück beschriebenes Papier in der Hand - aber der Gemeinde wird von dem Sachverhalt nichts offiziell vom Altar herab verkündet. So erlebte ich es mit meiner Familie: Trotz dieser Entschuldigungsschreiben wendeten sich NAK-Ämter wie NAK-Glieder, diese edlen Kronenträger, weiterhin wie ferngesteuert von dem/von den "Verworfenen" ab. Ich/wir blieben weiterhin geächtet und ausgespuckt.

Ich möchte hier den nachfolgenden Vorsteher erwähnen. Ich nenne ihn hier einfach wieder Vorsteher Öxler. Der sagte mir einmal in einem Gespräch, er war damals noch einer der Priester in der Gemeinde, bei der Frage um eine Entschuldigung/Richtigstellung: "...dann entschuldige ich mich eben bei den Leuten, dass sie zufrieden sind, auch wenn ich nicht weiss, warum!" - Damals sah ich bei dieser Erklärung nur "menschliche Schwachheit", so wie es die NAK mir lehrte, nicht aber den NAK-Hintergrund. Ich war damals eben noch zu gutgläubig und vertrauend. Treffender konnte wohl kaum der "Wert" einer NAK-Entschuldigung von dem Priester umrissen werden.

Eine NAK-Entschuldigung ist wohl nur eine tückische Variante im Spiel der Sekte mit dem Mitglied. So musste ich es erleben.

Aber in selbstgerechtem Eigenlob wurde auch in dieser NAK-Gemeinde von den NAK-Gotteskindern weiterhin gesungen: "Über die Erde wandelt eine HEILIGE SCHAR ... ALLES an IHNEN ist GRÖSSE und SEGEN ..."

Ich werde voraussichtlich weiter hier im Forum aus meinem NAK-Glaubensleben berichten.

Christoph Steurich

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„Omnia vincit amor, et nos cedamus amori.“ - Vergil

Isa Offline




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10.09.2010 22:02
#19 RE: Depressionen - Probleme nach dem Ausstieg! Zitat · antworten

Christoph Steurich

Wie ein Esel ? ?

In meinem neuapostolischen Glauben war ich sehr überzeugt. Ich vertraute den Amtsträgern, diesen Gottesmännern, unbedingt. Ich vertraute so, wie es mir in den Predigten vom Altar immer wieder gelehrt und gefordert wurde.

Dann sagte mir einmal der Vorsteher, Bezirksapostel Saurs alter Onkel war es, dessen lebendes Geburtstagsgeschenk ich bin. Sein Wort als Amtsträger, der im Auftrag des Apostels am Altar steht und predigt, gilt nach Lehre der Neuapostolischen Kirche als Gotteswort durch den Mund des Knechtes. Diesem Wort zu folgen fordert und lehrt die Neuapostolische Kirche. Er sagte mir: "DIE IST NICHTS FÜR DICH!"

Dieses Wort des "Knechtes Gottes", der das zeitgemässe Wort verkündet, drang tief in mich ein. Ich befolgte es; ich fügte mich hinein, denn gesegnet ist der, der das Wort befolgt, so die NAK-Lehre. Es war ein tiefer Einschnitt in mein/ unser Leben. Es weinten dann bald zwei getrennte Seelen.

Und im NAK-Gottesdienst wurde aus der Chormappe gesungen:
Apostelwort wie milder Tau erquickest du die Seele . . .
und weiter heisst es dort im Lied:
Du gibst den Herzen Trost und Kraft in Kummer, Schmerz und Leiden . . .

Ich spürte damals nichts davon.

Christoph Steurich

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