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Dieses Thema hat 68 Antworten
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 Lieber nie geboren, als neuapostolisch und abgefallen
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Engelchen Offline




Beiträge: 6.332

15.08.2011 16:53
#41 RE: Abgefallen und für immer verloren... Zitat · antworten

Hab' gerade keine Zeit. Trotzdem weiß ich, dass mein persönliches Glaubensleben etwas anders aussah!
U. a. war ich Sonntagsschullehrerin und habe den Kids damals bestimmt keinen Mist erzählt, den ich selbst nicht geglaubt habe.
Das wäre verantwortungslos gewesen.
Dass ich heute anders denke, ist eine ganz andere Sache!

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Bin BVB-Fan und das ist gut so!

lorenzolo Offline




Beiträge: 4.183

15.08.2011 17:18
#42 RE: Abgefallen und für immer verloren... Zitat · antworten

Zitat von naoki
Meines Erachtens kann niemand, der sich in der NAK nur die Rosinen raussucht, ernsthaft gläubig sein. Also ist er im Umkehrschluss verlogen. Wenn ich fest an die NAK glaube, MUSS ich auch daran glauben, dass es für eine Seele besser ist der Mensch stirbt und erlangt so ein ewiges Leben als dass er auf ewig verloren ist, weil er abtrünnig ist.


Das sehe ich auch so.
Andererseits ist das ein weit verbreitetes Phänomen in Religionen: Leute die "mitmachen" obwohl sie nicht "ernsthaft gläubig" (klingt fast wie "ernsthaft krank") sind. Ich würde so weit gehen zu sagen: Religionen brauchen die Heuchelei, um sich selbst und ihre Kundschaft vor den fürchterlichen Konsequenzen des Glaubens zu schützen. Und deshalb gibt es vermutlich in allen Religionen eine "Kultur der Heuchelei"(*). Ohne die würden diese Kartenhäuser nämlich bald zusammenstürzen, weil die Gläubigen sonst am laufenden Band gruselige Dinge sagen und tun würden. Ich meine: Das total Verrückte in den Religionen muss durch das "Normal-menschlich-Praktische" (sozusagen die Weisheit aus dem Zusammenleben der Menschentiere) gemildert werden, um überhaupt einigermaßen menschenverträglich zu werden. Dieses Abmildern allerdings bringt gleichzeitig den Zerfallskeim für die Religion mit, an der sie eines Tages (wenn die Menschen es wagen zu denken!) zugrunde geht. Ich hoffe, man kann halbwegs verstehen, was ich da von mir gebe...

((*) Meine Frau hat z. B. einen reichen Erfahrungsschatz aus dem Katholizismus, wo diese "Kultur der Heuchelei" ja auch ganz enorme Ausmaße hat. Das muss man wohl kaum ausführen...)

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"Wer Dich dazu bringen kann, Absurditäten zu glauben, kann Dich auch dazu bringen, Gräueltaten zu begehen." (Voltaire)

naoki Offline




Beiträge: 316

15.08.2011 17:19
#43 RE: Abgefallen und für immer verloren... Zitat · antworten

Dass du den Kindern keinen Mist erzählt hast, ehrt dich als Mensch. Aber du wirst wissen, dass in der NAK das ewige Leben mehr zählt als das irdische. Deshalb ist dieser Spruch: "Besser tot als abgefallen!" für einen NAKi quasi eine Liebeserklärung und das Zeichen ernsthafter Fürsorge. Denn er glaubt ja felsenfest daran.

Als ich 16 Jahre als war, ist meine beste NAK-Freundin im gleichen Alter plötzlich gestorben. Da kamen ähnliche Aussagen und die waren für mich unter anderem der Auslöser über meinen Glauben mal intensiver nachzudenken. Bei jeder Todesnachricht, auch von sehr jungen NAKis, kam immer: "Sie DURFTEN heim gehen!" oder "Der Herr hat sie zu sich geholt". Jeder Tod bekam einen positiven Anstrich verpasst. Als Jugendliche bekam ich den Eindruck sterben ist eine tolle Sache. Das ist sehr destruktiv.

Wie kann man diese Aussagen jahrelang erfolgreich verdrängen ohne sich verlogen vorzukommen, weil man nicht daran glaubt oder für einen der Mensch in seinem irdischen Leben mehr gezählt hat?

Ich kann mir nicht vorstellen, dass das jetzt in anderen Gemeinden völlig anders praktiziert wurde. Denn die NAK ist und bleibt eine Endzeitkirche und das Hauptziel ist nun mal das ewige Leben. Somit hat das irdische Leben keinen großen Wert. Wer daran nicht glauben kann, ist in der NAK definitiv falsch.
Für uns Reingeborene ist aber leider auch die Problematik der Gewohnheit vorhanden, die oft den Kern der Sache vergessen läßt. Wenn man seine Freunde in der Kirche hat, geht man doch auch größtenteils wegen der Menschen in die Kirche. Mir fiel es schwersten die Menschen zu verlassen. Heute wird mir noch ganz wehmütig, wenn ich Bilder im Internet von meiner Heimatgemeinde sehe...

Ohne meinen damaligen Gemeindewechsel wäre mein Ausstieg bestimmt schwieriger geworden. Obwohl ich mir in der Sache sicher war.

lorenzolo Offline




Beiträge: 4.183

15.08.2011 17:28
#44 RE: Abgefallen und für immer verloren... Zitat · antworten

Zitat
"Besser tot als abgefallen!"


Aber natürlich!
Wenn ich stark nachdenke, kommen mir Szenen nach meinem "Abfall vom Werk des Herrn" in den Sinn, die kein Haar besser waren. Vielleicht anders formuliert, aber der Grundgedanke: "Du wärst besser tot als dem Herrn untreu" war da auch drin enthalten.
Wenn das gesagt wird, dann ist das nur ehrlich, denn genau das muss man glauben, wenn man den sonstigen Apostelkram glaubt!
Und natürlich ließe sich das auch "gut-biblisch" begründen. Nur wer das Buch nicht kennt, kann daran zweifeln. Wenn mich die Maus beißt, weise ich nach, dass Bibeljesus genau dieser Meinung war...

Nur mal auf die Schnelle, Markus Sowieso Komma SuchSelberDanach...:

Zitat
42 Und wer einen dieser Kleinen, die an mich glauben, zum Abfall verführt, für den wäre es besser, dass ihm ein Mühlstein an den Hals gehängt und er ins Meer geworfen würde. 43-44 Wenn dich aber deine Hand zum Abfall verführt, so haue sie ab! Es ist besser für dich, dass du verkrüppelt zum Leben eingehst, als dass du zwei Hände hast und fährst in die Hölle, in das Feuer, das nie verlöscht. 45-46 Wenn dich dein Fuß zum Abfall verführt, so haue ihn ab! Es ist besser für dich, dass du lahm zum Leben eingehst, als dass du zwei Füße hast und wirst in die Hölle geworfen.2 47Wenn dich dein Auge zum Abfall verführt, so wirf's von dir! Es ist besser für dich, dass du einäugig in das Reich Gottes gehst, als dass du zwei Augen hast und wirst in die Hölle geworfen, 48 wo ihr Wurm nicht stirbt und das Feuer nicht verlöscht.


Na, was für ein "Geist" spricht wohl aus diesen Worten????? Wie weit weg ist wohl dieser Bibeljesus von dem Gekeife eines Menschen einschüchternden Sektengurus oder z. B. von Islamistenpredigten?

Zitat von Naoki
Ich kann mir nicht vorstellen, dass das jetzt in anderen Gemeinden völlig anders praktiziert wurde.


Ja, aber was ist das: Wenn Christen sich "menschlich" verhalten, wie mühsam müssen sie sich dann gegen Bibel, Jesus, Apostelwort usw. durchsetzen? Das alles ist doch ein schlechter Witz!

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"Wer Dich dazu bringen kann, Absurditäten zu glauben, kann Dich auch dazu bringen, Gräueltaten zu begehen." (Voltaire)

naoki Offline




Beiträge: 316

15.08.2011 17:57
#45 RE: Abgefallen und für immer verloren... Zitat · antworten

@lorenzolo

Engelchen Offline




Beiträge: 6.332

15.08.2011 18:04
#46 RE: Abgefallen und für immer verloren... Zitat · antworten

Sorry, aber das gesamte Atheisten-Geschwafel geht mir mittlerweile genauso auf den Senkel, wie super-frommes Christengetue.
Muss ja jeder selber wissen. Von mir aus kann jeder glauben oder nicht-glauben, was er will. Ich lasse mir ja auch nicht mehr reinreden.
Nur einem (auch damals in seinem Glaubensleben) ehrlichen Menschen Lügen anhängen zu wollen, dass ist infam.

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Bin BVB-Fan und das ist gut so!

naoki Offline




Beiträge: 316

15.08.2011 18:36
#47 RE: Abgefallen und für immer verloren... Zitat · antworten

Engelchen, du kannst doch glauben was du möchtest. Keiner redet dir da rein. Wir wissen doch sowieso mittlerweile, dass die NAK-Lehre nicht so stimmen kann wie uns immer erzählt wurde.

Ich wollte dir auch keine Lügen anhängen. Aber man muss sich eben ganz bewußt sein an was man glaubt, wenn man in die NAK geht und mit der Lehre konform sein möchte. Und das ist kein Zuckerschlecken.
Meines Erachtens kann man sich nicht innerhalb der NAK ein eigenes Süppchen kochen, sondern muss brav den vorgefertigten Brei schlucken. Und der ist recht bitter in aller Konsequenz.

Lily Offline




Beiträge: 1.387

15.08.2011 19:59
#48 RE: Abgefallen und für immer verloren... Zitat · antworten

Zitat von naoki

Wie kann man diese Aussagen jahrelang erfolgreich verdrängen ohne sich verlogen vorzukommen, weil man nicht daran glaubt oder für einen der Mensch in seinem irdischen Leben mehr gezählt hat?
I



Vielleicht weil man zwar unbewusst das Verlogene empfunden hat, aber dennoch - dank intensiver Indoktrination - den Fehler bei sich selbst gesucht hat? Wenn alle anderen das (vermeintlich) glauben, nur ich hab Zweifel, muss es an mir liegen? Und wenn es fatalerweise den Glaubens"geschwistern" um mich herum ebenso geht... wer ist dann verlogen? Sind es dann nicht alle irgendwie Opfer?

Lily Offline




Beiträge: 1.387

15.08.2011 20:06
#49 RE: Abgefallen und für immer verloren... Zitat · antworten

Zitat von Engelchen
Sorry, aber das gesamte Atheisten-Geschwafel geht mir mittlerweile genauso auf den Senkel, wie super-frommes Christengetue.
Muss ja jeder selber wissen. Von mir aus kann jeder glauben oder nicht-glauben, was er will.



Na, dann lass die Atheisten doch ihre Meinung vertreten und nenne es nicht Geschwafel. Das finde ich nicht in Ordnung.

Engelchen Offline




Beiträge: 6.332

15.08.2011 20:21
#50 RE: Abgefallen und für immer verloren... Zitat · antworten

Ich denke, wenn die (Ex-)NAKler als "Lügner" abgestraft werden, nur weil sie den einen oder anderen Punkt der Glaubenslehre nie mitgetragen haben, ist der Ausdruck "Geschwafel" durchaus hinnehmbar.
Die Zeiten, da ich einstecke ohne auszuteilen sind lange vorbei!

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Bin BVB-Fan und das ist gut so!

Lily Offline




Beiträge: 1.387

15.08.2011 20:33
#51 RE: Abgefallen und für immer verloren... Zitat · antworten

Den Begriff Lügner für alle (Ex-)NAKler, finde ich pauschal auch nicht in Ordnung, habe ich oben schon versucht zu erklären.

Und ja, ich gebe zu, es gibt sicher eine Menge Atheisten, die Geschwafel von sich geben. Anwesende ausgeschlossen

Aber diejenigen Atheisten, die sich wirklich mit der Thematik befasst haben und noch befassen und dann versuchen sich zu erklären, in der Hoffnung verstanden zu werden, sind in meinen Augen keine Schwafler.


Irgendwie schweift das Ganze hier vom eigentlichen Thema ab, oder?

Isa Offline




Beiträge: 5.158

15.08.2011 21:04
#52 RE: Abgefallen und für immer verloren... Zitat · antworten

Zitat von Lily
Irgendwie schweift das Ganze hier vom eigentlichen Thema ab, oder?


Dem ist weder etwas hinzuzufügen noch zu widersprechen.

_________________________________________________
„Omnia vincit amor, et nos cedamus amori.“ - Vergil

100orchideen ( gelöscht )
Beiträge:

16.08.2011 00:52
#53 RE: Abgefallen und für immer verloren... Zitat · antworten

Hallo naoki, möchte doch noch kurz auf dein Statement eingehen. Ich habe mich jahrelang - Jahrzehnte lang - verbogen und eigentlich gelogen. Ich weiß es aber erst im Nachhinein. Ich war schon seit Jahren ein Zweifler und mit Vielem war ich absolut nicht einverstanden, aber alle um mich herum waren - sind - doch so glücklich. Also muss es an mir liegen - musste es an mir liegen. Ich habe versucht es ganz zu leben - ging nicht, beim " halb leben" wurde ich auf die Dauer krank. Ich habe mich über die Jahre selbst belogen, war aber nicht fähig auszusteigen. Diese Erkenntnis schmerzt heute um so mehr.

Engelchen Offline




Beiträge: 6.332

16.08.2011 09:25
#54 RE: Abgefallen und für immer verloren... Zitat · antworten

Vielleicht ist mein damaliges Leben in der NAK mit der Liebe einer Mutter zu ihrem Kind vergleichbar:
Die Mutter liebt ihr Kind, auch wenn nicht zu 100 % alles an ihm nur toll ist. Das sieht die Mutter. Soll das dann heißen, dass der gesamte Rest ihrer Liebe verlogen ist?
Natürlich kann ich nur von mir sprechen, aber darum geht es mir ja auch:
Ich war rund 50 Jahre von meinem Glauben überzeugt und habe mich ihn gewissenhaft zu leben bemüht. Was ich nie geglaubt habe war, dass ATs von Gott persönlich erwählt sein sollten. War ich deshalb verlogen?
An die Wiederkunft Jesu habe ich jedoch fest geglaubt und "dabei" zu sein, wenn er wiederkommt, war meine Motivation meinen Glauben nach bestem Wissen und Gewissen zu leben.
Alles, was ich rund um meine Scheidung von Seiten etlicher ATs und "lieber Geschwister" erleiden musste, habe ich nur ertragen, weil ich trotzdem von diesem Glauben überzeugt war. Wäre mein Glaube verlogen gewesen, hätte ich beschränkt sein müssen, so mit mir umgehen zu lassen! (Vielleicht war ich das nach Meinung einiger hier ja tatsächlich.)Ich habe immer weitergemacht, um "dabei" zu sein und nicht verloren zu gehen. Und ich habe geglaubt, dass diese Chance nur den NAK-Mitgliedern vorbehalten war.
Wenn ich mir damals z. B. solchen Schwachsinn wie "der Regen fließt die Dachrinne rauf" anhören musste, war das für mich Unfähigkeit des AT, der sowas von sich gab und nicht aus dem heiligen Geist gewirkt. War ich deshalb verlogen? Außerdem gab es durchaus ATs, die mich mit ihren Predigten tatsächlich begeistern konnten, denen ich stundenlang hätte zuhören können.

Als mir im Mai 2009 von jetzt auf gleich "die Augen aufgingen", habe ich mich nicht erst mit Zweifeln rumgeplagt, sondern umgehend die Konsequenzen gezogen! Von dem Zeitpunkt an habe ich erstmal Wut über mich selbst entwickelt, dass ich so unendlich viele Jahre an die NAK-Lehre geglaubt hatte, ohne nachzudenken. Je mehr ich mich dann informierte, umso klarer wurde mir, wie verlogen die gesamt Lehre ist.

Was also war an meinem persönlichen Glauben verlogen?

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Bin BVB-Fan und das ist gut so!

Eisblume Offline




Beiträge: 3.396

16.08.2011 09:34
#55 RE: Abgefallen und für immer verloren... Zitat · antworten

Zitat von naoki
...* Aber man muss sich eben ganz bewußt sein an was man glaubt, wenn man in die NAK geht und mit der Lehre konform sein möchte. Und das ist kein Zuckerschlecken.
Meines Erachtens kann man sich nicht innerhalb der NAK ein eigenes Süppchen kochen, sondern muss brav den vorgefertigten Brei schlucken. Und der ist recht bitter in aller Konsequenz.

*Fettung von mir
naoki,
zunächst eine Bemerkung, die nicht dir gilt.
Ich tue mich mit der Erklärung meiner eigenen Meinung schon mal etwas schwer und oft genug wirds dann allgemein unabsichtlich oder auch von Einzelnen absichtlich mißverstanden. Wer etwas von mir verstehen oder genauer erklärt haben möchte, kann mich hier oder auch in PN anschreiben, ich gebe gern Auskunft.
---

Das mit der (eigenen) Verlogenheit der und in der NAK ist ein schwieriges Thema, bei dem sich "zarte" Gemüter schnell auf den Schlips getreten fühlen könn(t)en.
Da kann wirklich nur jeder in sich selbst hineinhören und -fühlen, was an dieser "Behauptung" wahr sein könnte und was davon auf einen selbst (nicht) zutreffend ist.
Gilt auch für die nun folgenden Gedankengänge.

Heute, als Abgefallene und in den Augen der aktiven NAKler verlorene Seelen, sehen wir mit ganz anderen Augen und viel klarer, was mit uns selbst in diesem Verein wirklich passiert ist.
In der aktiven Zeit ist es doch wesentlich angenehmer gewesen, die Augen vor allem möglichen aber ganz bewußt und ganz fest zu verschließen, um nicht ins Grübeln zu kommen, dies hieß dort ja offiziell "Zweifel"
Glaube um jeden Preis...

Erziehung, Anpassung, "Glaube" Überzeugung, Fremdbestimmung...das formte einen "richtigen" NAKler. Ließ ihn Dinge gegen seine eigene Natur tun und vor allem mit sich tun lassen, was sonst nie möglich gewesen wäre und so nie stattgefunden hätte.
Das kann auf Lebensdauer gerechnet jeden Menschen krank machen, egal, wie stark oder "schwach" sein Ego ist.

Die Angst, nicht in der Wohlfühlgemeinschaft angenommen zu werden, kann einen Menschen dazu zwingen und bringen, sich zum Leugner offensichtlicher (Gegen)Tatsachen und zum Lügner gegen den eigenen Willen zu machen.

Der Gruppenzwang war nicht zu unterschätzen, denn wer unangenehm auffiel, hatte oft schlechtere Karten im gemeinen Spiel der Eitelkeiten und falschen Liebe untereinander.
Ein überzeugter NAKler hält seine "Liebe" zum Mitgeschwist sogar für rein und echt.
Die guten Taten sind oft echt und gut gemeint,
zu oft wurden (werden!) sie allerdings nur zum Zweck der Profilierung angewandt,
das ist Erfahrung, ich habs zu oft miterleben müssen, dass der (NAK)Mensch mir gegenüber nicht hinter seinen guten Taten stand, sondern bestimmte und sehr eigennützige Ziele verfolgte.

Das gibt keiner (gerne) zu und das nenne ich Verlogenheit.

Nicht falsch verstehen jetzt,
es soll sich nun niemand persönlich angesprochen oder gar angegriffen sehen und fühlen. Ich habs mit Absicht recht allgemein ausgedrückt. Es soll nur den Teilbereich einer Verlogenheit beleuchten und sichtbar machen, den niemand gern sieht und niemand gern hat. Ein Teil dieses NAK-Systems ist es nun mal, Lüge mit einem lächelnden freundlichen Gesicht als Wahrheit zu verkaufen.
Ich war auch mal ein kleiner Teil dieses Systems, das auch nur dann funktionieren kann, wenn "mitgemacht" wird. Da spielt schon fast keine Rolle mehr, wie (un)freiwillig das "mitmachen" war.

Die Abgefallenen sind der Kirchenleitung und der harten aktiven NAKi-Mitglieder-Gruppe ein tiefes Greuel, weil diese alles und somit viel zu viel wissen. Nestbeschmutzer ist mit der harmloseste Ausdruck, den ich gehört habe.

Dass die Abgefallenen eine Wahrheit kennen und verbreiten, vor denen sie immer die Augen fest verschlossen halten. Und der Wille, daran etwas zu ändern und Zugeständnisse zu machen, wird auch bis in alle Ewigkeit nicht geschehen.
Eisblume

__________________________________________________
Jeder Tag ist ein kleines Leben,
jedes Erwachen eine kleine Geburt,
jeder frische Morgen eine kleine Jugend,
und jedes zu Bett gehen und Einschlafen ein kleiner Tod.
~ Arthur Schoppenhauer

Lily Offline




Beiträge: 1.387

16.08.2011 10:36
#56 RE: Abgefallen und für immer verloren... Zitat · antworten

Vielleicht muss man sich erstmal klar machen, was verstehen wir unter LÜGE?

Wikipedia sagt: Eine Lüge ist eine Aussage, von der der Sender (Lügner) weiß oder vermutet, dass sie unwahr ist, und die mit der Absicht geäußert wird, dass der oder die Empfänger sie trotzdem glauben.[1] Dies geschieht meist, um einen Vorteil zu erlangen oder um einen Fehler oder eine verbotene Handlung zu verdecken und so Kritik oder Strafe zu entgehen. Von ‚Unwahrheit‘ spricht man, wenn die Aussage tatsächlich auch nicht korrekt ist, der sich Äußernde das aber nicht weiß und es nur fälschlich angenommen hat. Gelogen wird auch aus Höflichkeit, aus Scham, aus Angst, Furcht, Unsicherheit oder Not (‚Notlüge‘), um die Pläne des Gegenübers zu vereiteln oder zum Schutz der eigenen Person, anderer Personen oder Interessen (z. B. Privatsphäre, Intimsphäre, wirtschaftliche Interessen). ( http://de.wikipedia.org/wiki/L%C3%BCge )

Die Bandbreite der Definition zu Lüge geht sicher von... bis.

Meinem Mann und mir hat man mal Scheinheiligkeit vorgeworfen. Ich war zutiefst getroffen, verletzt, empört...

Heute muss ich sagen, ja irgendwie war die Aussage richtig. Also waren wir doch verlogen?

Und heute? Wenn ich NAKler treffe und sie reden lasse, auch zu Kirchen- und Gottesdienstthemen und nicht gleich Kontra gebe, bin ich heute - umgekehrt zu damals - auch verlogen? Ist das Leben nicht irgendwie überall mit Lügen u.ä. durchzogen? Naja... ich glaub, das ist jetzt zu weit ausgeholt.

100orchideen ( gelöscht )
Beiträge:

16.08.2011 10:44
#57 RE: Abgefallen und für immer verloren... Zitat · antworten

Guten Morgen in die Runde,

-------------------------------------
Die Abgefallenen sind der Kirchenleitung und der harten aktiven NAKi-Mitglieder-Gruppe ein tiefes Greuel, weil diese alles und somit viel zu viel wissen. Nestbeschmutzer ist mit der harmloseste Ausdruck, den ich gehört habe.
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Diesen Satz kann ich von ganzem Herzen untersteichen. Sogar als ich in der Klinik war und die Therapeuten darauf "warteten" dass ich endlich zum Punkt kommen würde, war mein Denken und Empfinden dermaßen stark, dass ich mir selbst als größter Nestbeschmutzer vorgekommen bin. Ganze 4 wochen hat es gedauert, bis ich endlich etwas sagen konnte. Und auch jetzt mache ich genau diese Erfahrung: keiner spricht mehr mit mir. Ich bin ein Nestbeschmutzer - es will keiner mehr mit mir etwas zu tun haben.

Und ich muss nochmals auf die Sätze von Apo. Kraus zurückommen. Wir hatten im Süden das Pondon in der Person des Apo. Starz. Genau diese Worte waren Gesetz - Dogma -
Sie haben nichts das Geringste zu vermelden in diesem göttlichen Werk. Ihre Aufgabe besteht einzig und allein darin, in bedingungslosem
Glaubensgehorsam nachzufolgen.

Diese Sätze haben mein Leben geprägt und wenn ich ehrlich hätte sein können - heute weiß ich, dass es damals einfach noch nicht möglich war - hätte ich sofort aussteigen müssen, denn so konnte ich nie sein. Ich war verlogen zu mir selbst.

schönen Tag noch

ja, Lily, das ganze Leben ist mit Unwahrheiten und kleinen - großen - klitzekleinen Lügen durchzogen. Nur die einen machen krank und über die anderen kann man evtl. sogar lachen.

Engelchen Offline




Beiträge: 6.332

16.08.2011 10:44
#58 RE: Abgefallen und für immer verloren... Zitat · antworten

Zitat
In der aktiven Zeit ist es doch wesentlich angenehmer gewesen, die Augen vor allem möglichen aber ganz bewußt und ganz fest zu verschließen, um nicht ins Grübeln zu kommen...(F.v.m.)


Auch das kann und darf man nicht verallgemeinern! Jedenfalls traf das auf mich ganz und gar nicht zu. Auf viele andere, mit denen ich im Gespräch bin, ebenso wenig. Ich vermute, dass ich, hätte ich im (verdrängten) Wissen um Ungereimtheiten bewusst meine Augen verschlossen, ich hätte sie spätestens zum Zeitpunkt der Trennung von meinem Ex weit geöffnet!
Dass ich mich gegen eine Verallgemeinerung von "Verlogenheit" zur Wehr setze, hat außerdem nichts mit "zartem Gemüt" zu tun. Eher mit dem Ergebnis der persönlichen Aufarbeitung meiner NAK-Vergangenheit.

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Bin BVB-Fan und das ist gut so!

Engelchen Offline




Beiträge: 6.332

16.08.2011 10:58
#59 RE: Abgefallen und für immer verloren... Zitat · antworten

Zum Thema "Lügen" ganz allgemein:
Gibt es nicht auch "barmherzige" Lügen. Ob die angebracht sind oder nicht, sei mal dahingestellt! Wenn ich meine 80-jährigen Mutter bei ihrem NAK-Palaver nicht unterbreche und Kontra gebe, möchte man mich dann als "verlogen" bezeichnen? Ich halte (meistens, nicht immer) meinen Mund, um sie nicht zu verletzen. Weil ich trotz allem Achtung vor ihr als Mutter und betagtem Menschen habe (bin froh, dass ich das kann) und weil ich genau weiß, dass ihr der Glaube Halt in ihrem Leben ist. Sogar ein Halt, den weder ich, noch meine Schwester ersetzen könnten.
Wir sind uns einig, könnten wir wählen, sie für den (rel. kurzen) Rest ihres Leben dort rauszuholen oder es zu lassen, wir würden uns für Letzteres entscheiden. Ist das verlogen? Es ist ganz einfach das Beste für sie.

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Bin BVB-Fan und das ist gut so!

Lily Offline




Beiträge: 1.387

16.08.2011 11:08
#60 RE: Abgefallen und für immer verloren... Zitat · antworten

Geht mir mit meiner Mutter ja genauso. Nur als sie letztens abfällig sagte: Du tust mir nur leid... hätte ich am liebsten... aber ich habs gelassen.

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